Allgemeine Berichte | 11.02.2022

Gewerkschafter erinnern an Elisabeth Hagen

Pionierin der Nachkriegszeit verstarb vor wenigen Tagen

1982: IG Metall-Infostand am Stadtpark: Elisabeth Hagen (2.v.l.) und neben ihr der damalige IG Metallbevollmächtigte, Fritz Frantzen. Foto: privat

Bendorf. Sie wurde fast 90 Jahre alt und ist nur noch den älteren Einwohnern und Arbeitnehmer der ehemaligen Hütten in Bendorf ein Begriff: Elisabeth Hagen starb vor wenigen Tagen, nachdem sie sich schon lange aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hatte, da sie erblindet war und im Rollstuhl saß.

In ihren jungen Jahren und im Berufsleben stand Sie im wahrsten Sinne des Wortes ihre Frau, und wurde deutschlandweit bekannt.

Sie war die erste Frau in der alten Bundesrepublik als Betriebsrätin der Thyssen AG, bei der Concordiahütte in Bendorf.

Vor allem ihr Eisatz für die Integration der ersten Gastarbeitergeneration machte sie auch bei den ausländischen Kollegen beliebt und bekannt. Alles was heute die Grundstandards in der Intergationspolitik sind und staatlich organisiert wird, führte sie durch private Initiative dort, wo sie wirkte, ein.

Elisabeth Hagen war 50 Jahre IG Metallmitglied und auch kommunalpolitisch aktiv. Sie gehörte zehn Jahre dem Stadtrat für die SPD an. Ihr Mann, Hans Hagen (früher Betriebsratsvorsitzender von Feld & Hahn), der noch immer für die IG Metall im DGB-Vorstand in Bendorf sitzt, sagt über seine Frau und Kollegin: „Sie war geprägt vom Gefühl der sozialen Verantwortung und getragen von ihrem christlichen Glauben.“

Die Stellvertretende DGB-Vorsitzende Bendorf, Hede Schenk, betonte in einer Stellungnahme des DGB Bendorf abschließend: „Wir werden Sie nicht vergessen und das, was sie geleistet hat, auch weiter betonen und in ihrem Geist wirken.“

1982: IG Metall-Infostand am Stadtpark: Elisabeth Hagen (2.v.l.) und neben ihr der damalige IG Metallbevollmächtigte, Fritz Frantzen. Foto: privat Foto: Cato, Ferhat

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