Sitzung der Karnevalsgesellschaft „Blau-Weiß“ Niederlützingen
Rheinischer Frohsinn der Spitzenklasse!
Von „Cheerleadern“ über „Klosterfrauen“ bis zu „Wickie und den starken Männern“
Brohl-Lützing. Beste Unterhaltung wurde den Freunden des rheinischen Karnevals am vergangenen Samstag in der Niederlützinger Lavahalle geboten. Dort veranstaltete die hiesige Karnevalsgesellschaft „Blau-Weiß“ die erste Fastnachtssitzung der Session 2016/2017. Nachdem Elferrat, Stadtsoldaten, Möhnen, Minifunken, Kinder-, Jugend- und Gemischte Garde unter der musikalischen Begleitung des Tambourclubs „Spielfreunde“ Niederlützingen in die bunt dekorierte Narrhalla eingezogen waren, ergriff Sitzungspräsident Hans-Peter Gammel das Wort und versprach beste Unterhaltung bis in die tiefe Nacht hinein. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Dirk Dümpelfeld moderierte er ein fünfstündiges Programm, bei dem sich Büttenreden, Musik und Tänze abwechselten. Den Auftakt machten die „Spielfreunde Niederlützingen“ (Leitung Achim Wachtveitl). Verdienter Lohn für den Beitrag des Tambourclubs: Die ersten Orden des Abends, die an Jennifer Nachtsheim und Wilfried Müller vergeben wurden. Mit einem Gardetanz stellten die Minifunken der KG die gute Nachwuchsarbeit des Vereins unter Beweis. Britta Kurz, Bianca Lorenz und Jessica Leuther-Porz hatten mit den vier- bis sechsjährigen Nachwuchskarnevalisten einen prima Auftritt einstudiert. Protokolarius Ingo Schleimer verlas das närrische Protokoll, natürlich garniert mit Lokalkolorit, und sorgte für einen gelungenen Auftakt in der Bütt. Das Publikum belohnte seine Rede mit langanhaltendem Applaus. In Cheerleader-Kostümen präsentierte sich die Kindergarde von „Blau-Weiß“. Die Kinder führten zu einem Medley von bekannten „kölschen Liedern“ einen Showtanz auf, für dessen Choreografie Alisa Ockenfels und Vera Boruta verantwortlich zeichneten. Das auch eine in Reimform vorgetragene Rede beim Publikum ankommen kann, stellte Lothar Klaasen unter Beweis. Der Büttenredner der KG Grün-Weiß Boisdorf – ein Verein, zu dem die Niederlützinger KG seit Jahren freundschaftliche Beziehungen unterhält – schaffte es, die Zuhörer aktiv in seine Darbietung einzubinden und sorgte so für Abwechslung.
Vollends gelungen war auch der Auftritt der Jugendgarde Niederlützingen. Carolin Ockenfels und Verena Distelrath hatten mit den Mädchen und Jungen einen Gardetanz einstudiert, der mit großem Beifall honoriert wurde. In einem närrischen Zwiegespräch zogen Josef Schäfer und Alwin Weidenbach als „de Dick und de Dür“ sich und andere durch den Kakao. Mit einem neuen Tanz überzeugten die Stadtsoldaten, die unter dem Kommando von Volker Wolf stehen. Eingeübt wird die Gruppe von Alexandra Wilhelmi. Sie ist auch die Trainerin des Niederlützinger Tanzpaares. Tanzoffizier Kevin Haupt und sein neues Mariechen Alisa Ockenfels präsentierten einen prima Funkenpaartanz und sorgten damit für einen gelungenen Abschluss des ersten Teils der Sitzung. Nach der Pause ging es Schlag auf Schlag weiter. Die Mitglieder des Elferrates (einstudiert von Kerstin Schmitt) sorgten als singende und tanzende Klosterfrauen für Kurzweil; allen voran Dirk Dümpelfeld in der Rolle der Whoopi Goldberg. Als der Sitzungspräsident „än aus Jönnechdorf“ auf die Bühne bat, kündigte sich ein absoluter Höhepunkt des Abends an: Irmgard Köhler-Regnery, zweifelsohne eine der besten Büttenrednerinnen unserer Region, präsentierte sich bei ihrem Auftritt in der Lavahalle in Bestform. Urkomisch, wie sie über Modetrends berichtete, an die Frauenrechtsbewegung erinnerte, auf Teilnehmerinnen an Sendungen wie „Germany‘s next Topmodell“ oder „Bachelor“ einging. Absolut witzig, als sie über die Probleme erzählte, die man hat, wenn man sich in eine Röhrenjeans hineinzwängt oder Zellulitis bei Licht betrachtet. Da blieb kein Auge trocken. Das Publikum ging begeistert mit und entließ die aus Gönnersdorf stammende Vollblutkarnevalistin erst nach einer Zugabe. Hans-Peter Gammel bat Bürgermeister Bernd Weidenbach und Ortsbürgermeister Michael R. Schäfer auf das Podium und überreichte ihnen die Sessionsorden. Die beiden Kommunalpolitiker lobten in ihren Grußworten das tolle Engagement der KG „Blau-Weiß“ in Sachen rheinischer Karneval. Rudolf Schmitz, 1. Vorsitzender der KG Niederlützingen, nutzte die Gelegenheit, um Dirk Fuchs für seinen seit vielen Jahren gezeigten Einsatz zum Wohle der KG mit dem Orden der „Rhein-Zeitung“ auszuzeichnen. Als Dankeschön für ihren ehrenamtlichen Einsatz mit Orden bedacht wurden ebenfalls Hans-Gerd Keldenich, Hildegard und Hans Schmidtke, Gerlinde Keldenich, Beate Schmitz und Erika Wisssen. Einen Einblick in sein abwechslungsreiches Alltagsleben gab Büttenredner Florian Gammel, der mit seinem Vortrag als „Ne Dummschwätzer“ überzeugte. Eine absolute Augenweide in Anschluss daran die Darbietung der „gemischten Garde“ der KG Blau-Weiß. Die insgesamt 17 Tänzerinnen und Tänzer präsentierten einen Gardetanz, der gespickt war mit komplizierten Hebefiguren und anderen schwierigen Elementen. Carolin Ockenfels und Sara Schumann, die die Gruppe trainieren, hatten einen super Gardetanz konzipiert. Wer schafft es, als Büttenredner einen Saal kurz vor Mitternacht noch einmal in Höchststimmung zu versetzen? Stefan Vogt. Als „en arme Deuwel“ gehört der Erzkarnevalist aus Brohl seit vielen Jahren zum festen Stamm des Lützinger Saalkarnevals. Wie immer, startete er auch dieses Mal wieder einen Frontalangriff auf die Lachmuskeln der Anwesenden. Er gab wieder detaillierte Einblicke in sein abwechslungsreiches Eheleben und unterstrich mit dem Vortrag seinen Ruf als Meister des trockenen Humors nachhaltig. Absolut gelungen anschließend der Auftritt der Showtanzgruppe „Meninas“ aus dem Sinziger Stadtteil Westum, die das Thema „Amerika“ tänzerisch präsentierte. Als Garanten bester Unterhaltung zeigten sich ebenfalls die Aktiven des „Männerballetts“ der KG Niederlützingen, die traditionell am Ende des Programms auftreten. Die Gruppe – einstudiert von Alexandra Wilhemi – interpretierte „Wickie und die starken Männer“ und sorgte mit diesem Showtanz für den Schluss- und zugleich Glanzpunkt einer an Höhepunkten reichen Sitzung. Zum abschließenden Finale bat der Sitzungspräsident die Aktiven noch einmal auf das Podium. Die Akteure wurden mit langanhaltendem Applaus bis zur nächsten Sitzung verabschiedet, die am kommenden Samstag in der Lavahalle über die Bühne gehen wird.
AS
Der Elferrat zeigte als singende und tanzende Nonnen eine klasse Darbietung.
Ein Höhepunkt des Abends war Irmgard Köhler-Regnery, zweifelsohne eine der besten Büttenrednerinnen der Region.
Am Samstagabend feirten die „Großen“ auf der ersten Prunksitzung der KG Blau-Weiß, einen Tag später zeigten die Kinder, was sie gelernt haben.Fotos: Rü
