Verdienstmedaille für Eduard Pinger
Pflanzen beobachten für den Deutschen Wetterdienst
Über 40-jähriger Einsatz für das Allgemeinwohl
VG Maifeld/Welling. Eduard Pinger aus Welling wurde jetzt mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Der pensionierte Kriminalhauptkommissar erhielt die hohe Auszeichnung für seinen über 40-jährigen Einsatz für das Allgemeinwohl. Als „Phänologischer Beobachter“ des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist er seit 1981 regelmäßig im Nettetal und der Umgebung unterwegs, beobachtet den Entwicklungsstand der Pflanzen und gibt die Daten weiter an die Wetterfrösche. Landwirte, Imker und Allergiker profitieren von seinen Aufzeichnungen.
Wetterbeobachter liefert Daten für Pollenflug und Waldbrandgefahr
„Sie haben insgesamt 7180 Meldungen als phänologischer Beobachter und Sofortmelder abgegeben. Dafür sind Sie etwa 300 bis 400 Kilometer im Dienst der Wissenschaft und Allgemeinheit gelaufen“, fasste Bianca Pflückhahn, Leiterin der Agrarmeteorologischen Beratung des DWD, in einer Feierstunde zusammen, zu der Bürgermeister Maximilian Mumm in den Ratssaal der Verbandsgemeinde Maifeld eingeladen hatte. Sie dankte Eduard Pinger für seinen großen Idealismus und Einsatz und überreichte ihm im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die hohe Auszeichnung. „Ihre Daten sind ein großer Schatz im Beobachtungsnetz des Deutschen Wetterdienstes und unverzichtbarer Bestandteil der agrarmeteorologischen Beratung im Mittelrheinischen Becken“, bekannte die extra aus Offenbach angereiste Meteorologin. „Auf der Basis Ihrer Informationen berechnen wir u.a. Pollenflug und Waldbrandgefahr. Pflanzen sind unbestechlich, sie zeigen Veränderungen im Klima viel deutlicher als Messgeräte.“
Blüte beginnt gut 14 Tage früher
Dass es Veränderungen gibt, ist unbestritten. So blüht die Haselnuss inzwischen gut 14 Tage früher und plagt manchmal schon im Dezember die Allergiker. Dagegen sind die späten Vegetationsphasen, die mit dem Blätterfall der Stieleiche enden, in etwa gleichgeblieben. Was noch auffällt? „Bei uns finden sich jetzt auch viele Pflanzen, die früher im Mittelmeerraum beheimatet waren“, sagt Eduard Pinger, der bei seinen Spaziergängen manchmal von seiner Ehefrau Ingrid begleitet wird. Der Hobbybotaniker muss es wissen. Er hat Aufzeichnungen seit 1951 archiviert und kann Veränderungen nachverfolgen. Auch nach vier Jahrzehnten ist er noch mit viel Freude bei der Sache: „Solange ich laufen kann und Gott mir die Kraft gibt, mache ich weiter.“
