Grundschulkinder aus Ellenz-Poltersdorf sind fit für das Schwimmabzeichen
Richtig schwimmen können, rettet Leben
Ellenz-Poltersdorf. Alarmierende Zahlen in Rheinland-Pfalz – immer mehr Kinder sind Nichtschwimmer. Fast jeder dritte Grundschüler im Land kann nicht oder kaum schwimmen. Die Zahlen sind steigen. Die Wasserwacht und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Rheinland-Pfalz (DLRG) warnen vor den Gefahren, die diese Entwicklung mit sich bringt. Ein Trend, dem man in Ellenz-Poltersdorf entgegenwirken möchte. Im vergangenen Jahr konnten die Grundschulkinder der St. Sebastianus Schule Ellenz-Poltersdorf bereits in den Sommermonaten die Sportschuhe im Turnbeutel lassen und die Sportstunden im nebenan liegenden Freibad verbringen. Eine Vertretungskooperation mit der Grundschule Bullay hatte dies ermöglicht, denn die vorherrschenden Qualifikationsregelungen machten es den Lehrkräften vor Ort nicht gerade leicht, eine solche Schwimmstunde anbieten zu können. Diese Vertretungsregelung konnte man sich in diesem Jahr leider nicht zunutze machen. Dies war für Marion Mohr, Schulleiterin der Grundschule Bullay, jedoch kein Grund die Kinder zu enttäuschen und die Badekleidung an den Nagel zu hängen. „Die Vertretungsregelung im letzten Jahr nutzen zu können, um mit den Kindern gezielten Schwimmunterricht durchzuführen, hat mir großen Spaß gemacht. Wir waren damit sehr erfolgreich. 14 Kinder konnten im Anschluss das Bronze- und vier das Silber-Jugendschwimmabzeichen ablegen. Wir mussten also eine kreative Lösung finden, um in diesem Jahr an den Erfolgen anknüpfen zu können“, betont Marion Mohr. Die Lösung war schnell gefunden. Kurzerhand erklärte sich die Pädagogin bereit, in einer freiwilligen Nachmittags-AG den Schwimmunterricht als ehrenamtliche Lehrkraft anzubieten. Das Ergebnis: Alle Dritt- und Viertklässler waren mit dabei und zogen donnerstags im Anschluss an den regulären Schulunterricht fleißig ihre Bahnen im Freibad.
Immer weniger „Seepferdchen“ im Land
Zahlen der DLRG zeigen, dass in Rheinland-Pfalz immer weniger Kinder das Frühschwimmerabzeichen „Seepferdchen“ erwerben. Die Zahlen sind von 3.815 im Jahr 2005 auf 2.670 im Jahr 2014 zurückgegangen, im Jahr 2015 sanken diese drastisch weiter. Eine Tendenz, die auch vor einer kleinen Grundschule wie in Ellenz-Poltersdorf nicht haltmacht. Für das „Seepferdchen“ müssen Kinder nach DLRG-Angaben vom Beckenrand ins Wasser springen, 25 Meter, also eine Bahn, schwimmen und einen Gegenstand mit den Händen aus „schultertiefem“ Wasser holen, immer weniger Kinder in den ersten Schuljahren schaffen das. Um hier einen Anreiz zu schaffen, stellte der Heimatverein Ellenz wiederholt die stattliche Summe von 500 Euro zur Kinder- und Jugendschwimmförderung zur Verfügung. Mit diesem Geld wird unter anderem den zukünftigen Erstklässlern eine kostenfreie Teilnahme am Schwimmkurs in den Sommerferien ermöglicht. Ein toller Bonus für die „I-Dötzchen“, der bereits im letzten Jahr dafür sorgte, dass alle neuen Erstklässler zu Schulbeginn den Weg aus dem Nichtschwimmerbecken ins Schwimmerbecken geschafft hatten. „Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Schulkinder so toll schwimmen können“, freut sich Schulleiterin Sylvia Halbleib, „es gibt den Kindern Selbstvertrauen und fördert die Selbstständigkeit. Dies ist für Kinder im Grundschulalter enorm wertvoll.“
