Allgemeine Berichte | 22.08.2015

3500 Kilometer im Zeichen von Spaß und dem guten Zweck

Rallye „The European“ von München nach Lissabon

Acht Kreisstädter sind im September mit vier Autos dabei

Die Rallyeteilnehmer (auf den Autodächern) mit Peter, Michael und Ernst Kriechel (stehend v.l.), die als Sponsoren den guten Zweck der Veranstaltung unterstützen. Fotos: BÜN

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am Timmelsjoch zwischen Tirol und Südtirol könnte im September auf fast 2500 Metern schon Schnee liegen, in Spanien warten Hitze und harte Schotterpisten auf die Teams: Die Rallye „The European“ verlangt Menschen und Material bei ihrer zweiten Ausgabe einiges ab. Mit dabei sind gleich vier Fahrzeuge aus der Kreisstadt. „Ursprünglich wollten nur Markus Schüßler und ich starten“, berichtet Initiator und Teamchef Dietmar Brand. „Aber Mundpropaganda hat das Ihrige getan, und plötzlich waren aus einem vier Autos geworden“, lacht er. Zusammen mit bislang 35 anderen gemeldeten Teams starten sie am 12. September in München auf die achttägige Abenteuertour nach Lissabon.

Auf der 3500 km langen Strecke ausschließlich über Landstraßen und Feldwege werden insgesamt neun Staaten passiert: Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Monaco, Andorra, Spanien und Portugal. Teilnehmen kann jeder, sofern er ein Fahrzeug älter als 20 Jahre besitzt oder maximal 1500 Euro für den fahrbaren Untersatz bezahlt hat. Die acht Abenteuerlustigen aus Bad Neuenahr-Ahrweiler sind ausschließlich auf BMW unterwegs, die alle schon zwei Jahrzehnte auf dem Buckel haben: Dietmar Brand und Bastian Fuhs steuern einen 530i Touring (Baujahr 1994), Michael Baum und Ludger Haas einen 735i (1996), Markus Schüßler und Andreas Behrens einen 320i (1990) sowie Markus Persie mit Sohn Pascal einen 520i (1995). Als einziges der vier Autos ist das von Schüßler und Behrens übrigens ein Cabrio.

Rallyeerfahrene Teilnehmer

Unter den Teilnehmern aus der Kreisstadt besitzen einige – Mitarbeiter des Autohauses Baum aus Bad Neuenahr, Kfz-Meister (Schüßler) und TÜV-Ingenieur (Brand) – genug technischen Sachverstand, um zu erwartende Pannen bewältigen zu können. Außerdem haben letztere beiden wie auch Behrens bereits 2011 an einer ähnlichen Veranstaltung teilgenommen, der „Allgäu-Orient-Rallye“ von Oberstaufen nach Amman in Jordanien. Überdies haben alle Fahrzeuge neben dem notwendigen Bordwerkzeug, Benzinkanister und Ersatzreifen auch Funk an Bord. Denn die vier Teams möchten so weit wie möglich in Reichweite zusammen bleiben, um sich gegeneinander zu unterstützen und die Abende im offenen Gelände gemeinsam zu verbringen. Denn es kommt bei der Rallye nicht unbedingt nur auf Geschwindigkeit an. Sieger wird, wer die meisten Aufgaben aus dem mitgegebenen Fahrtenbuch erfüllt.

Die bestehen zuerst darin, den richtigen Weg zu finden. Denn die zu absolvierende Strecke ist den Teilnehmern vor Fahrtantritt unbekannt. Zum Ehrenkodex der Veranstaltung gehört, nur Karten und keine Navigationsgeräte oder GPS zu verwenden. Wählt man die richtige Route, passiert man die von Zeit zu Zeit aufgebauten Checkpoints des Veranstalters am Wegesrand und erhält Punkte. Außerdem muss eine tägliche Sonderausgabe gelöst werden. „Die kann zum Beispiel aus einem Elfmeterschießen gegen eine spanische Dorfmannschaft bestehen“, schmunzelt Brand. Überhaupt freut er sich auf „das Zusammenkommen mit fremden Menschen, sich mit Händen und Füßen durchzuwurschteln“. Auch reizt ihn „der Hauch Abenteuer, alte Gegenden in Europa neu zu entdecken, die man ansonsten wahrscheinlich als Tourist nie besuchen würde“. So werden landschaftliche Erlebnisse wie der Nationalpark Bardenas Reales in Nordspanien passiert. Aber auch in Metropolen wie Monaco und Madrid führt die Rallye. Die Abende aber dürften wohl abseits der Städte auf offenem Feld verbracht werden. Zelte und Campingausrüstung sind jedenfalls an Bord. „Wenn alles klappt, dann sitzen wir Acht abends bei einer Flasche Rotem vom Weingut Kriechel zusammen am Lagerfeuer“, freut sich Brand. Denn das Weingut aus Ahrweiler gehört neben Autohaus Baum und Fensterbau Fuhs aus Walporzheim zu den Hauptsponsoren der Kreisstadtteams. Man tritt sogar als „Team Vinolution (1 bis 4)“ an. Hintergrund ist die Veranstaltung Vinolution am 27. und 28. November im Weingut. Während die Party am Samstag innerhalb von zwölf Stunden ausverkauft war, sind für den erstmaligen Comedyabend zum Auftakt am Freitag noch Restkarten zu haben. Zu den Höhepunkten des Abends zählen die Auftritte von Weinkabarettist Ingo Conrads und dem A-Capella-Quintett Rondo Vocal wie natürlich auch das Flying Diner vom Restaurant Metzler’s.

Unterstützung auch für „Nachbar in Not“

Doch zurück zur Rallye. Die Sponsorengelder fließen nicht in die Finanzierung der Rallyeteilnahme, sondern in verschiedene Charity-Projekte. Denn zum Reglement gehört, dass jedes teilnehmende Auto mindestens 500 Euro als Spende aufbringt. Mindestens 2000 Euro wollen und müssen die acht Fahrer aus der Kreisstadt also zusammenbekommen – „mehr wäre schön“, so Brand. Die eine Hälfte des jeweiligen Spendenaufkommens pro Team geht in ein Projekt des Veranstalters, die andere in ein frei wählbares. Die Rallyepiloten aus Bad Neuenahr-Ahrweiler haben sich für „Nachbar in Not“ des Kreises entschieden (Spendenkonto unter www.kreis-ahrweiler.de – dort unter den Unterpunkten Bürgerservice, Soziales und Nachbar in Not). Als zu unterstützendes Projekt des Veranstalters hat das Team Vinolution „Die Arche Christliches Kinder- und Jugendwerk e.V.“ gewählt. Wer auch einen Beitrag für den guten Zweck der Rallye leisten möchte, kann dies ab sofort einfach, unbürokratisch und mit wenigen Klicks auf der Spendenseite des Teams tun: www.helpedia.de/spenden-aktionen/vinolution1. Ebenfalls online können Interessenten die täglich aktualisierten Erlebnisse der vier Rallyeteams auf der Facebookseite Vinolution Rallye Racing Team verfolgen. Schon vorher, nämlich beim Walporzheimer Winzerfestzug am Wochenende, lassen sich die vier rallyemäßig und kostenfrei vom Druckhaus Münster in Ahrweiler beklebten Fahrzeuge ein letztes Mal in Augenschein nehmen. Dann geht es schon bald auf die 3500 Kilometer lange Abenteuertour für den guten Zweck mit hoffentlich unfallfreiem und erfolgreichem Ausgang für die vier Ahrteams.

Gute Laune herrscht bei den Teilnehmern und dem Weingut Peter Kriechel vor dem Start der Rallye.

Gute Laune herrscht bei den Teilnehmern und dem Weingut Peter Kriechel vor dem Start der Rallye.

Die Rallyeteilnehmer (auf den Autodächern) mit Peter, Michael und Ernst Kriechel (stehend v.l.), die als Sponsoren den guten Zweck der Veranstaltung unterstützen. Fotos: BÜN

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Kommentare
22.08.201515:04 Uhr
Manuel Arlt

Da würde ich auch gerne Teilnehmen, wenn ich dann Zeit hätte.
Beisteuern könnte ich einen braven 1802 BMW .-)

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