Proklamation von Udo I. und Sonja II.
Ollheim/Heimerzheim. „Nach so einer langen Pause müssen wir Karnevalisten erst wieder in Schwung kommen“, zeigte sich Manfred Lütz, der Präsident der Großen Heimerzheimer Karnevalsgesellschaft (GroHeiKa), anfangs noch skeptisch bezüglich der Feierlaune der Jecken, die zur Sessionseröffnung in den ausverkauften Dorfsaal nach Ollheim gekommen waren. Doch schon nach wenigen Minuten war klar: „Wenn et Trömmelche jeit, dann stonn se all parat!“
Schließlich waren die Swisttaler Karnevalsfreunde richtig ausgehungert nach Frohsinn und guter Laune, nachdem die vergangene Session aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen und dann auch noch die Flutkatastrophe in Heimerzheim hinzugekommen war. Sie wurden nicht enttäuscht, denn das neue Heimerzheimer Prinzenpaar Udo I. und Sonja II. (Ellmer) riss alle mit ihrer ansteckenden guten Laune von ihren Sitzen und hatte auch noch das zur aktuellen Situation passende Motto parat: „Zosamme jonn, zosamme stonn, zosamme fiere, zosamme danze, laache un jet amüsiere. Bess Du dabei, dann hoack dich in, so löft dat he in Hemezem.“
„Magischer Fußglitzer“ und „Goldene Fußbutter“ als Erinnerung
Unter dem donnernden Jubel der närrischen Untertanen proklamierte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und KG-Präsident Manfred Lütz das neue „Prinzenpaar in langer Lauerstellung“, denn schon vor drei Jahren hatten sie ihr Interesse signalisiert. Ihre Eignung als Herrscher über die Narrenschar habe das Prinzenpaar bereits vorab unter Beweis gestellt mit einem legendären Fußmarsch nach Köln, gemeinsam mit ihren Adjutanten und Freunden. Zur Erinnerung daran schenkte die Bürgermeisterin der Prinzessin „magischen Fußglitzer“ und dem Prinzen „goldene Fußbutter“.
Seit frühester Kindheit sind beide im Karneval aktiv und – wie sollte es anders sein - haben sie sich doch vor exakt 22 Jahren am Rosenmontag in der Gaststätte „Klosterstuben“ in Heimerzheim kennengelernt. Brauchtum und Karneval werden in ihrer Familie, zu der auch die beiden Kinder Maximilian (18) und Johanna (15) zählen, großgeschrieben. Mit dem Stammtisch „Swistfreunde F-600“ bereichert das Prinzenpaar schon seit vielen Jahren den Heimerzheimer Rosenmontagszug. Und da sie jede Menge Zeit hatten, sich auf ihr neues Amt vorzubereiten, beglücken sie das Publikum auch gleich mit einer der besten Antrittsreden, die jemals auf einer Karnevalsbühne gehalten wurden. Doch damit nicht genug, stimmten sie gleich darauf auch noch ihr Sessionslied „Zosamme jonn, zosamme stonn, zosamme fiere“ an, das sie selbst zusammen mit Adjutanten Susanne Weiler gedichtet und gemeinsam mit ihrem Freund Jörg Manhold komponiert hatten.
Von Kindesbeinen an karnevalsbegeistert
Prinz Udo I. (Ellmer) saß bereits im Grundschulalter als Mitglied des Kinderelferrates während der Kindersitzung auf der Bühne. Später war er Mitbegründer der Heimerzheimer „Fantasy-Group“ und organisierte als Literat über viele Jahre hinweg die legendären Hunnensitzungen. Beruflich arbeitet der Prinz als Informatiker bei Haribo und kümmert sich dort darum, dass die Goldbären immer rechtzeitig in den Regalen liegen. In seiner Freizeit frönt er der Kommunalpolitik als Ratsmitglied für die Grünen.
Prinzessin Sonja II. (Ellmer) ist ein echtes „Olleme Mädche“ und war vor 40 Jahren die allererste Kinderprinzessin bei den damals neu gegründeten Ollheimer Bubbelsbrödern. Sie war seither immer im Karneval aktiv, beispielsweise als Mitglied des Fanfarencorps und in den diversen Tanzgarden. Seit vielen Jahren bereichert die Prinzessin die Ollheimer Weibersitzung mit ihren Sketschen und Büttenreden. Beruflich arbeitet sie als Pfarramtssekretärin für die katholische Kirche in Heimerzheim.
Im Verlaufe des Abends ehrte der Präsident des Regionalverbandes Rhein-Sieg-Eifel im Bund Deutscher Karneval, Helmut Kessel, langjährige und verdiente Mitglieder der GroHeiKa. So wurde Arnold Schwark mit dem Verdienstorden des Festkomitees in Gold mit Brillanten ausgezeichnet für seine 50-jährige aktive Mitgliedschaft.
JOST
