Allgemeine Berichte | 05.03.2019

„Echte Fründe“ bei der Karnevalsmesse in Sankt Peter und Paul

Pfarrer Frank Klupsch liest den Narren die „Leviten“

Das Prinzenpaar sprach von der Kanzel aus zu den Karnevalsmesse-Besuchern.Foto: -AB-

Remagen. Er hatte schon am Weiberdonnerstag beim Sturm der Möhnen auf das Rathaus seinen großen Auftritt: Pfarrer Frank Klupsch als „Gouvernante“ von Bürgermeister Björn Ingendahl im Schlafmützenkostüm. Umso gespannter war die Narrenschar auf seine Büttenrede, die der wortgewandte Geistliche in seiner Messe, in seinem Zuhause, in der Kirche Sankt Peter und Paul am Karnevalssonntag halten würde. Und die Rede sollte nicht die einzige Überraschung sein, die die Narrenschar erleben durfte. Bereits vor der Messe trafen sich die bunt kostümierten am um 1900 neu errichteten Gotteshauses mit seinem romanischen Portal mit den allegorischen Steinskulpturen, an der „Kaffeebud“ und dem „Nikolausbüdchen“, um zu Plauschen und sich auf die Messe einzustimmen. Und das Gotteshaus war voll, die Narrenschar zollte bereits durch ihr zahlreiches Erscheinen dem Pfarrer Respekt. Wie hatte Obermöhn Christina Möcking gesagt: „Zwischen Kirche und Karneval passt in Remagen kein Blatt Papier“. Die Stadtsoldaten stimmten die Narren musikalisch ein. „Kumm lass mer fiere“, wurde gesungen, Text umgeschrieben von Pfarrer Klupsch in „Komm loss mer singe, dem Herrjott bringe, ohse Dank mit viel Helau un mit Alaaf.“ Und „Echte Fründe“ sangen die Narren aus Herzenslust, und natürlich durfte nach der Predigt in Reimform auch der „Stammbaum“ nicht fehlen. Seine besondere Begrüßung galt natürlich dem Oedinger Dreigestirn, dem Remagener Tollitätenpaar Alexander I. und Sandra I., sowie Bürgermeister Björn Ingendahl. Die besondere Aufmerksamkeit in der Messe zollte Pfarrer Klupsch den Kindern, die immer wieder Teil der Heiligen Messe waren. Und dann holte Klupsch zum Rundumschlag aus. Er ging auf die Herkunft des Karnevals ein, „Der Ursprung des närrischen Treiben ist nur uns Katholiken zuzuschreiben. Bevor der Christ sich mit Asche tut in Buße üben, feiert er heiter und froh in vollen Zügen.“ Er haderte mit den Christen und damit, dass das Gotteshaus manchmal nicht gut besucht ist: „Viele kennen sich im Christsein nicht mehr aus, ja sind gar Fremde im eigenen Glaubenshaus. Nicht eine Geschichte von Jesus ist mehr bekannt, die Bibel ist für die Meisten ein fremdes Land.“ Formulierte, dass es so nicht geht: „Gott liebt ja alle, wir kommen alle in den Himmel, was soll hier das ganze fromme Gebimmel.“ Er trat ein für die Kirche mit den Worten: „Es gibt uns als Kirche, auch wenn wir nicht mehr die große Masse, engagiert, überzeugt, eine kleine aber aktive glaubende Klasse. So sind viele Christen auch weiter das Licht der Welt, das Kirche und Gesellschaft am Leben erhält.“ Und Frank Klupsch ging auch auf das zur Zeit ständig diskutierte Thema Missbrauch ein: „Ja, die Kirche besteht aus Menschen, auch hier ist nicht alles heile, Finanzskandale, Missbrauch, schlagen fette Medien-Zeile. Und ja, an die Probleme müssen wir ran, aber ist das alles, was man über Kirche noch sagen kann. Wer hat erfunden Champagner und Bier, so manch geistlich Kräuter-Likörchen trinken wir hier. Wer hat Europa lesen und schreiben gelehrt, wer hat stets Alte und Kranke geehrt. Wer hat Kindergärten gegründet, Schulen und Spitäler? Ohne die Kirche wären wir gesellschaftlich ärmer?“. Ob Trump oder Putin, ob Nahles oder Söder, sie bekamen alle ihr Fett weg und Frank Klupsch stehenden Applaus. Auch Prinz Alexander, der sich mit Dank und lieben Worten von der Kanzel aus an die Narrenschar wandte, und um Gottes Segen und gutes Wetter für den nachmittäglichen Umzug bat. AB

Das Prinzenpaar sprach von der Kanzel aus zu den Karnevalsmesse-Besuchern.Foto: -AB-

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Ralf Schweiss
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Stellenanzeige Kaufmännische/r Angestellte/r
Gesundheit im Blick
Innovatives rund um Andernach
Gesundheit im Blick
Verwaltung Immobilien
Maifest in Dedenbach
Empfohlene Artikel
Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung.Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
77

Andernach. Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung. Gleichzeitig verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz in der Grünflächenpflege.

Weiterlesen

Die Kreisverwaltung in Koblenz. Foto: ROB
93

Kreis MYK. Im Mai 2026 findet im Kreis Mayen-Koblenz die Bundeswehrübung „Gelber Merkur 2026“ unter der Leitung der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum statt. Der Zeitraum dieser Übung erstreckt sich vom 8. bis 22. Mai, und die Aktivitäten sind nicht nur auf Standort- oder Truppenübungsplätze beschränkt. Die beteiligten Kräfte bewegen sich auch im öffentlichen Raum, was dazu führen kann, dass Schussgeräusche durch den Einsatz von Platzpatronen wahrnehmbar sind.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
15

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
31

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Dienstleistungen
Dauerauftrag 2026
Image Anzeige
Titelanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Handwerker im Außendienst
Innovatives rund um Andernach
Tank leer?
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Minijob
Gesundheit im Blick
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Maifest Dedenbach
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Gegengeschäft
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr