Allgemeine Berichte | 05.11.2013

75 Jahre Reichskristallnacht

Rheinbacher gedenken der Opfer

Organisatoren erinnern beim Schweigemarsch an die ermordeten Juden

Im stillen Gedenken ziehen viele Rheinbacher zur Reichskristallnacht am 9. November wieder durch die Straßen der Stadt. WM

Rheinbach. Eins der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte jährt sich am Samstag zum 75. Mal: die Reichskristallnacht oder auch Reichspogromnacht. In vielen Städten der Republik wird an diesem Tag der verfolgten und ermordeten Juden des Naziterrors gedacht. An diesen Tag, an dem viele Synagogen im Hitlerdeutschland brannten, erinnern engagierte Bürger und gehen auf die Straßen, damit solche Gräueltaten nie mehr passieren dürfen. In Rheinbach treffen sich alle, die sich diesem Aufruf anschließen wollen, an der Gnadenkirche, Ramershovener Straße. Unter dem Motto „Erinnern - Gedenken - Mahnen“ wird Pfarrer Dr. Dietmar Römheld um 17 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst gestalten. Der Schweigegang beginnt um etwa 17.30 Uhr: Von der evangelischen Kirche führt er durch Kriegerstraße, Gerbergasse, Bachstraße, Polligsstraße, Weiherstraße auf die Hauptstraße. Danach geht es über Vor dem Dreeser Tor, Am Jüdischen Friedhof, Bahnhofstraße, Kriegerstraße, Schweigelstraße zum Lindenplatz. Wo die Teilnehmer an den Häusern vorbeikommen, in denen Rheinbacher jüdische Bürger zuletzt gelebt haben, bevor sie von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden, wird Peter Mohr an sie erinnern und ihre Namen nennen. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Unter diesem Leitspruch hat der Künstler Gunter Demnig im Jahr 1997 seinen ersten sogenannten Stolperstein verlegt.

Der Schweigegang wird am jüdischen Friedhof, am Rathaus und am Mahnmal in der Schweigelstraße unterbrochen. Auf dem Lindenplatz wird in einer Ansprache der Ereignisse 1938 gedacht, an die Betroffene erinnern und mahnen, dass Derartiges in Deutschland nie mehr geschehen darf.

Gedenken, Erinnern und Mahnen

Die Organisatoren des Schweigemarsches, Willi Oberheiden und Peter Schürkes, weisen nur mit einem Plakat und einer Pressemitteilung auf den Gang hin und hoffen, dass sich dennoch möglichst viele Rheinbacher anschließen. Aber: „Wir wollen dafür keine ´Reklame´ machen, es geht uns in erster Linie um das Gedenken, Erinnern und Mahnen. Notfalls gingen wir auch alleine.“ Besonders auf die Teilnahme junger Menschen hoffen Oberheiden und Schürkes. In der Vergangenheit waren Mitglieder des Jugendparlaments dabei, schon traditionell helfen einige VCP-Pfadfinder beim Aufstellen der Kerzen und tragen das Transparent. Bei der Frage nach den Anfängen dieses Schweigemarsches wollen sich die beiden Organisatoren nicht genau festlegen. „Nach Mahnwachen zum Zweiten Golfkrieg hat sich ein ´Runder Tisch gegen Rassismus und Rechtsradikalismus´ in Rheinbach gegründet - den es längst nicht mehr gibt. Der erste Schweigegang könnte 1993 stattgefunden haben, dem Jahr, in dem es am 29.Mai den Brandanschlag auf die Familie Genc in Solingen gab. Eigentlich hat es in jedem Jahr Kritik an der Veranstaltung gegeben. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass wir neben dem eigentlichen Thema zusätzlich ansprechen, wie viele Menschenrechtsverletzungen es auch heute überall auf der Welt gibt. Wenn es mal keine Kritik an der Veranstaltung gibt, haben wir etwas falsch gemacht.“ WM

Im stillen Gedenken ziehen viele Rheinbacher zur Reichskristallnacht am 9. November wieder durch die Straßen der Stadt. Foto: WM

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