Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wachtberg
Politik und Verwaltung wollen Beitrag für die Zukunft der Feuerwehr leisten
Bürgermeisterin Renate Offergeld teilte mit, dass der Brandschutzbedarfsplan einstimmig vom Gemeinderat verabschiedet wurde
Berkum. „Ich bin froh, dass die Wachtberger Politik und die Verwaltung einen deutlichen Beitrag leisten wollen für die Zukunft unserer Feuerwehr, denn das dient nicht zuletzt auch der Motivation unserer ehrenamtlichen Feuerwehrleute.“ Das erklärte der Wachtberger Wehrleiter Markus Zettelmeyer bei der alljährlichen Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wachtberg in der Aula des Schulzentrums Berkum. Zuvor hatte Bürgermeisterin Renate Offergeld (SPD) in ihrer Ansprache nicht nur die Arbeit der Floriansjünger gewürdigt, sondern auch die einstimmige Verabschiedung des fortgeschriebenen Brandschutzbedarfsplanes durch den Gemeinderat mitgeteilt.
Löschgruppe Arzdorf wird nicht aufgelöst
Dieser hat zum Inhalt, dass entgegen anderslautender Überlegungen die Löschgruppe Arzdorf vorerst nicht aufgelöst und mit der Löschgruppe Fritzdorf zusammengelegt werden soll. Mittlerweile habe sich die Personalstärke in Arzdorf nämlich positiv entwickelt. Vom Tisch ist auch die angedachte Zusammenlegung der Feuerwehrgerätehäuser von Pech und Villip, denn keiner der drei ins Auge gefassten alternativen Standorte könne eine 100-prozentige Abdeckung beider Ortslagen innerhalb einer Fahrzeit von vier Minuten für die erste Hilfsfrist garantieren.
Außerdem wäre die Erreichbarkeit für die Einsatzkräfte deutlich schlechter als in den bisherigen beiden Feuerwehrgerätehäusern, so Offergeld. Weiter befürchtet man eine fehlende Akzeptanz innerhalb der Feuerwehren und dadurch zurückgehende Personalzahlen. Negativ vermerkt wurden auch die höheren Kosten für den Bau eines gemeinschaftlichen neuen Feuerwehrgerätehauses auf der „Grünen Wiese“ und ein längeres Zeitfenster für die Umsetzung eines solchen Projektes. Daher solle an den vorhandenen Standorten festgehalten werden.
Feuerwehrgerätehäuser in Villip und Pech erweitern
Das Feuerwehrgerätehaus in Villip soll allerdings erweitert werden, wofür man 335.000 Euro in den Haushalt eingestellt hat. Umgesetzt werden soll die Baumaßnahme voraussichtlich 2017. Auch das Feuerwehrgerätehaus in Pech will man baulich anpacken, wobei noch nicht ganz klar ist, ob es sich um eine Sanierung, eine Erweiterung oder gar um einen Neubau handelt. Das müsse zunächst noch genauer geprüft werden.
Auch für die Personalgewinnung wurde ein Konzept erarbeitet. So soll die Brandschutzerziehung in den Wachtberger Kindergärten und Grundschulen beibehalten werden, weil hierüber schon viele neue Mitglieder für die Jugendfeuerwehr geworben worden seien. Darauf aufbauend könne man über die Gründung einer Kinderfeuerwehr nachdenken, was nach einer Gesetzesänderung durch das Land mit Herabsetzung des Mindesteintrittsalters möglich sei. Weiter soll ein Konzept erarbeitet werden, um an Grund- und weiterführenden Schulen einen Feuerwehr-AG anzubieten. Damit könnte der Altersbereich der Jugendfeuerwehr direkt angesprochen werden. Verstärkt werden soll auch die Öffentlichkeitsarbeit durch gezielte professionelle Werbemaßnahmen und die Nutzung der modernen Medien. Gewisse Hoffnungen setzt man schließlich auf das Ansprechen von Bevölkerungsgruppen, die bisher noch nicht für die Mitarbeit in der Feuerwehr erschlossen seien. Etwa die weibliche Bevölkerung, die Neubürger, ausländische Mitbürger und ehemalige Feuerwehr-Mitglieder, die zugezogen seien.
Feuerwehrleute sollen durch Anreize stärker motiviert werden
Durch das Schaffen von Anreizen will man die Feuerwehrleute stärker motivieren, was für die Gemeinde jedoch mit finanziellen Aufwendungen verbunden sein werde. Hier gelte es, einen Weg zu finden, der einerseits die gewünschte Wirkung zeige, andererseits aber auch finanziell darstellbar sei. So könne beispielsweise über eine Förderung der Löschgruppen mit einem jährlichen Beitrag von 500 Euro für Kameradschaftspflege nachgedacht werden, was bei sieben Löschgruppen zu Gesamtkosten von 3500 Euro pro Jahr führen würde. Auch die Aufwandsentschädigung für Führungskräfte und Personen, die sich innerhalb der Feuerwehr besonders engagieren, soll angepasst werden. Schließlich wurde auch noch die Anschaffung von insgesamt vier neuen Fahrzeugen als Ersatz für abgängige Altmodelle beschlossen.
Wehrleiter Zettelmeyer freute sich in seinem Jahresbericht 2015, dass die Gesamtzahl der Mitglieder im Vergleich zum Vorjahr von 330 auf 335 gestiegen sein. Verantwortlich dafür sei vor allem die Jugendfeuerwehr, die nun 91 statt bisher 79 Mitglieder zähle. Bei den Aktiven sei hingegen ein Rückgang von 170 auf 166 festzustellen, und auch die Ehrenabteilung nahm um drei Mitglieder ab. Derzeit werden 15 Fahrzeuge von der Feuerwehr eingesetzt. Besonders stolz ist man auf den neuen Gerätewagen Unwetter, der in Berkum stationiert ist. Das sehr komplexe Fahrzeug sei ein echter Quantensprung im Vergleich zu einem Vorgänger, freute sich Zettelmeyer.
Weniger Einsätze als im Vorjahr geleistet
Deutlich geringer als im Vorjahr war die Zahl der Einsätze für die Wachtberger Feuerwehr, denn sie musste zu lediglich 125 Einsätzen ausrücken, vorher waren es noch 185 gewesen. Hauptgrund dafür war die Tatsache, dass nur zwölf technische Hilfeleistungen im Zusammenhang mit Wasser- und Sturmschäden geleistet werden mussten, im Jahr zuvor war es wegen eines Starkregenereignisses noch 91 gewesen. Auch die Zahl der Brände nahm von 32 auf 29 ab, allerdings gab es im vergangenen Jahr zwei Großbrände und im Jahr zuvor keinen.
Menschen oder Tiere in Notlagen wurden 25 Mal befreit, im Jahr zuvor waren es lediglich 17 Einsätze gewesen. Die Zahl der Verkehrsunfälle stieg von zehn auf 17, die Zahl der Ölansätze von 16 auf 20 und die „sonstigen Einsätze“ von fünf auf sieben. Alles in allem leisteten die Kameraden im Jahr 2015 nicht weniger als 1042 Personaleinsatzstunden. Dabei seien die unzähligen Übung-, aus Bildung- und Fortbildungsstunden sowie die Jugendarbeit noch nicht mitgezählt, bemerkte Zettelmeyer. Bei den Einsätzen mussten 26 Verletzte geborgen werden, außerdem waren zwei Tote zu beklagen. Den Gesamtschaden schätzte er auf 1,4 Millionen Euro und damit um 900.000 Euro höher als im Vorjahr.
Beförderungen und Ehrungen standen auf der Tagesordnung
Eine Reihe von Beförderungen standen nun auf der Tagesordnung. Zum Oberfeuerwehrmann befördert wurden Jakob Lange-Brandenburg, Denise Eschweiler-Adams, Marius Hellwig, Florian Kühlwetter, John Hermanns, Felix Luedtke, Jan Schulz und Gerd Walgenbach. Neuer Unterbrandmeister ist Florian Ralf, frisch gekürte Brandmeister sind Florian Dietl und Markus Schmitz. Zum Oberbrandmeister wurden Andreas Bell und Wilfried Lehmacher ernannt, zum Brandoberinspektor Peter Schumacher, und zum Gemeindebrandinspektor Michael von Wirtz.
Zum Abschluss gab es noch Ehrungen für verdiente Feuerwehr-Kameraden. Für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurden Karl-Heinz Lamberz und Erich Sonntag geehrt, seit 50 Jahren dabei sind Willy Engel, Rudi Tiedemann, Horst Herfen, Herbert Auen und Johannes Auen. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold für 35 Jahre aktiven Dienst erhielten Norbert Hopp, Karl-Heinz Theisen und Manfred Schmitz. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre ging an Andreas Bell, Michael Roos, Andreas Schmitz, Stephan Schlieber und Hans-Jürgen Brämm. Die Silberne Ehrennadel des Jugendfeuerwehrverbandes Nordrhein-Westfalen nahm Wehrleiter Markus Zettelmeyer entgegen, ebenso wie das Bezirkswappen in Silber des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr, welches der Vorsitzende des Regionalverbandes Bad Godesberg-Wachtberg, Alexander Bayer, auch an Rainer Kircher und Dirk Schmickler verlieh.
