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Ilse Wegmann und Sibel Akkulak-Dosch im Künstlerforum Remagen

REGIONALE 4: Mutig und verstörend

Aufmerksame Betrachter*innen braucht es beim Besuch der Regionale 4, die noch bis Sonntag, 20. Oktober in der Villa Heros zu sehen ist

15.10.2019 - 16:29

Remagen. Gleich im ersten Raum links zeigt die Künstlerin Ilse Wegmann unter dem Titel „Schöner „Wohnen“ ein raumgreifendes, begehbares Arrangement geweißter Kartons aus Wellpappe. Ob es sich bei dieser Installation um die Thematisierung ungleicher Wohnverhältnisse, Armut in Folge von Gentrifizierung oder um eine Anspielung auf das Entsorgungsproblem von Verpackungen handelt, müssen Besucher*innen selbst für sich herausfinden.

Mit Sicherheit gibt es noch weit mehr Deutungen, die hier im Kopf des Betrachters aufkommen, denn auch die aus Milchkartons hergestellten „Speier“, welche zu beiden Seiten von „Schöner Wohnen“ stumm ihre Mäuler öffnen, geben hier keine unmittelbare Antwort. Im Kopfraum der Ausstellung trifft man auf eine ganze Batterie „enthäuteter“ Milchtüten im Tetrapak-Format. In Reih und Glied stehen diese auf einfachen Werktischen – ein Arrangement, das an ein Fließband (und damit an ihre einstige Entstehung) erinnern könnte.

Doch der Titel „Nackt-Paks“ eröffnet eine tiefere Ebene: Ihrer Außenhülle beraubt sind diese nun nackt und völlig schutzlos den Blicken des Betrachters ausgesetzt. Die ehemals glanzvolle, verkaufsfördernde Oberfläche ist verschwunden. Jetzt lassen sie ihre wahres, erbärmliches Innere erkennen und wirken plötzlich genauso verletzlich wie banal. „Karton aus verantwortungsvollen Quellen“ war einst auf ihrer Hülle zu lesen. „Allerdings gibt es in der Getränke-Verpackungs-Industrie auch Hierarchien“, lässt Ilse Wegmann wissen. Und weiter: „Seziert und entblößt sind sie jedoch ganz nackt und damit alle gleich.“


Sibel Akkulak-Dosch


Im Eingangsbereich präsentiert die türkisch-stämmige Künstlerin eine 2-Kanal-Videoarbeit unter dem Titel „Zyklus 1 / Zyklus 2“: In kurzen Endlos-Schleifen sieht man eine weibliche Hand, die ein lebendes Küken hält, während Perlen von einer zerrissenen Perlenkette auf das Küken herab prasseln.

Beide Videos sind in Zeitlupe gedreht und zeigen den Ablauf der Bilder auch rückwärts.

Im Video „Helin“ geht es um um eine Frau, die in ihrer körperlichen und seelischen Integrität tiefgreifend verletzt wurde; der es jedoch gelingt, einen neuen Zugang zu sich, ihrem Trauma und ihrem Körper zu finden: In ruhigen Einstellungen ist eine Frau in der Badewanne zu sehen. Sie zeichnet, schüttet zwischendurch heißes Wasser nach, nippt aus einem Weinglas. Nach einer Weile steigt sie aus dem Bad und erstellt eine Zeichnung mit einer lebensgroßen Figur: ein Mensch in gekrümmter Haltung. Dann beginnt sie, die Zeichnung aus zu schneiden ...

Ihre Video-Arbeit „Rucksack“ thematisiert die Einsamkeit, Sehnsucht und Hoffnung eines jungen Migranten, der in seinem „neuen Leben“ in einem Bestattungshaus arbeitet. Während sein Chef einmal außer Haus ist, scheint den jungen Mann das Heimweh zu ergreifen. Er macht sich an einem Sarg zu schaffen …

Außerdem präsentiert Akkulak-Dosch eine Reihe von Zeichnungen in Mischtechnik, in deren Zentrum die Themen Tod, Leben, Bewegung, Fremdsein und Widerstand stehen. Ihre Figuren wirken wie fliegende Objekte aus einer Fabelwelt: wild, ästhetisch, fließend, in einander greifend, unberechenbar und expressiv.

Die vierte REGIONALE des Künstlerforums Remagen ist noch bis einschließlich Sonntag, 20. Oktober samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen.

Weitere Informationen unter: www.kueforemagen.de.

Ausstellung: bis Sonntag, 20. Oktober (Finissage ab 15 Uhr), Ort: Künstlerforum Remagen, Kirchstr. 3, 53424 Remagen, Öffnungszeiten Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr. Kontakt: Künstlerforum Remagen e.V., Kirchstraße 3, 53424 Remagen, www.kuefo-remagen.de, neue E-Mail-Adresse: kontakt@kuefo-remagen.

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Kommentare
Jean Seligmann:
Das zwanghafte und angestrengte Bemühen, die AfD zu diskreditieren, produziert Widerspruch und Lächerlichkeit am laufenden Band.
Siegfried Kowallek:
Beim Komplex AfD, Spenden und Geheimnistuerei denke ich eher an die verdeckten Zahlungen von rund 132.000 Euro an die AfD-Politikerin Alice Weidel, bei denen die Bundestagsverwaltung wegen möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz Sanktionen gegen diese Partei prüft. Es stehen Strafzahlungen in dreifacher Höhe der Spenden aus der Schweiz im Raum, also rund 396.000 Euro. Jetzt will aber die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen für einen guten Zweck spenden, was auf jeden Fall sympathisch ist im Gegensatz zu einer verdeckten Entgegennahme großer Spenden von jemandem, der etwas zu verbergen hat. Der angekündigte Verzicht auf eine medienöffentliche Bekanntgabe von Empfängern dieser Spenden befremdet mich jedoch aus zwei Gründen. Zum einen wirkt das heimliche Spenden an gemeinnützige Vereine oder Organisationen dadurch vergleichbar anrüchig wie etwa ein heimlicher Bordellbesuch, den man auch nur dann selbst öffentlich macht, wenn man erfolgreicher Kommunalpolitiker in Ochtendung ist. Zum anderen überzeugt die Begründung nicht, in der Vergangenheit sei vielerorts Druck auf Organisationen ausgeübt worden, die von der AfD eine Spende angenommen hätten. Wäre das der Fall gewesen, hätte diese Partei das doch auf jeden Fall laut und heftig angeprangert. Dieses Liebäugeln mit einem Opfermodus erinnert an den bisherigen geheimnistuerischen Umgang der AfD mit ihren Freitagsveranstaltungen im Kreis, deren Veranstaltungsort man nur auf Nachfrage mitgeteilt bekam. Dabei weiß nicht nur ich, in welcher Neuwieder Gaststätte diese Veranstaltungen stattfanden. Zudem stand deren Name sogar in einem ausgewogenen Artikel über eine AfD-Freitagsveranstaltung. Und als ich die letzte Veranstaltung dieser Partei vor den Corona-Einschränkungen in Oberbieber zum Thema „Wald und Wild“ besuchte, sah ich dort keinen einzigen Gegendemonstranten, obwohl die Partei den Veranstaltungsort zuvor sogar hinreichend öffentlich bekanntgegeben hatte. Siegfried Kowallek, Neuwied
S. Schmidt:
Das ganze Geschäftsmodell um einen „unnatürlichen“ Klimawandel beruht auf Modellberechnungen und den Verlautbarungen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Nun hat die „University of Michigan“ in einer Pressemeldung vom 30.04.2020 die Katze aus dem Sack gelassen: Etliche der IPCC-Klimamodelle prognostizieren eine unrealistisch hohe Erwärmung für die Zukunft! Wie die „Berechnungen“ für die zu erwartenden „Corona-Opfer“ (es wurden bis zu 560.000 Tote prognostiziert), vollkommen falsch!
Heinrich Heine:
Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.
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