Allgemeine Berichte | 15.03.2022, 14:02 Uhr

Rheinbacher Schuhmachermeister unterstützt den Kölner Zoo

Ralf Rang sammelt Handys zum Schutz der Affen

Ralf Rang präsentiert seine bis jetzt gesammelten Handys.  Foto: Privat
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Rheinbach. Seit dem Frühjahr 2009 sammelt der Kölner Zoo Althandys, zum Schutz der Bonobos und Gorillas in der Demokratischen Republik Kongo. Im Zuge dieses Projektes sind schon zahlreiche Handys bei dem Zoo eingegangen. Auch der aus Rheinbach stammende Ralf Rang unterstützt das Projekt und sammelt seit über anderthalb Monaten fleißig Handys. Aufmerksam auf die Aktion wurde der Schuhmachermeister durch einen Bericht, der sich mit der Thematik beschäftigte, dass überall wertvolle Materialien liegen bleiben. Alleine in Deutschland befinden sich über zwei Millionen Handys in Haushalten, die nicht mehr genutzt werden (Stand März 2021) „Mir wurde bewusst, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, diese Ressourcen zu reaktivieren und Rohstoffe wie das begehrte Coltan wiederzuverwenden“, berichtet Ralf Rang. Daraufhin hat er sich auf die Suche nach einer seriösen Anlaufstelle gemacht, an die er gesammelte Alt-Handys spenden kann.

Viele Menschen löschen aus unterschiedlichsten Gründen ihre Daten nicht von den Handys, sei es weil sie keinen Zugriff mehr darauf haben oder weil sie es einfach vergessen. Der Schuhmachermeister wollte sicher sein, dass mit den Daten auf den Handys nichts passiert. „Der Zoos garantiert, dass mit den Daten sensibel umgegangen wird. Alles wird gelöscht, ohne dass persönliche Informationen weitertransportiert werden. Das war mir sehr wichtig“, erklärt der Rheinbacher. Und so stieß er auf das folgende Projekt des Kölner Zoos und baute per Mail den Kontakt auf.

Der einzige und natürliche Lebensraum der Bonobos und Gorillas befindet sich in der Demokratischen Republik Kongo und wird von Zeit zu Zeit durch Minen geschmälert. In diesen wird das Erz Coltan abgebaut, was sich auch in Handys wiederfinden lässt. Der Zoo sammelt die Handys und recycelt diese, sodass das Coltan wiederverwendet werden kann, wodurch der Druck auf die Minen vermindert wird, und nicht noch mehr Regenwald abgeholzt werden muss. Für die Handys erhält der Kölner Zoo eine Gutschrift. Mit diesem Geld wird das seit 2012 bestehende Partnerprojekt „Mbeli Bai“ im Kongo unterstützt. Mbeli Bai ist ein wesentlicher Lebensraum der Gorillas, in dem diese beobachtet und erforscht werden. Aus den gesammelten Erkenntnissen kann dann eine effektive Schutzmaßnahme für den Erhalt der Affen entwickelt werden. Außerdem unterstützt der Kölner Zoo die Naturschutzorganisation „Bonobo Alive“, die sich für den Schutz vor Wilderern einsetzt, die das Fleisch der Menschenaffen verkaufen.

Nun versucht der Schuhmachermeister mit allen Mittel auf seine Initiative aufmerksam zu machen: „Ich versuche, meine Aktion durch Facebook, die Zeitung und Flyer zu verbreiten. Die Flyer verteile ich hier auf den Straßen und hänge sie in Geschäften wie Handyshops aus. So sammeln sich einige Handys bei mir.“ Bis jetzt hat der Rheinbacher schon zwischen 35 und 40 Handys gesammelt, wovon er fünf Geräte selbst beisteuerte. Sein Ziel ist es, in den nächsten zwei bis drei Monaten so viele Altgeräte wie nur möglich zu sammeln: „Wenn ich über 100 Stück zusammen bekomme, werden ich die Handys wahrscheinlich persönlich im Zoo übergeben.“

Alte Handys können bei dem Schuhmachermeister Ralf Rang, Hauptstraße 50 in Rheinbach abgegeben werden, der sich über jedes Handy freut, um seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Artenschutz zu leisten: „Durch meine Unterstützung des Projektes bleiben Ressourcen nicht unbenutzt zuhause rumliegen. Wenn jeder seine alten Geräte abgegeben würden, müsste nicht so viel Urwald nieder gemacht werden, um Coltan abzubauen.“

Nina Legler

Ralf Rang präsentiert seine bis jetzt gesammelten Handys. Foto: Privat

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