Allgemeine Berichte | 06.09.2018

30 Jahre Mühlenmuseum in Bendorf-Sayn

Restauriertes Mühlendenkmal in historischem Gemäuer

Förderkreis Hein’s-Mühle feiert Jubiläum

Gemeinschaftsbild vor der Mühle zur 30-jährigen Jubiläumsfeier. GM

Bendorf-Sayn. Der Bendorfer Stadtteil Sayn ist kulturhistorisch ein sehr bedeutender Ort und wird in jedem Jahr von Touristen aus der ganzen Welt besucht. Hier sind eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, restaurierten Denkmälern und historischen Gebäuden beheimatet, die zusammen in dem Kulturpark Sayn vernetzt sind. Neben der allseits bekannten weltweit einzigartigen Sayner Hütte, dem Schloss, der Burg, der altehrwürdigen Abtei und anderen Kulturgütern gibt es mitten im Ort noch das Mühlenmuseum, eine voll funktionsfähige Getreidemühle. Die komplett eingerichtete Hein’s Mühle steht – über eine Brücke erreichbar – etwas versteckt auf der linken Seite des Brexbaches und des Ortes gegen einen bewaldeten Hang zur Eisenbahnstrecke Sayn-Grenzau unterhalb des ersten Tunnels dieser Bahnstrecke.

Die Geschichte der Hein’s Mühle reicht weit zurück: Erbaut wurde das historische Gebäude in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Seit dem 26. August 1988 wird die Mühle interessierten Besuchern auch präsentiert. Als einzige von mehr als 20 Mühlen in Bendorf und den umliegenden Gemeinden überstand die Hein’s-Mühle den rasanten Technologie-Wechsel des vergangenen Jahrhunderts. Bis 1958 regelmäßig im Betrieb und dann noch bis 1961 sporadisch genutzt, sollte sie nach dem Willen des damaligen Eigentümers abgerissen werden, um einen Bauplatz zu schaffen. Sein Abriss-Antrag bewirkte aber, dass die Mühle unter Denkmalschutz gestellt wurde. Dieser Schutzstatus war die Grundlage für die Entstehung des Museums, weil keine Veränderungen mehr am und im Gebäude vorgenommen werden durften. Die Stadt Bendorf erwarb das Gebäude 1987, im gleichen Jahr gründete sich der Förderkreis Hein‘s-Mühle e.V. Die Sayner Bürger Fritz Bode, der Maschinenbaumeister Emil Holler und der letzte Müllergeselle Franz Lenßen, Männer der ersten Stunde brachten die Mühle als Mitbegründer des Förderkreises wieder in einen vollbetriebsfähigen Zustand und konnten schon zur Sayner Kirmes und anlässlich des Drei-Städte-Wandertages im Mai 1988 die ersten Besucher durch die Mühle führen. Theo Kuhnen vermeldete, dass der Förderkreis in diesem Jahr bis zum August bereits Führungen für über 1.700 Gäste durchgeführt hat.

Das Jubiläum nahmen die Mitglieder des Fördervereins Hein’s-Mühle mit ihrem Vorsitzenden Hans-Peter Nett zum Anlass für eine kleine Feierstunde, zu der Nett neben dem Bendorfer Bürgermeister Michael Kessler auch Vertreter der Verwaltung und des Stadtrates, das Fürstenpaar zu Sayn-Wittgenstein-Sayn sowie Dr. Georg Peter Karn, Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz begrüßen konnte. Bürgermeister Kessler bedankte sich in seiner Ansprache bei den Aktiven des Förderkreises, den sogenannten ‚Mühlenmännern‘ mit den Worten: „Wir sind heute hier, um Dankeschön zu sagen, Dankeschön für dieses Engagement Ihres Vereins und verbinden das mit der Bitte, dass Sie nicht nachlassen in Ihrem Engagement. Da wo wir Sie von Seiten der Stadt unterstützen können, tun wir das gerne, wir sind stolz auf Sie.“

Dr. Georg Peter Karn betonte die Wichtigkeit der Hein’s-Mühle als herausragendes Museum in der Region. Dr. Karn: „Es gibt keine große Zahl mehr von erhaltenen Mühlen, die noch über ihre technische Einrichtung verfügen. Wir haben in Rheinland-Pfalz 273 denkmalgeschützte Mühlen, davon besitzen nur etwa 25 ihre ursprüngliche Mühleneinrichtung. An diesen Zahlen kann man erkennen, wie wertvoll die noch voll funktionstüchtige Hein’s-Mühle mit ihrer historischen Einrichtung ist.“ Er wies noch darauf hin, dass eine erfolgreiche Denkmalpflege ohne die Fördervereine vor Ort mit ihren engagierten Mitgliedern überhaupt nicht möglich wäre. „Es sind die Menschen, die ihre Zeit und Arbeitskraft opfern, um sich und anderen damit ein Stück ihrer Heimat und ihrer Geschichte zu bewahren. Ich möchte Ihnen im Freundeskreis noch einmal ganz herzlich danken für das langjährige Engagement und dem Verein zu dem Jubiläum gratulieren“ so Dr. Karn am Schluss.

Der Vorsitzende Hans-Peter Nett wies noch darauf hin, dass im nächsten Jahr zum Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag, 10. Juni 2019 mit der Bevölkerung bei einem großen Fest das 30-jährige Jubiläum der Hein’s-Mühle gefeiert werden wird.

Restauriertes Mühlendenkmal in historischem Gemäuer

Hans-Peter Nett und Theo Kuhnen vom Förderkreis Hein's-Mühle in Sayn.

Hans-Peter Nett und Theo Kuhnen vom Förderkreis Hein's-Mühle in Sayn.

Restauriertes Mühlendenkmal in historischem Gemäuer

Gemeinschaftsbild vor der Mühle zur 30-jährigen Jubiläumsfeier. Fotos: GM

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