Feuerwehrgroßübung auf Burg Adendorf war ein voller Erfolg
Realistische Szenarien simulierten Ernstfall
Adendorf. Eine Feuerwehrgroßübung fand am zweiten Oktoberwochenende auf der Burg Adendorf statt. Beteiligt waren die Freiwilligen Wachtberger Feuerwehren aus Adendorf, Fritzdorf, Arzdorf, Berkum und Villip sowie ein Einsatztrupp aus Meckenheim mit dem dort vorhandenen Drehleiterfahrzeug und das DRK. Eine besondere Herausforderung stellte diese Großübung dar, weil die lokalen Gegebenheiten der Burg Adendorf viele Schwierigkeiten widerspiegeln, die in der Realität an jedem Ort auftreten können.
Rund ein Vierteljahr Vorbereitung mit mehreren Ortsterminen hatten die Feuerwehren nach Aussage des stellvertretenden Leiters der Feuerwehr Wachtberg, Markus von Wirtz, in dieses Projekt gesteckt. Die Gelegenheit, in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Freiwilligen Feuerwehren und dem DRK, für das Maria Margaglio die Vorbereitungen mitgetragen hatte, eine solche Übung ausführen zu können, bietet sich nicht häufig.
Freiherr Georg von Loë und seine Gattin Gabriela Freifrau von Loë stellten ihr Areal gern zur Verfügung, denn für sie handelte es sich um eine Win-win-Situation. „Ein solches Szenario, wie es hier dargestellt wird, kann sich tatsächlich abspielen“, erklärte der Freiherr, denn in der bewohnten historischen Burg werden gelegentlich Filme gedreht, bei denen auch feuergefährliche Arbeiten auf dem Programm stehen. Dabei kommen viele Materialien zum Einsatz, die auch beim Szenario der Großübung als Voraussetzung gegeben waren.
Das Übungsszenario der Feuerwehr ging von der Situation aus, dass es bei Dreharbeiten für einen Film in der Remise der Burg zu einer Verpuffung gekommen sei, erklärte der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Wachtberg, Michael Ruck. Zwei Verletzte im stark verqualmten Erdgeschoss und einen Bewusstlosen in der ersten Etage gab es zu bergen. Das Einsatzgebiet der Feuerwehr umfasste quasi den gesamten Innenhof der Burg Adendorf, ebenso wie die Außenbereiche, wo weitere Einsatzfahrzeuge warteten.
Um 15.07 Uhr erfolgte die erste Alarmierung. Um die Bevölkerung nicht durch zu viele Sirenen zu beunruhigen, fuhren die Fahrzeuge der Feuerwehren und des DRK ohne Sirene an den Ort des Geschehens. So mühte sich rund zehn Minuten später das erste Fahrzeug per Maßarbeit durch die enge Toreinfahrt zum Einsatzort. Um 15.25 Uhr konnte Hans-Josef Merzenich die erste Erfolgsmeldung durchgeben: „Zwei verletzte Personen wurden an das DRK übergeben.“ Sie waren mit Rettungsdecken aus dem Erdgeschoss gerettet und sofort ärztlich versorgt worden. Aber der dritte Verletzte wurde noch in dem Gebäude gesucht.
Wegen der starken Rauchentwicklung waren drei Trupps mit je zwei Feuerwehrleuten, ausgestattet mit vollem Atemschutz mitsamt Pressatemluft, im Einsatz, um den dritten Verletzten zu bergen. Nachdem die dritte Person, dargestellt durch einen 80 Kilogramm schweren Dummy, im ersten Obergeschoss gefunden war, wurde es noch anspruchsvoller für die Wehrleute. Eine Bergung durch das Gebäude hindurch kam wegen der örtlichen Gegebenheiten und der starken Rauchentwicklung nicht infrage. Eine Bergung durch das Fenster schien schwierig, weil dasselbe entsprechend dem Baujahr der Burg sein Fenstersims in Kopfhöhe der Helfer hatte.
Keine andere Wahl
Da aber keine andere Wahl blieb, wurde sich für die Fensterrettung entschieden. So kam die Drehleiter aus Meckenheim zum Einsatz, die in Millimeterarbeit durch das enge Tor der Burg gelotst werden musste. Ein weiteres Rettungshindernis nach Positionierung der Leiter und des Fahrkorbs stellte das zu enge Fenster dar, durch das die Trage für die Bergung nicht passte. Ein neuer Versuch wurde mit einer schmaleren Schaufeltrage gestartet, sodass der Dummy nach einer guten Dreiviertelstunde aus der Fensteröffnung bugsiert werden konnte.
Zum Abschluss der Übung konnten alle Beteiligten zufrieden auf einen gelungenen Einsatz zurückblicken. Es habe in geringem Umfang Verbesserungspotenzial gegeben, aus dem es zu lernen gelte, berichtete von Wirtz. Dies sei auch Sinn einer solchen Übung. Insgesamt sei die Aktion jedoch erfolgreich verlaufen, alle seien sehr zufrieden. Es habe keine Schäden, Verletzte oder Tote bei den eigenen Leuten oder bei den zu rettenden Personen gegeben.
Im Nachgang der Großübung würden noch Besprechungen und eine umfassende Manöverkritik erfolgen, um die Abläufe bei künftigen, realen Einsätzen weiter zu optimieren. Auch der Hausherr zeigte sich zufrieden über den Verlauf der Übung, die seine Burg und andere Einsatzstellen, bei denen ähnliche Schwierigkeiten für die Rettungskräfte auftauchen, ein bisschen sicherer macht. Nach der gelungenen Übung und den Aufräumarbeiten gab es für alle Aktiven im Innenhof der Burg Kaffee und Kuchen im schönsten Sonnenschein.
Zwei Jungs aus der Jugendfeuerwehr mimten gekonnt die beiden Verletzten bei der Übung.
Die Rettung mit der Meckenheimer Drehleiter gestaltete sich wegen der örtlichen Gegebenheiten schwierig.
Wie bei einem echten Einsatz sind die Aktiven auf die ersten Informationen des Hausherrn, hier Freiherr von Loë, angewiesen, der eine möglichst genaue Einweisung gibt.
Der erste Verletzte wird kurz nach der Alarmierung mit einer Rettungsdecke aus dem verqualmten Bereich geborgen, um keine Zeit zu verlieren. Foto: Chris Weber
