Rainer Schultheis und Familie zu Besuch in Mendig
Rainer Schultheis auf den Spuren seines Urgroßvaters
Mendig. Einen umfassenden Eindruck, unter welch‘ schwierigen Umständen seine Vorfahren Bier gebraut haben, konnte jetzt Rainer Schultheis mit Gattin und Familie auf der Mendiger Museumsmeile gewinnen. Nach Besichtigung des Hofes Michels, dem Standort der ehem. Brauerei der Brüdergemeine (1842 bis 1911) ging es unter der Begleitung von VHS-Bierdozent Siggi Schüngel zum ehemaligen Brauereigebäude von Schultheis, heute Restaurator Stefan Retterath.
Hier erwarb ein Hermann Josef Schultheis aus Weißenthurm 1861 dieses Grundstück von Friedrich von Brewer, die sogenannte Teufelslay, und errichtete neben seinem Weißenthurmer Betrieb hier eine zweite Brauerei mit Mälzerei. Er nutzte dabei bis 1888 die vorhandenen Basaltlava-Keller zur Lagerung seiner untergärigen Biere. Als Kühlmaschinen ab 1878 immer mehr in Einsatz kamen, übergab der Urgrossvater als Gründer zwei Jahre vor seinem Tod beide Braustätten an seine drei Söhne, die den Mendiger Betrieb 1918 an ein Malz- und Trockenwerk Heil und Vollmann, die dort auf den Mälzereianlagen Obst und Gemüse trockneten, verkauften, um sich voll ihren Standorten in Weißenthurm und Koblenz zu kümmern.
Heinz Lempertz dankte als Betreiber des privaten Bier- und Steinmetzmuseums auf der Museumsmeile Herrn Rainer Schultheis, seiner Gattin und der mitgereisten Familie inclusive aller Enkel bei einem kleinen aber sehr persönlichen Empfang für den sicherlich historischen Besuch des Urenkels, der 1963 das Erbe angetreten hat, und überreichte als Geschenk eine Kopie einer Tonbandaufnahme des SWR aus 1975 zum Thema „Mendig und seine größten historischen Brauereien“.
Heinz Lempertz
