Jahreshauptversammlung des Rotwildringes Ahrweiler
Prämierung der besten Abschüsse
Kempenich. Der Vorsitzende des Rotwildringes Ahrweiler, Ralf Mocken, konnte zahlreiche Gäste bei der Jahreshauptversammlung des Rotwildringes Ahrweiler mit angeschlossener Rotwildlehrschau in der Kempenicher Leyberghalle willkommen heißen. Besondere Grußworte richtete er an den Kreisbeigeordneten Friedhelm Münch, Bernd Hanke (Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde bei der Kreisverwaltung Ahrweiler), MdL Marcel Hürter, die Vertreterinnen und Vertreter der Orts- und Verbandsgemeinden, Dirk Hübner aus dem Vorstand der Kreisgruppe des LKJV Ahrweiler, den Vorsitzenden des Hegerings Barweiler Aremberg Dr. Friedrich Kahle sowie dem Hegeringleiter in Kempenich, Marcus Bell, und den Jagdhornbläserchor Kesselinger Tal, der auch die Veranstaltung eröffnet hatte. Kreisbeigeordneter Münch dankte den Mitgliedern im Vorstand des Rotwildrings Ahrweiler, die ihre ehrenamtliche Arbeit gewissenhaft und mit viel Engagement ausübten. Die Kreisverwaltung Ahrweiler als Untere Jagdbehörde wisse dies zu schätzen. Er bedankte sich in diesem Zusammenhang bei Kreisjagdmeister Joachim Polch, der bei der im April stattfindenden Wahl zum Kreisjagdbeirat nicht mehr als Kreisjagdmeister kandidieren wird, für seine bisherige Arbeit. „Sie haben sich in ihrer zehnjährigen Amtszeit mit herausragendem Engagement für die Belange der Jagd im Kreis Ahrweiler stark gemacht. Bei der Bildung der beiden Rotwildhegegemeinschaften Hohe Acht-Kesselung und Barweiler-Aremberg waren Sie maßgeblich beteiligt. Dafür gebührt Ihnen Dank und Anerkennung“, erklärte Münch.
Rotwilddichte sei ein Problem
Bei der Jagd, die im Kreis Ahrweiler einen hohen Stellenwert habe, gelte es, einen artenreichen und gesunden Wildbestand in einem ausgewogenen Verhältnis zu seinen natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Es sei nicht immer einfach, die verschiedenen Belange der Interessensgruppen, wie Land- und Forstwirtschaft oder den Tourismus unter einen Hut zu bringen. Hier sei eine sachliche und konstruktive Verständigung wichtig. Ein Problem sei die Rotwilddichte. Der Gesetzgeber fordere, die Maßnahmen zur Bewirtschaftung des Rotwildes so auszurichten, dass die Ansprüche der Land- und Forstwirtschaft gewahrt bleiben und die Belange von Naturschutz und Landespflege berücksichtigt werden. Zudem sei ein gesunder Wildbestand aller heimischen Tierarten in angemessener Zahl zu erhalten. Besonders in den Revieren des Kerngebietes müsse die vorhandene Wilddichte weiter abgebaut werden. „Insofern kann ich sie nur ermuntern, weiterhin fleißig auf die Jagd zu gehen“, sagte Münch. Neben den jagdlichen Maßnahmen sei es auch wichtig, die Lebensraumverhältnisse des Rotwildes zu verbessern. Das Rotwild habe sich in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter im Kreisgebiet ausgebreitet. Münch erklärte: „Die Reviere, in denen sich das Rotwild nun etabliert hat, sollten eine geordnete revierübergreifende Bewirtschaftung und damit auch eine zahlenmäßige Begrenzung anstreben.“ Er wies auch auf die vom Innenministerium geänderte Regelung zum Erwerb von Schalldämpfern für Jagdwaffen hin. Ralf Mocken dankte Münch für seine Ausführungen, wies jedoch darauf hin, dass die Anpassung der Bewirtschaftungsgebiete oftmals Schwierigkeiten bereite.
Das Jagdverhalten müsse sich ändern
Das diesjährige Fachreferat zum Thema der tierartgerechten und waldfreundlichen Bejagung des Rotwilds fokussierte sich auf den Einfluss des Geschlechterverhältnisses und der Altersstruktur auf die künftige Vitalität und die Vermeidung von Schäden durch diese Wildart. Um beide Ziele zu erreichen, bedürfe es einer größeren Anzahl an alten Hirschen in den hiesigen Wäldern und einer Reduktion des vorhandenen Überhangs an weiblichem Rotwild. Mit beeindruckenden Zahlen der letzten 35 Jahre belegte der Referent Marcus Moller-Racke (Bingen), dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichten, das Rotwild in ihrer Struktur und ihrer Aufzucht so zu erhalten, dass es für die Zukunft gesichert sei. Von den 31.566 Stück Rotwild seien lediglich 230 reife Hirsche gewesen, weit weniger als ein Prozent. Die Norm liege bei zwei bis drei Prozent, das Soll bei fünf bis sechs Prozent. Ziel sei aber, das rund zehn Prozent des Rotwildes reife Hirsche seien. „In den letzten 35 Jahren hat sich der Gesamtabschuss verdreifacht, wobei sich die Zahl der reifen Hirsche halbiert hat“, stellte Moller-Racke fest. Dies bedeute im Schnitt alle 25 Jahre je Revier einen Hirsch der Klasse I. Das Jagdverhalten müsse sich ändern. Er empfahl, bei den Abschüssen für die kommenden Jahre die Freigabe der einjährigen Hirsche stark zu reduzieren und stattdessen einjährige weibliche Stücke (Schmaltiere) vermehrt zu bejagen. „Schmalwild statt Spießer“ sei eine wirksame Maßnahme zur Regulierung. Er zog dabei einen Vergleich mit der Hegegemeinschaft Binger Wald zu Rate. Dabei gab er Ratschläge, die man im eigenen Revier beachten soll. „Wir müssen es schaffen, ein natürliches Geschlechtsverhältnis von 1:1 zu erreichen“, warb Moller-Racke bei der Jägerschaft. Auch Ralf Mocken war der Meinung: „Wir müssten es doch schaffen, 50 Prozent der Spießer zu schonen!“
Revier Eifelberg holt 1. Platz
Bevor Kreisjagdmeister Polch die Abschusszahlen erläuterte und die ausgestellten Trophäen besprach, dankte Mocken ihm für die vergangenen zehn Jahre als Kreisjagdmeister. Kreisjagdmeister Polch erläuterte dann die ausgestellten Trophäen und erläuterte die Prämierung. Von den erlegten 1414 Stück Rotwild entfallen auf den Hegering Hohe Acht-Kesseling 1022 und auf den Hegering Barweiler-Aremberg 247. 145 Stück Rotwild wurden im Freigebiet erlegt. Bei der Prämierung der Hirsche in Klasse I erhielten die meisten Punkte: 1. Platz = Revier Eifelberg (Eigenjagd) (199,78 von 200 möglichen Punkten); 2. Platz = Revier Kesseling (Eigenjagd); 3. Platz = Revier Ahrweiler (Eigenjagd); 4. Platz = Revier Heckenbach II; 5. Platz = Revier Kesseling (Eigenjagd); 6. Platz = Revier Staffel 7. Platz = Revier Heckenbach 3. Beim Muffelwild erreichte das Revier Heckenbach II die höchste Punktzahl vor dem Revier Hönningen.
Kreisjagdmeister Joachim Polch erläuterte die Prämierung der ausgestellten Trophäen.
