Prozession zur Kottenborner Kapelle bei Wershofen
Wershofen. Es ist ein schöner Brauch in Wershofen, dass zum Fest Christi Himmelfahrt eine Prozession von der Wershofener Pfarrkirche St. Vincentius zum Kottenborner Heiligenhäuschen zieht. Messdiener mit Vortragekreuz und Fahnen vorneweg, eine Abordnung der „Wershofener Musikanten“ zur musikalischen Begleitung und Dutzende Prozessionsteilnehmer ziehen von der Pfarrkirche durch den Ort, über die Felder, im Gebet und mit Gesang, begleitet von Pfarrer Dr. Rainer Justen, zum Heiligenhäuschen. Bereits im Jahre 1634 wurde an dieser Stelle ein Kreuz erwähnt, im Jahre 1892 dann eine Kapelle erbaut. Im Inneren der Kapelle befinden sich Abbildungen von Heiligen, die in der Landwirtschaft besondere Verehrung genießen. Es sind dies die heilige Brigitta, mit einer Kuh abgebildet, und der heilige Donatus.
Entsetzen und Empörung machte sich erneut bemerkbar: Vor mehreren Wochen hatten Unholde das Kupferdach der Kapelle auf einer Seite abgebaut und entwendet, hierbei weitere Schäden verursacht. Die Täter sind noch nicht ermittelt, „Dafür kommen sie in die Hölle“, meinte eine ältere Prozessionsteilnehmerin, grimmig dreinschauend.
Der Schaden soll alsbald wieder fachmännisch beseitigt werden, Spenden von Privatleuten und der Banken sind für die kostspielige Reparatur hilfreich.
Der Überlieferung zufolge soll eine verhagelte Ernte, anderen Quellen zufolge eine Viehseuche Anlass der alljährlichen Bittprozession bilden. Die Kapelle befindet sich seit vielen Jahren in Privatbesitz mehrerer Familien. Aufwändige Sanierungsarbeiten verhalfen dem kleinen Gotteshaus vor Jahren wieder zu neuem Glanz. Regelmäßig werden kleine Reparaturen durchgeführt, werden die Substanz und das Umfeld sorgfältig gepflegt. Die Kapelle hat ihren Platz als ein kleines, aber höchst vorweisbares Bauwerk von historischer Bedeutung gefunden.
Die Spitze des auf dem Dach befindlichen Kreuzes soll exakt 500 m über Meeresspiegel (NN) liegen, dies hat man bei den Renovierungsarbeiten so eingerichtet. Wanderer genießen den herrlichen Fernblick von der Kapelle, über Felder und Wälder, auch auf den imposanten Aremberg. Bei klaren Wetterverhältnissen soll sogar der Petersberg bei Königswinter in der Ferne sichtbar sein. Für viele Besucher ist die idyllische Lage auf ihren Wanderungen auch eine willkommene Stätte der Besinnung.
Im Anschluss feierten die Einwohner und zahlreiche Gäste, auch Gruppen auf Vatertags-Tour, am Feuerwehrhaus. Wie schon in den Vorjahren erfreute die Blasmusikervereinigung „Eifelgold“ mit Stimmungsmusik. Die Formation setzt sich aus Musikern verschiedener Vereine zusammen, die sich fetziger Blasmusik auf hohem Niveau verschrieben haben.
Bis zum frühen Abend dauerte der Vatertag, erwiesen sich die Wershofener als gute Gastgeber. Und mancher Besucher nutzte auch die Gelegenheit zum Stöbern im Flohmarkt, auch dies ein attraktives Vergnügen. WD
Die in Privatbesitz befindliche Kapelle. Foto: Werner Dreschers Tannenweg 6 535
