Informations- und Gesprächsabend in Bad Neuenahr-Ahrweiler
„Pfarrei der Zukunft“ setzt auf die Mitgestaltung aller Akteure
Stand des Umsetzungsprozesses der Synode war Thema - Resonanz der Pfarreimitglieder kann online erfolgen
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Mai vergangenen Jahres endete mit einem festlichen Gottesdienst im Trierer Dom die Diözesansynode des Bistums Trier. Die Synodalen erarbeiteten dabei ein Abschlussdokument mit dem Titel „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“. Für die katholische Kirche und somit natürlich auch für das Bistum Trier ist dieses Dokument, das geprägt ist von Perspektivwechseln und deutlichen Richtungsanzeigen, die Auseinandersetzung mit der Frage: „Wie und wozu wollen wir angesichts der rasanten gesellschaftlichen Veränderungen des dritten Jahrtausends Kirche sein?“ Insgesamt vier dieser „Perspektivwechsel“ wurden von der Synode erarbeitet und jetzt im Rahmen eines Informations- und Gesprächsabends mit Dekanatsreferentin Andrea Kien-Groß und Pastoralreferentin Elisabeth Hauröder unter dem Motto „Die neuen Räume und ich“ im Bad Neuenahrer Pfarrheim St. Marien und St. Willibrord den interessierten Gemeindemitgliedern vorgestellt. Wenige Tage zuvor hatte es bereits eine gleiche Veranstaltung in Dümpelfeld gegeben, wo es zu einigen kontroversen Diskussionen gekommen war, nicht zuletzt deshalb, weil viele Gemeindemitglieder der neu zu bildenden „Großpfarrei“ kritisch gegenüberstehen. Denn mit den Perspektivwechseln „Vom Einzelnen her denken“, „Charismen vor Aufgaben in den Blick nehmen“, „Weitere pastorale Räume einrichten und netzwerkartige Kooperationsformen verankern“ und „Das synodale Prinzip bistumsweit leben“, geht auch eine deutliche Veränderung der Pfarreien-Struktur einher.
„Großpfarrei“ mit 29.000 Katholiken geplant
Hierbei entwickelte man die sogenannte „Pfarrei der Zukunft“. Am Beispiel des Dekanats Ahr-Eifel, das bislang aus den Pfarreien/Pfarreiengemeinschaften „Adenauer Land“, „Altenahr“, „Grafschaft“ und „Bad Neuenahr-Ahrweiler“ zusammengesetzt ist, bedeutet dies, dass die zukünftige Pfarrei „Bad Neuenahr-Ahrweiler“ mit gut 29.000 Katholiken von Eckendorf/Birresdorf im Norden, über Lohrsdorf/Ehlingen im Osten bis nach Cassel/Weidenbach im Süden und Kirchsahr/Obliers im Westen reicht.
Eine weitere „Großpfarrei“ soll dann die „Pfarrei Gerolstein“ sein, in der neben dem Raum Adenau auch Gebiete außerhalb des Kreises Ahrweiler enthalten sind. Doch auch das Gemeindeleben selbst soll sich verändern, zeitgemäßer werden.
Dabei setzt man auch auf die Eigeninitiative der Gläubigen, beispielsweise in Sachen Mitgestaltung von Gottesdiensten oder dem Einbringen in die Gemeindearbeit. Laien, Priester und Diakone, Hauptamtliche und Ehrenamtliche sollen gemeinsam in einer neuen Qualität sehen, hören und beraten. Diese Erfahrungen möchte das synodale Prinzip weitertragen. Es soll künftig die Kirche im Bistum Trier auf allen Ebenen prägen. Auf diese Weise können alle Akteure zu Mitgestaltern werden.
Großer Informationsbedarf der Gemeindemitglieder
Mehr als 40 Interessierte waren zum Informationsabend gekommen, und es wurde deutlich, dass bei den Gemeindemitgliedern noch einiges an Informationsbedarf besteht. Aufgeteilt in vier Gruppen wurde über die verschiedenen Perspektivwechsel gesprochen, bevor anschließend wieder gemeinsam informiert und auch diskutiert wurde. Dabei wurde unter anderem klar, dass die neue Pfarreienstruktur die zu erwartenden Rückgänge der personellen und finanziellen Ressourcen in den nächsten 20 Jahren berücksichtigen soll. Im Rahmen von insgesamt acht Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland informiert auch Bischof Dr. Stephan Ackermann über die synodalen Ergebnisse und Planungen. Außerdem können Interessierte unter www.resonanz-bistum-trier.de entsprechende Online-Fragebögen ausfüllen. Darüber hinaus hält die Internetseite www.herausgerufen.bistum-trier.de weitere Informationen bereit.
