Historische Kreuzwegstation in Gelsdorf wurde nach 157 Jahren wieder eingeweiht
Pfarrgemeinderat und neuer Verein arbeiten gemeinsam
„Zukunft und Geschichte Gelsdorf e.V.“ präsentierte damit seine erste offizielle Aktivität – 200 Arbeitsstunden ehrenamtlich erbracht
Gelsdorf. Nach sechs Monaten Bauzeit wurde am Sonntag die Kreuzwegstation am Meckenheimer Weg in Gelsdorf feierlich von Pfarrer Alexander Burg wieder eingeweiht. Die Idee zum Wiederaufbau der 157 Jahre alten Kreuzwegstation, die jahrzehntelang in einer Garage gelagert war, hatten der Pfarrgemeinderat sowie der neu gegründete Verein „Zukunft und Geschichte Gelsdorf e.V.“, der damit nach Aussage seines Vorsitzenden Andreas Ackermann seine erste offizielle Aktivität präsentierte. 200 Arbeitsstunden hatten die ehrenamtlichen Helfer Norbert Gurk und sein Enkel Philipp, Peter Weber, Ralf Sonntag, Elfi Ullrich sowie Gregor und Maximilian Orth investiert. Zu den Materialkosten von 5000 Euro gab der Kreis Ahrweiler einen Zuschuss.
Ursprünglich waren die 14 Kreuzwegstationen am 14. Dezember 1862 von Pater Pius Rock, dem Präses des Apollinaris-Klosters in Remagen, eingeweiht worden. Der damalige Gelsdorfer Ortspfarrer August Josef Scherer hatte die Bildstöcke aufbauen lassen, erklärte Ortsvorsteher Andreas Ackermann in seiner Ansprache. Finanziert worden seien die Heiligenhäuschen samt Bildstock damals durch Spenden der Dorfbewohner. Beim Tod eines Gelsdorfers hätten die Mädchen des Ortes an allen 14 Kreuzwegstationen den sogenannten „Fußfall“ begangen, eine besondere historische Form des Kniefalls. Leider seien die Stationen 1907 durch Wind und Wetter zerstört und anschließend mit Bruchsteinen wiederaufgebaut worden. 1962 seien die Stationen allesamt endgültig abgerissen worden, da sie teilweise zerfallen waren.
Am 10. März 2002 jedoch habe man immerhin sieben der ursprünglich 14 Bildstöcke wiederaufgebaut, der damalige Gelsdorfer Pastor Rudolf Schmidt habe sie erneut eingeweiht. Der Verein „Zukunft und Geschichte Gelsdorf e.V.“ habe nun beschlossen, in den kommenden Jahren auch die restlichen sieben Kreuzwegstationen wieder aufzubauen, diese sei nun der Auftakt. In der Reihenfolge des Kreuzwegs handelt es sich dabei um die sechste Station, „Das Schweißtuch der Veronika“. Bei der Einweihungsfeier spielte das Tambourcorps der Freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung von Volker Müller einige Lieder, der Pfarrgemeinderat und der Verein verkaufen Kuchen und Kaffee gegen eine Spende. JOST
