Equipe würdigt „Radsportmonument“ im Garten

Radsportverein schuf ein einzigartiges Kunstwerk

Radsportverein schuf
ein einzigartiges Kunstwerk

Radsportler der Equipe EuroDeK würdigten das einzigartige „Radsportmonument“ im Garten von Jochen Wennrich. Foto: privat

24.09.2021 - 16:23

Montabaur/Nassau. Das Rennen Paris-Roubaix ist ein Klassiker, Eddy Merckx eine Legende und der Mont Ventoux ein Mythos des Radsports. Jetzt hat die Region Westerwald/Rhein-Lahn zumindest ein kleines Radsportmonument zu bieten, das landesweit einmalig sein dürfte: in mühevoller Detailarbeit und unendlich vielen Stunden wurden abgestorbene Bäume zu einem bunten „Radsportwald“.


Verantwortlich für diese ungewöhnliche Idee ist Jochen Wennrich als langjähriger Aktiver der Equipe EuroDeK (bis Mai 2021 Equipe France) in der RSG Montabaur und dem RSV Oranien Nassau. „Der Borkenkäfer war schuld, er hat meine Tannenhecke zerstört und da der Start der Tour de France in 2020 bevorstand, kam mir diese verrückte Idee“, so der Radsportveteran aus Hömberg zwischen Nassau und Welschneudorf. Schnell waren bei den abgestorbenen Bäumen die Äste entfernt, die Bäume entrindet und nach dem Feinschliff mit Schmirgelpapier wurden alle grundiert und zweimal mit leuchtender Farbe gestrichen.

Dabei sind in unendlich vielen Stunden m letzten Jahr zunächst 11 kleine Kunstwerke entstanden, wurden die Bäume doch in den Farben der Wertungstrikots des wichtigsten Radrennens der Welt, der Tour de France, gestaltet. Jede Tanne symbolisiert jetzt ein Trikot der „Tour“. Besonders wichtig dabei natürlich der gelbe Baum, in dem leicht das „gelbe Trikot“ zu erkennen ist, das der Führende in der Gesamtwertung tragen darf. Es folgten die Trikots für den besten Nachwuchsfahrer (weis), das Bergtrikot (rote Punkte) und des Sprinterkönigs (grün).

Doch die „Kunst am Baum“ wie der frühere Ingenieur (und bekennende Nichtkünstler) Wennrich sein Werk nennt, war noch nicht vollendet: um 11 weitere abgestorbene Tannen wurde sein „Radsportmonument“ in diesem Jahr erweitert. So deutet beispielsweise jetzt das rosafarbene Trikot auf den Giro d ´Italia hin. Neu sind auch das regenbogenfarbene Shirt des Weltmeisters und auch der Deutsche Meister wird angemessen gewürdigt. Klar, dass nun auch die Farben seines Heimatvereins RSV zu sehen sind, dessen Vorsitzender er noch ist.

Als einer der beiden „Alterspräsidenten“ der traditionsreichen Equipe EuroDeK lud Jochen Wennrich jetzt seine Radsportfreunde in seinen bunten Garten ein, um das vor wenigen Tagen vollendete Werk zu besichtigen. Die Farbe des zuletzt gestalteten Baumes war gerade erst getrocknet. Die Gäste waren begeistert und sein Mitalterspräsident Herbert Thome aus MT-Bladernheim meinte nur: „Du hast mit sehr viel Begeisterung und Arbeit ein einzigartiges Radsportmonument in der Region geschaffen“. Darauf durften dann alle Radler mit einem kühlen Bier anstoßen.

Der Besuch im Hömberger „Radsportgarten“ war Teil der monatlichen Samstagsausfahrt der Equipe mit anschließendem Radler-Stammtisch. Dabei wurden die Vorhaben für 2022 geplant, u.a. eine „Demokratierundfahrt“ in die Bundesstadt Bonn und mit Unterstützung der vier Sponsoren eine die Partnerstädte von Nassau und Montabaur in der Bretagne und Burgund verbindende deutsch-französische Partnerschaftstour. Bei der nächsten Ausfährt mit anschließendem Stammtisch am 9.10. sollen die Planungen fortgesetzt werden. Info dazu und zur Equipe gerne unter uli@kleinkunst-mon-tabor.de.

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Kommentare
Klaus Rinke:
Sehr guter erster Schritt für die Betroffenen.Und der Vorschreiben oben ......nur Rummotzen sonst nichts?Anstatt das zu Unterstützen erstmal nieder machen.Lachhaft so etwas.Es wird etwas Gutes Geschaffen und nur das zählt....
J.Thul:
Ich kann dem G. Friedrich zustimmen , das sind mehr Fertig- Garagen als was zum wohnen ! Da könnte man sich mehr einfallen Lassen ! Da wird man wirklich depressiv drin ! Ist ok für Bauarbeiter auf Großbaustelle in Afrika , aber nicht für die Senioren im Ahrtal..........
Manfred Jackl:
Was soll bitte der Negative Kommentar Hr/Fr Friedrich? Waren sie schon vor Ort und haben Sie es in Augenschein genommen? Anstatt dieses Engagement zu würdigen, fällt Ihnen nichts besseres ein, als es mies zu machen! Ich freue mich für die Senioren, dass diesen eine solche Möglichkeit geboten wird....
juergen mueller:
Ich bin auch dafür, dass unsere Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät, eine Vergangenheit u. deren Vergessen, an die wir wohl ein Leben lang immer wieder erinnert werden u. mit uns Generationen. Doch das sollte Grenzen haben, da es, wie andere Geschehnisse, zur deutschen Geschichte gehört, wie...
A.Hoffmann:
Ergreifende Bilder aber der Bildanzeige hätte man eine Funktion zum ausblenden hinzufügen müssen...
 
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