Allgemeine Berichte | 25.07.2016

58.000 Menschen waren beim vierten Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft am Nürburgring dabei

Porsche wiederholt den Vorjahressieg bei den „6 Hours of Nürburgring“

Start zu den „6 Hours of Nürburgring“ vor vollen Tribünen. Foto: Nürburgring

Nürburgring. Le-Mans-Gewinner Porsche ist auch bei den „6 Hours of Nürburgring“ der Sieger. Fünf Wochen nach dem französischen Langstreckenklassiker konnte der Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer #1 den Vorjahressieg wiederholen. Insgesamt 58.000 Zuschauer erlebten am Wochenende einen spektakulären vierten Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) auf dem Grand-Prix-Kurs in der Eifel, bei dem letztlich Timo Bernhard (GER), Mark Webber (AUS) und Brendon Hartley (NZL) triumphierten. Nach 194 Runden setzte sich das Porsche-Trio mit 53,787 Sekunden Vorsprung gegen den Audi R18 #8 von Lucas Di Grassi (BRA), Loïc Duval (FRA) und Oliver Jarvis (GBR) durch. Dritte wurde der zweite Audi mit Marcel Fässler (SUI) und André Lotterer (GER). Die Führung in der Weltmeisterschaft verteidigten die Viertplatzierten Romain Dumas (FRA), Neel Jani (SUI) und Marc Lieb (GER) im Porsche 919 mit der #2. Das in Le Mans nur knapp geschlagene Toyota-Team konnte in den Kampf um den Rennsieg nicht eingreifen, die beiden TS050 Hybrid landeten auf dem fünften und sechsten Platz. Der spannende Kampf der WEC auf dem Nürburgring wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt, die Langstrecken-WM wird vom 14. bis 16. Juli 2017 auf der Traditionsstrecke in der Eifel gastieren. Alles Wichtige zum Rennen und zu den weiteren Events im Jahresprogramm des Nürburgrings gibt es im Internet unter www.nuerburgring.de.

Der offene Schlagabtausch der Hybrid-Prototypen von Audi und Porsche über die gesamte Renndauer von sechs Stunden begeisterte die große Kulisse rund um den 5,148 km langen Grand-Prix-Kurs, nachdem das Rennen von Ski-Legende Maria Höfl-Riech freigegeben worden war. Das Quartett aus Audi R18 und Porsche 919 lieferten sich schon in der ersten von sechs Rennstunden ein atemberaubendes Duell, bei dem der aus der Pole-Position gestartete Audi #7 mehrere Angriffe der Vorjahressieger im Porsche #1 abwehren mussten. Auch im Fight zwischen den dahinter folgenden Audi #8 und Porsche #2 ging es um Sekundenabstände. Erst mit der ersten Boxenstoppphase nach 30 Runden wurden die ersten Vier etwas auseinandergezogen, und in mehreren Gelbphasen und durch glücklich abgepasste Boxenstopps konnten die Porsche sich zunächst etwas Luft verschaffen. Beiden Stuttgarter Autos lagen in Führung, als die WM-Führenden Dumas, Jani und Lieb in der #2 eineinhalb Stunden vor der Zielflagge nach einer Kollision beim Überrunden eines GT-Fahrzeugs eine Durchfahrtstrafe erhielten. Das brachte den Audi #8 mit Di Grassi, Duval und Jarvis auf Position zwei – nur knapp vor dem Porsche. Was folgte, wird den Fans lange in Erinnerung bleiben, denn in den beiden Hybrid lieferten sich Jani und Duval eine rundenlange Verfolgungsjagd auf Biegen und Brechen. Durch das Duell verloren beide so viel Zeit, dass der zweite Audi die Lücke zufahren konnte. Eine Stunde vor dem Rennende war der Kampf um die Podiumsplätze wieder völlig offen. Schließlich hatten aber die beiden Audi des Joest-Teams das bessere Ende für sich. Sie gingen auf der zweiten und dritten Position hinter dem siegreichen Porsche durchs Ziel.

Glücklos waren am Nürburgring diesmal die Heimmannschaften. Allen voran Toyota: Die beiden TS050 Hybrid waren mit der großen Hoffnung aus dem Team-Hauptquartier im nahen Köln angereist, um den unglücklichen Ausfall in Le Mans vergessen zu machen. Doch konnten sie nicht das Tempo der Spitzenreiter mitgehen und liefen als Fünfte und Sechste im Ziel ein. In der LMP2 war René Rast im Pech: Mit seinen Teamkollegen Roman Rusinov und Alex Brundle führte er im G-Drive-Oreca 05 in der Klasse der „kleinen“ Sportwagen von Beginn an. Doch nach zweieinhalb Stunden musste er die Box anlaufen, ein Getriebeproblem verhindert den anvisierten Sieg: Es war das vierte Mal in Folge, dass der Pole-Position der Startnummer #26 ein Ausfall folgte. Die Führung erbten so Gustavo Menezes (USA), Nicolas Lapierre (FRA) und Stéphane Richelmi (MCO), die im Alpine A460 – Nissan mit der #36. Sie trugen die Klassenführung bis ins Ziel. In der GT-Kategorie konnte Ford den Heimvorteil ebenfalls nicht nutzen. Für den Ford GT #66 von Stefan Mücke (GER) und Olivier Pla (FRA) blieb in der Endabrechnung nur der vierte Platz hinter zwei Ferrari und einem Aston Martin.

Pressemitteilung FIA WEC Nürburgring

Start zu den „6 Hours of Nürburgring“ vor vollen Tribünen. Foto: Nürburgring

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