Brexbachtalbahn e.V. als Teil der Verkehrswende im Klimabündnis Koblenz
Proteste und Feste zeigen den festen Willen zur Veränderung
Bendorf/Kreis Westerwald. Der 15. September 2023 war ein besonderer Tag nicht nur in Koblenz: weltweiter Klimastreik, Tag der Schiene in Deutschland und Klimatag des neuen Klimabündnisses „Koblenzero“, ein Zusammenschluss von Gruppierungen, Vereinen, Umweltverbänden und Institutionen mit derzeit 21 Mitgliedern, zu dem sich auch der Verein die Brexbachtalbahn e.V zählt. Sie alle eint die Sorge um die Zukunft unseres Planeten und verbindet der Wille zum Wandel.
Mit kreativen, bunten, inhaltlichen und strategischen Aktionen, persönlichem Engagement, Informationen und Kampagnen wird das Bündnis öffentlich und strategisch den Forderungen zu mehr und konkreten Maßnahmen zum Klimaschutz Nachdruck verleihen, damit die gesetzlichen Klimaziele endlich eingehalten werden. Die wurden bereits im „Integrierten Klimaschutzkonzept“ des Landkreis Mayen-Koblenz im Jahr 2015 analysiert und beschrieben.
Daran finanziell beteiligt hat sich auch die Stadt Bendorf. Laut der damaligen Analyse verursachte der Straßenverkehr in Bendorf CO2-Emissionen in Höhe von ca. 50.800 t/Jahr, davon alleine der PKW-und LKW-Verkehr 39.000 t, der ÖPNV dagegen nur 800 t.
Seitdem sind die Emissionen nicht gesunken, sondern ständig gestiegen. Ein Grund dafür ist die politische Blockade, sich aktiv um die Reaktivierung der wichtigen Verbindungsbahn vom Rhein in den Wirtschaftsraum Westerwald zu bemühen. Der Krieg in der Ukraine verursacht aktuell einen hohen Mehrbedarf von Ton und damit Transportkapazitäten nach Italien.
Da die Brexbachtalbahn als leistungsstarke Bahninfrastruktur aber immer noch nicht genutzt werden kann, wird der Ton mit wöchentlich Hunderten von LKW-Fahrten durch die Dörfer an dem Rhein gefahren. Das gilt auch für das Holtz, das im Westerwald wegen des Klimawandels zu Millionen Tonnen vertrocknet und abtransportiert werden muss. Auch der ÖPNV wird ausgebremst, denn eine vom Zweckverband beauftragte Studie zum ÖPNV prognostiziert auf der Schiene täglich bis zu 2.500 Fahrgäste, die mit modernen Elektrotriebwagen, wie sie aktuell im Westerwald durch die Firma SIEMENS getestet werden, C02-frei reisen könnten. Statt dessen bleibt der Westerwald für alle Pendler in den Ballungsraum Koblenz per Bahn weiterhin unerreichbar und stehen im Stau. Der Verkehr auf den Straßen nimmt seit Jahren zu statt ab und damit auch die Emissionen samt Feinstaub. Es sind aber grade Kommunen wie Bendorf oder Ransbach aufgefordert, für den Verkehr im ländlichen Raum zukunftsweisende Lösungen mit eine auf stärker Nachhaltigkeit ausgerichtete Mobilität zu sorgen. Eine vorhandene Bahnstrecke wäre eine gute Gelegenheit, aktiv auf die zukünftige Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung vor Ort einzuwirken und gleichzeitig den ländlichen Wirtschafts-und Wohnstandort qualitativ zu stärken.
Das tun immerhin die aktiven Mitglieder des Vereins. VW steht bei ihnen nicht mehr für eine Automarke, sondern für Verkehrswende. Dafür arbeiten sie zurzeit nahezu täglich mit dem festen Willen, den Teilabschnitt Grenzau-Siershahn möglichst zügig für den Personenverkehr auf der Schiene wieder in Betrieb nehmen zu können. Selbst vor schwerer körperlicher Arbeit am Gleiskörper haben sie dabei keine Schwellenangst. Mit gutem Beispiel voranzugehen, ist nicht nur der beste Weg, andere zu beeinflussen, es ist der einzige. Das wusste schon Albert Schweitzer.
