Stimmung ohne Pause bei der zweiten großen Kappensitzung im Rhenser Kaisersaal
Rhäs - wie es singt und lacht
Rhens. Der schönste Karneval wird daheim am Rhein gefeiert, davon sind die Rhenser überzeugt und haben echte Freude beim Feiern. Viele Gäste aus nah und fern teilten mit ihnen diese Überzeugung, gemeinsam bewiesen sie das auch bei der zweiten großen Kappensitzung der Rhenser Karnevalsgesellschaft Närrische Elf 1925 e.V. Es gab viel Applaus im Narrenhaus, denn die gelungene Veranstaltung machte Stimmung ohne Pause.
Vorsitzender Paul Ott, ein Fastnachter, der vonseiten der Familie mit närrischem Blut ausgestattet ist, führte durch die Sitzung: „Die Sitzung wird von mir geleitet, ich hab do mo watt vorbereitet!“ Es war eine in weiten Teilen auf Rhäsa Platt gereimte Begrüßung: „Mei Red, die wor, isch son et glatt, mischmasch Hochdeutsch Rhäsa Platt!“ Hilfreich dafür war das Buch von Franz Kron „Rhäsa Platt“, aus dem sich Paul Ott Anregungen holte. Der Autor ist Ehrenmitglied der Karnevalsgesellschaft. Eingestimmt mit diesem heiteren Wortspiel, schenkte die Narrenschar der „Gesangsgruppe“ ihre Aufmerksamkeit. „Schatzi schenk mir ein Foto“ das Lied von Mickey Krause und die passende Präsentation waren der gelungene Start in den närrischen Abend. Diesem Auftritt der „Gesangsgruppe“ folgten noch vier weitere mit neuen und alten Hits zum Mitsingen und Mitklatschen. „Elf Fünkchen tanzen hier und ein kleiner Gardeoffizier“, so kündigte Paul Ott das Kinder Funkentanzcorps an. Bibi Blocksberg und ihre Freunde war das Thema des Tanzes, den Sina Bergmann und Annica Schuster mit den Kleinen einstudiert hatten. Das Publikum war begeistert von deren süßem Anblick und gekonntem Auftritt. Nach einer Zugabe verließen sie die Bühne, aber nicht ohne namentlich genannt worden zu sein, so wie es bei jedem Auftritt des Abends gehandhabt wurde.
Mit spitzer Zunge ausgestattet, dafür bekannt im Land, stand Ehrenmitglied Hans Ott bereit, die erste Büttenrede der Sitzung zu halten. „Wahrheitsgemäß wird er berichten, über Rhäsa Stadtgeschichten“. Aber das war nicht alles, in seinem Protokoll gab es nicht nur Lokales, sondern auch Politisches und Sportliches. Viel Gelächter gab es, als Hans Ott an ein Ereignis erinnerte, dass es im Rhenser Karneval noch nie gegeben hat: ein bis auf Socken unbekleideter Mann war, während die Menschen auf den Rosenmontagszug warteten, durch die Menge gelaufen. „Ich lade euch herzlich ein, zum Feiern und zum Fröhlich sein“, rief er der Narrenschar zu. Dann hieß es Bühne frei für die Jugendtanzgruppe. In Teufelskostümen entführten sieben Mädels und ein Junge die Gäste nicht wirklich in die Hölle, es konnte auch der Karnevalshimmel gewesen sein, in dem sie für Begeisterung sorgten. Sie starteten mit der Musik von Michael Jacksons „Thriller“. „Die sind klasse, haben Mut und tanzen für euch teuflisch gut“, dafür hatten sich Heidi Hammes und Anne Kreuz engagiert. Erstere war auch für das Bühnenbild verantwortlich und ist die zweite Vorsitzende der Närrischen Elf. Und wieder trat ein Ott ins Rampenlicht. Für 60 Jahre Aktivitäten im Rhenser Karneval wurde Paul Ott, der Onkel des ersten Vorsitzenden, geehrt. In liebevollen und witzigen Reimen, unterstützt mit Fotos auf einer großen Leinwand, bekam die Narrenschar Einblicke in das närrische Leben des Karnevalisten, der seinen Neffen oft beim Frühschoppen „unter den Tisch“ trank. „Du bist ein Mann, der uns gefällt, leb noch lang auf dieser Welt. Dat dürft doch kein Probleme gewe, moßt nur gesund su weiter lewe!“ Unter großem Applaus bekam Paul Ott die Ordensspange in Gold. Eine enge Freundschaft verbindet die Rhenser Karnevalisten mit den Spayern. Prinz Dietmar I. - ein Mann für alle Fälle - war aus dem Nachbarort mit Gefolge zu Besuch gekommen, aber ohne die erkrankte Prinzessin Agnetha I. – vom Land der tausend Träume. Auch die Obermöhn aus Spay musste wegen Krankheit passen. Dafür sicherte sich Christoph Bartmann von den Spayer Boxelöfter die Alleinherrschaft auf der Bühne und hielt eine humorvolle Rede, die ausgiebige Lacher und viel Beifall bekam.
Und wieder eroberten hübsche Mädchen die Bühne: „Jede Sitzung wär doch fade, ohne eine Funkengarde“, mit diesen Worten kündigte Paul Ott den Auftritt des Jugendfunkentanzcorps an. Schwungvoll präsentierten sie ihren Tanz „Jumpstyle for Garde“ und begeisterten die Gäste. Für ihre tolle Leistung waren Mirjam Lief und Bettina Wilhelm verantwortlich. „Die nächste Ehrung steht jetzt an, ich begrüße einen Mann, ich ruf ganz laut das jeder weiß, auf die Bühne Heinrich Theis“, so ehrte Paul Ott einen Mann, der mehr als 50 Jahre aktiv im Rhenser Karneval mitgemischt hatte und für manchen Spaß gut war. Auch hier erzählten Reime und verdeutlichten Fotos das närrische Leben und Wirken, erhielt der Geehrte eine Auszeichnung. Die „Gesangsgruppe“ stimmte mit „Mama Lou“ von Les Humphries auf die Pause zweimal elf Minuten ein und eröffnete mit „Hulapalu“ von Andreas Gabalier die zweite Hälfte der Kappensitzung. Wieder wechselten sich Vorträge, Tänze und Gesang ab, bereiteten den Zuschauern riesigen Spaß, bevor Paul Ott die Aktiven zum Finale auf die Bühne rief: „Als letzte heut in diesem Saale, steht bei uns hier das Finale, euch ihr Narren hier im Haus, bitt ich noch mal um Applaus!“ Die Narrenschar ließ sich nicht lange bitten, belohnte das Gezeigte mit großem Beifall. Bei der Verabschiedung bedankte sich Paul Ott auch bei den vielen Helferinnen und Helfern, die sich ehrenamtlich vor und hinter den Kulissen engagiert hatten. EP
