Bei der Großen Ochtendunger Karnevalsgesellschaft geht es in der Session 2023/2024 Schlag auf Schlag
Prinz Lothar der Ewige und Prinzessin Inge I. sind proklamiert
Ochtendung. Die Session ist kurz, da muss es Schlag auf Schlag gehen und ein Höhepunkt den anderen jagen: Prinz Lothar (Kalter) der Ewige und Prinzessin Inge (Bernard) I. sind am vergangenen Samstag im Foyer der Wernerseckhalle zum Ochtendunger Prinzenpaar 2023/2024 proklamiert worden. Für den 64-jährigen Prinz Lothar ist es bereits die dritte Regentschaft, schon 1999 und 2010 hatte er den Thron bestiegen: Er darf sich somit „Silberprinz“ nennen, weil es nun die dritte Amtszeit innerhalb von 25 Jahren ist.
Der Prinz, im normalen Leben Ortsbürgermeister, charakterisiert sich selbst als „Schafskopf durch und durch, meine Heimat ist nun mal Grün-Rot.“ Dreimal fungierte er als Kanzler, einmal als Schatzmeister. Prinzessin Inge I., am Karnevalssonntag 1962 geboren und somit 61 Jahre alt, ist die Präsidentin der KG Ewig Jung und kam 2008 als Mundschenk daher. Ferner gehören Schatzmeister Helmut Becker, Mundschenk Hans-Peter Bernard sowie die beiden Hofdamen Gretel Wegerle und Rebecca Bernard zum Hofstaat.
Nach dem Einmarsch des Hofstaats und der Tollitäten, begleitet vom Musikverein Blau-Weiß Ochtendung, stellte Marcus Bolzhauser, der Präsident der Großen Ochtendunger Karnevalsgesellschaft (GOK), alle Beteiligten vor. Die GOK ist die Dachorganisation der fünf Ochtendunger Karnevalsvereine (KG Schafskopf 1903, Prinzengarde-Corps Ochtendung von 1953, KG Ewig Jung, Carnevalsverein Ochtendunger Bürgerwehr und die KG Jecke Mädche) und organisiert übergreifend den Ochtendunger Karneval. Bolzhauser führte souverän durch das Programm und erzählte die ein oder andere Anekdote. Die allseits bekannte Rentnerband sorgte für die musikalische Untermalung. Das dreifach kräftige Ochtendunger „Maju“ durfte selbstverständlich den ganzen Abend über nicht fehlen.
Der Erste Beigeordnete der Ortsgemeinde, Günter Pinetzki, und der Zweite Beigeordnete Sascha Lagodny überreichten den Gemeindeschlüssel, Blumen für die Prinzessin und einen Weinkelch an den Mundschenk. Anschließend übergab das Ex-Prinzenpaar Sigi I. und Elke I. die Prinzenkette und das Zepter, die eigentliche Proklamation war abgeschlossen. „Ich bin zwar jetzt zum dritten Mal Prinz, aber ich hatte doch drei, vier Tränchen in den Augen“, gab Lothar der Ewige einen Einblick in sein Seelenleben. „Es gibt nichts Schöneres, als hier oben als Prinz zu stehen. Meine KG Schafskopf wird närrische elf mal elf und somit 121 Jahre alt, aber wir wollen ein Prinzenpaar und ein Hofstaat für alle sein. Es wird eine Session, die sich für immer gewaschen hat. Frohsinn und Gemeinschaft stehen im Mittelpunkt, das ist unser Versprechen an euch.“ Der Prinzessin war die Nervosität sichtlich anzumerken: „Ich kann nicht vom Zettel ablesen. Von daher rede ich frei Schnauze und schaue einfach, was hinterher rauskommt. Das Jubiläum passt jedenfalls wie die Faust aufs Auge.“
Am frühen Nachmittag stand die Rathauserstürmung auf der Tagesordnung. 40 Konfetti-Kanonen und drei schwere Kanonenschläge kamen zunächst zum Einsatz. GOK-Präsident Bolzhauser führte die Kapitulationsverhandlungen, erst nach der fünften (Feuerwerk) und sechsten Angriffswelle (Häuserkampf) mussten die beiden Beigeordneten Pinetzki und Lagodny kapitulieren und die Weiße Flagge hissen. Da in diesem ganz speziellen Fall der Ortsbürgermeister als designierter Prinz auf der Gegenseite im wahrsten Sinn des Wortes Gewehr bei Fuß stand, musste er praktisch sein eigenes Rathaus überfallen, seine Stellvertreter festnehmen und sie später wieder zu seinen Untertanen machen. Sachen gibt’s. Pinetzki brachte es am Abend auf den Punkt: „Karneval in Ochtendung, das hat schon was. Es ist etwas ganz Spezielles.“
Schwere Geschütze wurden selbstverständlich auch aufgefahren.
Bei der Rathauserstürmung in Ochtendung kamen auch Konfetti-Kanonen zum Einsatz.
Die KG Jecke Mädche half tatkräftig beim Umsturz mit.
