BLICK aktuell im Interview mit der Kommunalen Kindertagesstätte RAMBAZAMBA
Regelmäßig erhalten die Erzieher Post mit Gemälden und Gebasteltem
Die Kindertagesstätten stehen bei einer Lockerung der Maßnahmen vor größten Herausforderungen
Lahnstein. Die Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz sind seit dem 17. März aufgrund der Corona-Infektionsgefahr geschlossen. Ohne eine große Vorankündigung wurde der Alltag von Erzieherinnen, Erziehern und Kindern von einem Tag auf den anderen über den Haufen geworfen und es galt, sich schnellstens auf die neue Situation einzustellen. Bisher gibt es noch keine Perspektiven, wann und unter welchen Bedingungen sie wieder geöffnet werden können.
Seit mittlerweile fast zwei Monaten sind die vertrauten Strukturen und Abläufe nicht mehr vorhanden und der Alltag von Kindern und Erziehern musste neu organisiert werden. Dies stellte alle Beteiligten vor große Herausforderungen: Kinder, Eltern und Erzieher. In der Zwischenzeit berichten die Medien immer wieder über die Belastungen, denen die Familien aktuell ausgesetzt sind durch den Spagat zwischen Home Office und Kinderbetreuung.
BLICK aktuell wollte einmal die andere Seite beleuchten und bat die Kommunalen Kindertagesstätte RAMBAZAMBA um ein schriftliches Interview.
BLICK aktuell: „Welche Änderungen gab es in Ihrem Alltag als Erzieher/in?“
Kommunale Kindertagesstätte RAMBAZAMBA: „Anfangs besuchten nach der Schließung keine Kinder die Tagesstätte, mit den Wochen wurden es einige wenige. Es gab Zeit für pädagogische Arbeit (Konzeptionserarbeitung, Dokumentation der Entwicklungsberichte und ein noch größeres Augenmerk auf die Hygiene.“
BLICK aktuell: „Halten Sie Kontakt zu den zuhause bleibenden Kindern und deren Familien? Wenn ja, auf welche Weise?“
Kommunale Kindertagesstätte RAMBAZAMBA: „Per E-Mail erhalten die Eltern regelmäßig Informationen aus der Kita. Die Kinder haben einen persönlichen Brief erhalten. Dort waren auch Bilder vom Außengelände im Anhang: ein kleiner Sandkasten wurde gebaut, der Zaun wurde durch einen Banner verschönert und das neue Hochbeet wurde aufgebaut und mit Erde befüllt. Außerdem haben die Kinder Portfolioblätter „Corona-Frei“ zum Ausfüllen per E-Mail erhalten und eine Schnitzeljagd wurde von den Erziehern ausgearbeitet. Regelmäßig erhalten die Erzieher Post im Briefkasten mit Gemälden und Gebasteltem. Auch E-Mails mit Bildern von den Kindern erreichen die Kita, werden ausgedruckt und in der Einrichtung aufgehangen. Entwicklungsgespräche werden in Kurzform über Telefon geführt. Kleine Besuche und Gespräche mit Abstand durch Spaziergänge der Familien, finden über den Zaun des Kindergartens statt.“
BLICK aktuell: „Viele Eltern beklagen, dass die Kinder unausgelastet seien und ihnen der Kontakt zu anderen Kindern fehlt. Wir würden Sie als Erzieher/in die Situation einschätzen? Haben Sie Tipps oder Ratschläge für die Eltern, wie diese ihren Kindern die Zeit etwas erleichtern können?“
Kommunale Kindertagesstätte RAMBAZAMBA: „In die Natur gehen ist eine Möglichkeit, den Wald als Entdeckungsort nutzen, sowie eigene Kindheitsspiele gemeinsam mit dem eigenen Kind neu entdecken oder wieder aufleben lassen. Die Eltern können sich vom eigenen Kind inspirieren lassen und die Welt mit seinen Augen sehen. Überdies kann man die Zeit mit der Familie genießen und Fahrrad fahren üben.“
BLICK aktuell: „Inwieweit halten Sie es für vorstellbar, dass die Hygiene- und Abstandsvorschriften im Kindergartenalltag integriert und eingehalten werden können, wenn die Kitas wieder öffnen dürfen?“
Kommunale Kindertagesstätte RAMBAZAMBA: „Wir können den Abstand in kleinen Räumen zu wahren und die jüngeren Kinder an die Hygienevorschriften heranzuführen, bzw. dass diese eingehalten werden (Niesen, Husten in Armbeuge).“
Ein Resümee der Kommunale Kindertagesstätte RAMBAZAMBA: „Wir hoffen, dass die Corona-Zeit trotz allem das Familienleben bereichert hat. Wir denken, dass einige Kinder eine neue Eingewöhnung brauchen, es aber auch genießen werden, wieder in Kontakt mit ihren Freunden zu kommen“
KBL
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