Allgemeine Berichte | 03.05.2017, 12:34 Uhr

Pflegekammer in NRW:

Pflegekräfte müssen die Verantwortung übernehmen

Bonn. Am Universitätsklinikum Bonn (UKB) fand eine Informationsveranstaltung zum Stand der Pflegekammer in NRW statt. Die Initiatoren – der Deutsche Verband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e. V. und der Verband der PflegedirektorInnen der Unikliniken (VPU) – informierten die Interessenten über den Zweck und die Aufgaben einer Pflegekammer und den aktuellen Entwicklungsstand einer Pflegekammer in NRW.

Am UKB stieß die Veranstaltung auf reges Interesse. Der Pflegedirektor Alexander Pröbstl fasste zusammen: „Die Krankenpflege nimmt in der Wahrnehmung der Bevölkerung einen immer wichtigeren Part ein. Das ist gut und wichtig, denn die Pflegeexperten kennen die Bedürfnisse der Pflege von Menschen in allen Altersgruppen am besten.“ Daher sei es gut und richtig, dass die Berufsgruppen in den Pflegeberufen sich selbst organisieren und zum Beispiel die Bildungserfordernisse in die eigene Hand nehmen. Die Handwerkskammern machen es uns längst vor, so Pröbstl.

Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK), sagte: „Die Bevölkerung muss sich darauf verlassen können, dass es eine gute Pflege in Deutschland gibt.

Und dafür müssen die Berufsangehörigen die Verantwortung tragen und darauf hinweisen, wo es Defizite und Versorgungslücken gibt. Deswegen brauchen wir unbedingt die Pflegekammer.“

Woraus resultiert nun das Zögern bei der Gründung einer Pflegekammer in NRW?

Prof. Bienstein räumt ein: „Wir haben eine andere Tradition. Aber nicht nur NRW ist im Rückstand. Auch Bayern und Hamburg sind zaghaft. Wir sind nicht gewohnt, dass die Pflege für sich spricht. Es haben immer andere Berufsgruppen und Politiker für uns getan.“ Die Pflege besitze inzwischen aber ein geballtes Wissen. Darum müsse man mitentscheiden können, so die Pflegewissenschaftlerin.

Wie schnell es mit der Gründung einer Pflegekammer gehen werde, hänge auch davon ab, wie schnell die Mehrheiten beschaffen werden, erklärt der Geschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe Burkhardt Zieger. „Dabei kann sich die Überzeugungsarbeit in der Politik ungleich schwieriger gestalten als in der Berufsgruppe selbst.

Die Politik könnte ja andere Antworten auf unsere Fragen haben als wir“, meint der Vorsitzende des Niedersächsischen Pflegerats. Dennoch haben sich bisher alle bei den Landeswahlen antretenden Parteien durchweg positiv zur Gründung einer Pflegekammer geäußert. Auch die Zusammenarbeit mit den Ärzten gestaltet sich sehr positiv.

Die DBfK-Präsidentin und der DBfK-Geschäftsführer blicken daher optimistisch in die Zukunft. „Es lässt sich nicht mehr aufhalten. Drei Pflegekammer gibt es schon und andere werden unaufhaltsam nachziehen“, glaubt Prof. Bienstein. Auch Burkhardt Zieger erwartet einen großen Schritt in Richtung Pflegekammer, sobald die neue Legislaturperiode im Juli beginnt.

„Ich würde mich freuen, wenn die Berufsgruppe sich engagiert, sonst werden Andere die Entwicklung vorantreiben. Insofern finde ich die Beteiligung der Berufsgruppe ungemein wichtig“, betont der DBfK-Geschäftsführer.

Pressemitteilung

Universität Bonn

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