Allgemeine Berichte | 13.10.2016

Vortragsveranstaltung zu Carmen Sylva im Roentgen-Museum Neuwied

Prinzessin zu Wied und Königin von Rumänien

Dr. Edda Binder-Iijima, Universität Heidelberg und Dr. Silvia Irina Zimmermann, Forschungsstelle Carmen Sylva

Carmen Sylva litt unter ihrer Kinderlosigkeit.Privat

Die Wissenschaftlerin Dr. Edda Binder-Iijima von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg referiert zu dem Thema: „Zwischen Staatsräson und Privatinteresse: Die Sicherung der rumänischen Dynastie im europäischen Kontext am Ende des 19. Jahrhunderts“. Die Frage der Kontinuität der rumänischen Dynastie, bedingt durch die Kinderlosigkeit des Königspaars Karl von Hohenzollern-Sigmaringen und Elisabeth zu Wied, beschäftigte gegen Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur die rumänische Politik, sondern insbesondere auch die Mittelmächte Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien. Das Interesse ausländischer Mächte an diesem Thema spiegelte die gewachsene Bedeutung Rumäniens im südosteuropäischen Raum wider, wo der Bestand der Dynastie als Garant für die innen- und außenpolitische Stabilität gesehen wurde und als wichtiger Unterstützungsfaktor im Bündnissystem gegen Russland. Neben der politischen existierte auch eine persönliche Seite dieser Angelegenheit, die Königin Elisabeth betraf. Da sie zeitlebens unter ihrer Kinderlosigkeit litt, bedeutete die Regelung der Thronfolge in Gestalt eines Neffen von König Karl für sie eine starke psychische Belastung. Der Vortrag geht den Konfliktsituationen zwischen Staatsräson und persönlichen Widerständen der Königin nach, die sich schließlich dem politischen Druck, auch aus dem Ausland, beugen musste und daran fast zerbrach. Dr. Silvia Irina Zimmermann, Leiterin der Carmen Sylva Forschungsstelle im Fürstlich Wiedischen Archiv, spricht unter dem Titel „Wir waren offenbar zu Missionaren geboren“ über Carmen Sylvas Wirken an der Seite König Carols I. „Wir waren offenbar zu Missionaren geboren, bereit zu verschwinden, wenn unsere Erdenaufgabe erfüllt wäre.“ – so das Fazit von Königin Elisabeth von Rumänien über ihr Schicksal an der Seite ihres Gemahls König Carol I. von Rumänien auf dem rumänischen Thron.

Die Idee einer Mission durchzieht wie ein roter Faden das gesamte Leben der aus der rheinischen Grafschaft Wied stammenden und als erste Königin von Rumänien und Schriftstellerin Carmen Sylva weltweit bekannt gewordenen Prinzessin Elisabeth zu Wied (1843-1916). Dabei spielten die jeweilige Situation (der Verlust der Tochter 1874 und die weitere Kinderlosigkeit, das freundschaftliche und politische Umfeld der Königin in einzelnen Lebensphasen, das dreijährige Exil der Königin von 1891 bis 1894, das sie vorwiegend in Segenhaus bei Neuwied verbrachte, und ihre Rückkehr auf den rumänischen Thron 1894) eine entscheidende Rolle, wie sie ihre Mission an der Seite König Carols I. von Rumänien einschätzte und wie sie mit den eigenen Erwartungen und denen der anderen an ihre Rolle umging.

Eintritt: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

Die Besucher des Vortrages haben auch die Möglichkeit, die Carmen Sylva-Ausstellung im Roentgen-Museum zu besichtigen.

Carmen Sylva litt unter ihrer Kinderlosigkeit.Foto: Privat

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