Erfolgreiche Mitgliederversammlung des Verein Brexbachtalbahn nach zwei Jahren Corona-Pause
Positiver Blick in die Zug-Kunft
Neuwahl des Vorstandes fanden statt, der aufgrund der vielen anstehenden Aufgaben erweitert wurde
Bendorf. Am 27. August fand in der Drehscheibe in Grenzau eine analoge und gut besuchte Mitgliederversammlung des Brexbachtalbahn e.V statt. Nach der Begrüßung durch den 2. Vorsitzenden Ulf Wobser, der den verhinderten 1. Vorsitzenden Adolf Bongartz vertrat, folgte der Jahresbericht mit vielen Einzelberichten zur Arbeit rund um die Reaktivierung der Strecke.
Steuerberater Michael Baaden konnte im Anschluss über einen erfreulichen, Corona bedingten Überschuss in der Kasse berichten, der weitere Investitionen und Arbeiten an der Strecke ermöglicht. Nach dem Kassenprüfungsbericht von Hans Peter Nett und Hartmut Bernd folgte die Neuwahl des Vorstandes, der aufgrund der vielen anstehenden Aufgaben erweitert wurde. Adolf Bongartz bleibt für zwei weitere Jahre 1. Vorsitzender, ebenso Armin Brast als Geschäftsführer, Klaus Nussbaum und Thomas Wirtz als Beisitzer für Technik und Strecke sowie Dr. Thomas Lingen für Kommunikation. Neu gewählt wurde Lutz Dunz als Kassierer und Michael Baaden als 2. Vorsitzender, da Ulf Wobser das Amt aufgrund beruflicher Belastung nicht mehr ausführen konnte, dem Verein aber weiter als Aktiver erhalten bleibt. Als zusätzliche Beisitzer wurden bestellt Maurice Schipporeit für Social Media und Mathias Ress IT- und Telekommunikation. Insgesamt strahlten Vorstand und die Mitglieder ein gerechtfertigtes Selbstbewusstsein und auch Stolz aus. Denn mit ihrer Weitsicht, aktivem Handeln und ehrenamtlichem Engagement wurde trotz zwischenzeitlichem Lockdown Großartiges geleistet. Von der Firma Schauff aus Remagen konnte ein zweiter Skl-anhänger (Kla 01) als Dauerleihgabe übernommen und im April 2020 in Betrieb gesetzt werden.
Er half dabei, die Strecke für den Antrag auf Unternehmensgenehmigung herzurichten. Dafür mussten Bauwerke geprüft, bewertet und die festgestellten Mängel behoben werden. In Ransbach wurde die BÜ-Technik und die gesamte Weichen- und Stellwerkstechnik überprüft, Schwellen erneuert und sogenannte „Fehlmasse“ korrigiert. Die gesamte Strecke wurde weiträumig, teilweise mit schwerem Gerät frei geschnitten, Durchlässe und Mauerwerke ausgebessert. An Brücken mussten ausgebrochene Steine aus den Stützmauern und Gewölbe wieder eingesetzt werden. Im Bereich Kreisel B 42 konnte eine Baustelle genutzt werden, um die Spurrillen im Asphalt frei zu fräsen, damit ein Gleismesszug die gesamte Strecke befahren konnte. Gravierende Mängel wurden dabei nicht festgestellt. Eine Gleistopfmaschine beseitigten dann letzte Mängel am Gleiskörper, so dass einer Unternehmensgenehmigung nichts mehr im Weg stand. Für 25 Jahre ist die Brex im ersten Abschnitt ab Grenzau nun wieder in Betrieb, eine großartige Leistung des Vereins und des Betreibers. Denn eine wertvolle Bahninfrastruktur für nachhaltige Mobilität wird wieder genutzt und ein wesentlicher Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz geleistet.
Ohne all die Arbeiten des Vereins gäbe es auch keinen Holztransport auf der Schiene der sich - bedingt durch die lange Trockenheit - im März ergeben und sich mittlerweile gut etabliert hat. Mit jedem Zug werden ca. 15 Tonnen Co2 gespart. Um die Kapazität zu erhöhen, wurde die Ladestraße in Ransbach vor einigen Tagen verlängert. Das fehlende vierte Gleis im Bahnhof soll wieder eingebaut werden, so dass die Holzverladung noch rationeller und zügiger abgewickelt werden kann. Bundesweite Aufmerksamkeit auf die Brex lenkte der von Gernot Kallweit in Zusammenarbeit mit einem Journalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung platzierte ganzseitige Bericht über die „Brex“, dass Kommunen entlang der Strecke umweltfreundlichen Bahnverkehr, trotz des Berichts des Weltklimarates, der Klimakatastrophe im Ahrtal und dem Engagement von Bürgern für nachhaltige Mobilität zur Einhaltung der Pariser Klimaziele, weiterhin verhindern. Dabei muss doch jedem mittlerweile klar sein, dass niemand vor Veränderungen und der Zukunft weglaufen kann.
Pressemitteilung
Verein Brexbachtalbahn
Im Bereich Kreisel B 42 konnte eine Baustelle genutzt werden, um die Spurrillen im Asphalt frei zu fräsen, damit ein Gleismesszug die gesamte Strecke befahren konnte. Foto: Verein Brexbachtalbahn