Allgemeine Berichte | 30.05.2017

Rund 200.000 Fans beim 24h-Rennen am Nürburgring am Start

Riesengaudi an der Nordschleife

In exponierter Lage das Camp der „Hangassis“ aus Troisdorf. Fotos: BURG

Nürburgring. Wenn man im Internet die Suchworte „24h Rennen Nürburgring“ eingibt, werden einem unzählige Links zu Berichten über Fahrer und Teams oder den Rennverlauf vom PC-Monitor beziehungsweise der Anzeige des Smartphones entgegenstrahlen. Doch nicht weniger wichtig als die Akteure auf der Strecke, sind die Fans, die dieser wohl einzigartigen Veranstaltung ihren besonderen Reiz verleihen. Einen Reiz, der auch die Fahrer immer wieder zum Schwärmen bringt, vor allem über die Stunden am Abend und in der Nacht, wenn der Duft von Steaks und Würstchen sich selbst in den Cockpits der Rennboliden breitmacht und der Schein der vielen Grillfeuer den Zuschauerplätzen einen besonderen Flair verleiht. Ein Flair der die Fans dazu brachte trotz Temperaturen im einstelligen Bereich, Dauerregen und Matsch in zurückliegenden Jahren der großen 24h Rennparty entlang der legendären Nürburgring Nordschleife treu zu bleiben. Und so bildeten sich auch in diesem Jahr bereits am frühen Montagmorgen wahre Konvois von Fans, vor den Einlasspunkten zu den begehrten Streckenabschnitten. Im Bereich der Zufahrt „Wehrseifen“ musste sogar die Polizei den Verkehr auf der Bundesstraße an dem Tross, der auf den Einlass wartenden Besucher, vorbeileiten. Schnell hatte sich die Lage aber nach dem Öffnen der Schranken um 7 Uhr entspannt. Nachdem die eingesessenen 24h Fans die Kontrolle passiert hatten, liefen für sie die kommenden Stunden schon routinemäßig ab. Getreu nach dem Motto der Silvester Kultsendung „Dinner for One“ hieß es „The same procedure as every year“. Als Erstes wurde das für kommende Tage benötigte Revier gesichert. Und so konnte man, kaum, dass die ersten Besucher die bekanntesten Streckenabschnitte wie Hatzenbach, Adenauer-Forst bis hin zum Schwalbenschwanz bevölkert hatten, endlose Meter von rot-weißem Flatterband auf diesen Flächen erblicken.

Zeltstädte am Ring

Schnell erwuchsen danach auf diesen Bereichen wahre Zeltstädte, auch mit so mancher ungewöhnlichen Baukonstruktion. Nachdem der Aufbau des Lagers abgeschlossen war, konnte dann das Partyvergnügen am Ring beginnen. Über 205.000 Besucher bevölkerten nach Veranstalterangaben auch in diesem Jahr über die gesamten Tage wieder das weite Rund der Nordschleife. Darunter auch im 17. Jahr die „Hatzenbach Crew „ aus Kreutzberg. Bei sommerlicher Witterung verfolgten Sie in wohnzimmerlicher Atmosphäre, vom Sofa aus, dass motorsportliche Geschehen auf der Strecke. Schon am Freitagabend zuvor, hatte eine Abordnung der Gruppe vor dem Einlasspunkt Stellung bezogen um sich den begehrten Stammplatz beim Öffnen des Zuschauerplatzes auch wirklich sichern zu können. Noch exklusiver ging es bei den „Hangasis“ aus Troisdorf zu. Wie Thomas erzählt war auf Grund des Standortes der Name schnell gefunden. In diesem Jahr hat man sogar erstmals einen Autohänger als Dusche umfunktioniert. Natürlich durfte auch das Verpflegungszelt mit Getränkekühlschrank und Satellitenanlage nicht fehlen. Vor diesem thront eine zweistöckige Terrasse mit einem Panoramablick auf das Fahrerlager und die Strecke. Allein dieser Ausblick sei die Mühen des Aufbaus wert bescheinigen mir Thomas und seine Freunde. Nach dem erstmals seit 2001 Petrus erst wenige Minuten vor Rennende mit Regen für eine kurze Abkühlung sorgte, war bei Temperaturen bis zu 30 °C neben den Zelten und Wohnwagen das Planschbecken eins der meist gesichteten Requisiten auf den Campingplätzen. Wer aber glaubt, dass nur Fans aus den entfernteren Ecken Deutschlands zu dem 24h-Erreignis an den Ring kommen, der irrt. Selbst für viele der Jugendlichen und Junggebliebenen aus dem direkten Umfeld des Ringes ist das Campen bei der Veranstaltung Kult. Im Streckenabschnitt „Hohe-Acht“ hat der Junggesellenverein aus Kaltenbornn-Hochacht sein Quartier bezogen. In ihrem Camp mit dem Namen „Paradies der Junggesellen“ sorgt am Freitagabend schon traditionell die Blaskapelle „Hohe Acht“ für Hochstimmung. Bei dieser Stimmung wurde selbst das auf der Rennstrecke parallel ablaufende Top 30 Qualifying nur noch zur Randerscheinung. Wer selbst einmal dieses einzigartige Flair erleben möchte, für den heißt auch 2018 erneut Ring frei, für die Motorsport-Party des Jahres in der Grünen Hölle. BURG

Partyvergnügen mit Live-Musik der „Original Hohe-Acht Musikanten“ im „Paradies der Junggesellen“. Da wird selbst das Top 30 Qualifying zur Nebensache.

Partyvergnügen mit Live-Musik der „Original Hohe-Acht Musikanten“ im „Paradies der Junggesellen“. Da wird selbst das Top 30 Qualifying zur Nebensache.

Der Ideenreichtum der Fans kennt keine Grenzen, aber die Fahrer lieben den Flair des 24h Rennens. Da stellt sich auch ein ehemaliger DTM Champion wie Timo Scheider bereitwillig einem Fan Interview mit Klobürste.

Der Ideenreichtum der Fans kennt keine Grenzen, aber die Fahrer lieben den Flair des 24h Rennens. Da stellt sich auch ein ehemaliger DTM Champion wie Timo Scheider bereitwillig einem Fan Interview mit Klobürste.

Bei Temperaturen bis zu 30 °C waren Planschbecken, die meist gesichteten Requisiten auf den Campingplätzen.

Bei Temperaturen bis zu 30 °C waren Planschbecken, die meist gesichteten Requisiten auf den Campingplätzen.

Aus ihrem Openair Wohnzimmer verfolgt eine Gruppe aus Kreutzberg das Geschehen auf der Strecke.

Aus ihrem Openair Wohnzimmer verfolgt eine Gruppe aus Kreutzberg das Geschehen auf der Strecke.

In exponierter Lage das Camp der „Hangassis“ aus Troisdorf. Fotos: BURG

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