Oberstleutnant a. D. Bernd Müller bei den Ehemaligen im Deutschen Bundeswehrverband
Respekt und Anerkennung vermitteln
Vortrag zu Erfahrungen mit Migranten und Prävention von Straftaten
Meckenheim. Der Regionalbeauftragte der Gruppe der Ehemaligen im Deutschen Bundeswehrverband Oberstleutnant a. D. Hans-J. Unger freute sich, für den neuesten Vortrag mit Diskussion einen der Träger des Integrationspreises 2017 der Stadt Bonn, Oberstleutnant a. D. Bernd Müller, gewonnen zu haben.
19 Jahre Erfahrung in einer Bürgerinitiative
Er berichtete aus seinen Erfahrungen der letzten 19 Jahre im Rahmen einer Bürgerinitiative sowie über die Zusammenarbeit mit Migranten. Allgemein wird das, was der 69-jährige Offizier leistet, meist unter dem Begriff offene Jugendarbeit zusammengefasst. Sowohl an Werktagen als auch an den Wochenenden sucht er vorwiegend nachts das Gespräch mit jungen Männern mit als auch ohne Migrationshintergrund. Dadurch hat sich in den letzten Jahren ein intensives Vertrauensverhältnis gebildet.
Zeit nehmen und zuhören
„Das dauerte natürlich einige Jahre“ stellte Müller fest, und er nimmt sich immer wieder die Zeit, zuzuhören, wenn die jungen Männer aus ihrem Leben berichten. Besonders freut es ihn, dass viele junge Männer, zu denen er seit Jahren Kontakt hält, zu Vorbildern für die Kinder und Jugendlichen geworden sind. Aber auch das allgemeine Umfeld, saubere Hauseingänge, Klingelanlagen und Briefkästen der Wohnblocks sind wichtig, denn dies führt dazu, dass die Bewohner der Häuser zufrieden sind und sich in ihrem Umfeld wohl und sicher fühlen.
Besonderen Wert legt er darauf, dass vor allem die Kinder und Jugendlichen Medinghovens in einem graffiti- und vandalismusfreien Stadtteil aufwachsen. „Man darf die Wirkung nicht unterschätzen, die ein sauberes ordentliches Umfeld mit sich bringt“, so Müller. Je sauberer ein Stadtteil sei, desto weniger Straftaten würden verübt. Dazu gebe es genügend wissenschaftliche Untersuchungen, die diese Zusammenhänge bestätigten.
Aus polizeilicher Sicht unauffälliger Stadtteil
Medinghoven ist, auch aus polizeilicher Sicht ein völlig unauffälliger Stadtteil. Dieses Ziel erreichte Müller jedoch nur durch eine intensive Kooperation mit dem Rathaus Bonn-Hardtberg, der Stadtverwaltung Bonn, mit Bonnorange und den Stadträten Duisdorfs sowie diversen Wohnungsbaugesellschaften. Das Wichtigste ist jedoch, dass er vor allem den Migranten etwas vermittelt, was viele von ihnen hier lange vermisst haben: Respekt, Anerkennung und Ansehen. Er ist immer bereit, sich Sorgen und Nöte der Männer anzuhören und gegebenenfalls auch zu gemeinsamen Problemlösungen zu kommen.
Der Regionalbeauftragte der Gruppe der Ehemaligen im Deutschen Bundeswehrverband Oberstleutnant a. D. Hans-J. Unger überreichte nach der hoch interessanten und aktuellen Veranstaltung ein kleines Präsent und bedankte sich für die offene und breite Diskussion. Pressemit-
teilung Kameradschaft Ehemalige, Reservisten, Hinterbliebene des deutschen Bundeswehrverbandes
