Benefizveranstaltung am 14. August in der Ahrbachhalle Boden
Robin meets Etienne
Mit dem Erlös der Veranstaltung wird die Therapie des siebenjährigen Etienne finanziell unterstützt
Boden. Wenn starke Muskeln auf ein großes Herz treffen, entsteht daraus schon einmal eine Benefizveranstaltung, die den Namen „Robin meets Etienne“ trägt. Der Nationalmannschafts-Ringer Robin Ferdinand vom ASV Boden hat einige seiner Teamkollegen am 14. August, ab 13 Uhr in die Ahrbachhalle nach Boden eingeladen. Gemeinsam mit einer Mannschaft aus dem Rheinland wollen sie für die gute Sache auf die Matte gehen und ihre Kräfte in einem Schaukampf messen – der Erlös kommt einem kleinen Jungen zugute, dessen Start ins Leben durch mehrere Schlaganfälle mehr als mühsam war. Doch Etienne kämpft – mit Erfolg. Zu Gast ist auch der Botschafter der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, Alexander Leipold – der Ex-Ringer ist Sieger des olympischen Turniers in Sydney und mehrfacher Deutscher Meister im Ringen – und hatte mehrere Schlaganfälle. Er hat sein Schicksal in zwei Büchern verarbeitet.
Doch der Reihe nach: Robin Ferdinand ist mittlerweile 23 Jahre alt und mehrfacher Deutscher Meister im Ringen. Während seiner sportlichen Karriere hat er mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Mitmenschen ihn uneigennützig unterstützt haben. „Jetzt“, findet der Westerwälder, „ist es mal an der Zeit etwas zurückzugeben.“ Natürlich sollte es etwas mit dem Ringen zu tun haben, darum war die Idee eines Benefizkampfes mit deutschen Spitzensportlern schnell gefasst und auch Etienne, dem der Erlös der Veranstaltung zugutekommt, hat im weitesten Sinne etwas mit dem Schwerathletiksport zu tun. Seine Familie, Oma und Opa eingeschlossen, unterstützen den ASV Boden nicht nur seit vielen Jahren mit ihrer Mitgliedschaft, sondern kommen auch, wenn möglich, zu den Mannschaftskämpfen. Sie sind quasi Teil der ASV-Ringerfamilie.
Etienne kam vor sieben Jahren mehrfach geistig und körperlich behindert zur Welt. Im Mutterleib und während der Geburt erlitt er mehrere Schlaganfälle, die Prognosen der Ärzte zum gesundheitlichen Zustand des Jungen waren für die Eltern ein Schock. Aber Etienne kämpfte – heute ist er ein fröhlicher Junge, der mittlerweile selbstständig sitzen und sich in seinem Rollstuhl fortbewegen kann. Die Fortschritte verdankt er unter anderem der Tomatis-Therapie. Das menschliche Ohr wird hier als Motor der Entwicklung betrachtet. Klänge in verschiedenen Frequenzen wirken verschiedentlich auf die drei großen Teilbereiche im Gehirn, die sich in Erlernen, Kommunizieren und Abspeichern gliedern.“ Bei Etienne war es so, dass er vieles erlernt und abgespeichert hatte, es jedoch nicht nach außen, zum Beispiel durch Lachen, Reden, Gehen oder Gesten, transportieren konnte. Die Tomatis-Therapie hilft dem Jungen, falsche Informationen des Gehirns, richtig zu verwerten. Was bei ihm bislang bis zum selbstständigen Sitzen führte. Leider übernimmt die Krankenkasse die Kosten von etwa 1000 Euro pro Therapie bei empfohlenen sechs bis acht Therapien pro Jahr nicht. Viel Geld für eine kleine Familie, deren Budget durch die Mehrfachbehinderungen des Jungen immer wieder geschmälert wird.
Olympiasieger Alexander Leipold sagte sofort sein Kommen zu
Als Robins Ex-Nationalmannschafts-Trainer Alexander Leipold von der Veranstaltung „Robin meets Etienne“ erfuhr, sagte er sofort sein Kommen zu. Den 21-fachen Deutschen Meister, Europa- und Weltmeister im Ringen verbindet mit Etienne das gleiche Schicksal: Auch er hatte drei Schlaganfälle hintereinander.
Leipold ereilte sein Schicksal mit gerade mal 35 Jahren während eines Trainingsaufenthaltes in Usbekistan. Die dortigen Ärzte erkannten die Symptome, leiteten Ersthilfe-Maßnahmen ein – trotzdem war Leipold bewegungs- und sprachunfähig ans Bett gefesselt. Es folgte ein langer, schmerzlicher Weg zurück ins Leben, der sich trotz vieler Rückschläge gelohnt hat: Leipold kehrte nicht nur als Trainer, sondern auch als Ringer auf die Matte zurück. Und stellte sich weiterhin ins Rampenlicht der Öffentlichkeit: Der Teilnehmer aus „Let’s Dance" und „Promi-Dinner", wurde Botschafter der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Sein Leben verarbeitete er in zwei Büchern, „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“ und „Ich glaub an mich – ein Ringerleben“, die er in Boden vorstellen und auf Wunsch gerne signieren wird.
„Robin meets Etienne“ beginnt um 13 Uhr, um 13.15 Uhr ist die Buchvorstellung. Ab 14 Uhr wird es hoffentlich richtig laut in der Halle, es wird gerungen. Als Schiedsrichterin wird Ferdinands Schwester Laura die Begegnung leiten. Vor mehreren Jahren hat sie die Bundeslizenz erworben und wird regelmäßig bei Mannschaftskämpfen in der Bundesliga eingesetzt.
Spontan hat der ASV Boden sich nach Robin Ferdinands Vorschlag entschieden, die Veranstaltung zu unterstützen. Der Verein sorgt für das gastronomische Angebot, was von süß bis herzhaft für jeden Geschmack etwas bietet. Der Erlös der gesamten Veranstaltung wird für Etienne verwendet. Für diejenigen, die etwas spenden möchten und am 14. August nicht in der Halle sein können, hat die Unnauer Patenschaft das Spendenkonto: Unnauer Patenschaft, Westerwald Bank IBAN: DE 20 5739 1800 0010 0229 08, Verwendungszweck „Etienne König“ eingerichtet.
Ausdrücklich bedankt sich Ferdinand, tief beeindruckt von der positiven Resonanz im Vorfeld, besonders bei seinen Kollegen, seiner Familie, seinem Verein und den vielen freiwilligen Helfern und Spendern, die ungenannt, aber nicht unbemerkt, sind.
