Allgemeine Berichte | 23.10.2018

Remagener Werkstattgespräch der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH)

Reger Erfahrungsaustausch über Situation der Flüchtlinge

Werner Rex (1. Vorsitzender der ÖFH, hinten links), daneben Dr. Laurent Borgmann (Rhein-Ahr-Campus, Gründer der Fahrradwerkstatt), vorne von links Abdullah Alako-zai (Student aus Afghanistan und Mitglied des Gründungsteams der Werkstatt), Gab-riele Weber (Verantwortliche des Projektes PFIFFIG) und Lothar Scheffel (ÖFH). privat

Remagen. An einem besonderen Ort fand das erste Werkstattgespräch der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH) statt. In den Räumen der Fahrradselbsthilfewerkstatt für geflüchtete Menschen, in denen normalerweise repariert und montiert wird, trafen sich auf Einladung der ÖFH Menschen, die sich in Remagen für Flüchtlinge engagieren, zu einem Erfahrungsaustausch.

Mit der Einladung hatte die ÖFH einen kleinen Bericht verschickt, in dem die Situation in Remagen dargestellt, Entwicklungen seit 2016 dargelegt und Perspektiven der Arbeit aufgezeigt werden. Werner Rex, 1. Vorsitzender der ÖFH, und Lothar Scheffel, Vorstandsmitglied der ÖFH mit dem Arbeitsschwerpunkt Remagen, freuten sich über 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Das sieht ja hier richtig nach professioneller Arbeit aus“, meinte ein Teilnehmer, der die Werkstatt zum ersten Mal besuchte.

Nach einer Vorstellungsrunde erzählte zuerst einmal Christoph Schmitz, Eigentümer des Hauses Grabenstraße 36, in dem die Werkstatt untergebracht ist, die lange und spannende Geschichte des Gebäudes. Sie beginnt mit dem Betrieb einer Schlachterei, führt über eine Ankerwickelei und Autoelektrikwerkstatt bis hin zum aktuellen Umbau. Vieles in der Werkstatt ist noch im Ursprungszustand, und das historische Firmenschild von „Brumbergs Rüd“ hat einen Ehrenplatz an einer Wand gefunden.

Neues Projekt PFIFFIG

Nach einem regen Austausch über die Situation der Flüchtlinge und der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Remagen stellten Gabriele Weber und Lothar Scheffel das neueste Projekt der ÖFH vor, das Projekt PFIFFIG. In Remagen wohnt eine größere Gruppe junger afrikanischer Männer, die in Deutschland als sogenannte UMAs (unbegleitete minderjährige Asylbewerber) angekommen sind. Ohne Unterstützung und oft abgeschnitten von Förder- und Integrationsmaßnahmen leben sie - mittlerweile volljährig geworden - hier. Sieben von ihnen konnten auf Initiative der ÖFH in Ausbildung vermittelt werden und erhalten nun eine intensive Begleitung. Auf die Bitte der beiden, die jungen Männer zum Beispiel durch Nachhilfe in Fächern der Berufsschule zu unterstützen, meldeten sich spontan drei Personen. Wer sich auch in diesem Bereich engagieren möchte: das Büro der ÖFH, Tel. (0 26 41) 3 02 95 55 nimmt Anrufe entgegen. Lothar Scheffel und Franz Rinsche stehenpersönlich in der Werkstatt (Grabenstraße 36, montags und mittwochs 14 bis 16.30 Uhr) bei Fragen zur Verfügung. Auch weiterhin sind die Kontakte zwischen Remagener Bürgerinnen und Bürgern und Flüchtlingen ausbaufähig. Viele Flüchtlinge würden sich über Besuche, Treffen und Gespräche sehr freuen. Dass damit die deutschen Sprachkenntnisse weiter gefördert werden, ist ein schöner Nebeneffekt.

Nächstes Treffen im Januar

Die ÖFH vermittelt auch solche Begegnungen. Viele Teilnehmer nutzten am Ende der Veranstaltung die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen. „Ich bin von dem, was die ÖFH in Remagen leistet, sehr beeindruckt,“ fasste Christine Wießmann (Mitglied des Rates der Stadt Remagen) ihre Eindrücke zusammen. Ein nächstes Treffen wird im Januar 2019 stattfinden. Dieses Mal in den Räumen der Schatzkammer Oberwinter, deren neues Organisationsteam an der Veranstaltung teilnahm.

In den nächsten Wochen werden Veranstaltungen zur Vorbereitung des Tages der Demokratie stattfinden. Unter anderem bietet die ÖFH einen Workshop mit der Remagener Künstlerin Annette Predeek an, der Ende Oktober starten wird.

Werner Rex (1. Vorsitzender der ÖFH, hinten links), daneben Dr. Laurent Borgmann (Rhein-Ahr-Campus, Gründer der Fahrradwerkstatt), vorne von links Abdullah Alako-zai (Student aus Afghanistan und Mitglied des Gründungsteams der Werkstatt), Gab-riele Weber (Verantwortliche des Projektes PFIFFIG) und Lothar Scheffel (ÖFH). Foto: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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