Prinz Dieter III. und Prinzessin Andrea II. herrschen über Rheinbachs Jecken
Rheinbacher Rathaus gestürmt
Hitzige Wortgefechte und die Artillerie erzwangen das Aufgeben
Rheinbach. Nach der Erstürmung des Rathauses in Meckenheim, der Kapitulation der Tomburgkaserne in Rheinbach ist auch das Rheinbacher Rathaus in die Hände der Karnevalsjecken übergegangen. Dabei hatten Rheinbachs Bürgermeister, Fraktionen und Verwaltung alles getan, um den bevorstehenden Angriff zu erschweren. Überlaute Musik und ein Zugangsverbot auf dem Platz vor dem Balkon des Rathauses sollten die Gegner abschrecken. Bereits eine halbe Stunde vor der geplanten Erstürmung stand Bürgermeister Stefan Raetz als Horchposten auf dem Balkon, um rechtzeitig vor dem Anmarsch der Truppen zu warnen. Die Verteidiger des Rathauses waren guter Dinge und strahlten mit der Sonne um die Wette. Schließlich kommt es ja nicht so häufig vor, dass alle Fraktionen einstimmig hinter dem Bürgermeister stehen, das Rathaus bis zum letzten Mann zu verteidigen. Zudem hatte sie Brigadegeneral Wolfgang Renner strategisch mitberaten und bewiesen, dass man auch mit einer Niederlage gut leben kann. Aber auch die karnevalistischen Truppen waren vom Kommandanten des Rheinbacher Stadtsoldaten-Corps, Willi Hohn, generalstabsmäßig auf die Erstürmung vorbereitet. Geordnet und siegesbewusst war innerhalb weniger Minuten der Rathausparkplatz von Tollitäten, Fußvolk, Soldaten und närrischem Volk eingenommen worden. Nach einem kurzen Wortgeplänkel zwischen Willi Hohn und dem Bürgermeister wurde deutlich, dass sowohl Angreifer als auch Verteidiger anscheinend nicht auf eine schnelle Übernahme erpicht waren. So forderte Willi Hohn zunächst die anwesenden kleinen und großen Tollitäten zu einem Tanz auf dem Platz auf. Die Verteidiger auf dem Balkon freuten sich über das Treiben unten auf dem Platz. Doch der Kommandant der Stadtsoldaten warnte vorsorglich: „Noch könnt ihr lachen. Es ist ein schönes Bild da oben mit euch auf dem Balkon. Das wünschte man sich nach den Ratssitzungen auch“. Doch die Mannen um Stefan Raetz ließen sich nicht provozieren und machten keine Anstalten, den Balkon zu räumen. „Kein Geld, aber viel Zeit“, kommentierte Hohn das Verhalten. Stattdessen wurden die Angreifer mit Kamelle zugeschmissen, „wahrscheinlich sind die Kamelle vom vorigen Jahr oder von der Erstürmung der Kaserne übrig“, rief Willi Hohn. Zwangsläufig standen die leeren Kassen der Stadt im Mittelpunkt der Wortgefechte und Willi Hohn drohte mit einer Extrasitzung der Stadtsoldaten zu den neuen Gebühren für die Nutzung der Stadthalle. Doch irgendwann waren es die Tollitäten leid und mit Unterstützung der Artillerie der Stadtsoldaten überwanden sie die schwere Tür ins Innere des Rathauses. Völlig überraschend hatte das Damendreigestirn aus Queckenberg den Balkon eingenommen und verkündete die Übernahme des Rathauses nach dem Motto: „Frauen an die Macht“. Vom Kernstadtprinzenpaar Dieter III. und Prinzessin Andrea I. war noch nicht viel zu sehen. Stefan Raetz fragte nach, ob denn der Prinz den Auftritt auf dem Balkon noch nicht mit seinem Medienberater abgesprochen habe. Zwischenzeitlich waren mit erheblicher Verspätung auch Prinz Heinz I. und Prinzessin Helga I. aus dem Land der Liebe erschienen. Sie schlossen sich still und heimlich den Erstürmern an, mussten sich aber einige Kommentare zu ihrer Verspätung anhören. Schließlich wurde dann die Übergabe des Rathauses mit der Schlüsselübergabe besiegelt und die Karnevalisten quittierten dies mit Beifall und „Rheinbach Alaaf“
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