Allgemeine Berichte | 11.06.2021, 14:42 Uhr

Antike Anlage in Mülheim-Kärlich mutwillig beschädigt

Römervilla: Vandalen wüten in Ausgrabungsgelände

Stadt appelliert an Vernunft

Die teilweise originalen Mauerreste wurden an mehreren Stellen offenbar mutwillig zerstört.Quellen: Stadt Mülheim-Kärlich
2093

Mülheim-Kärlich. Am Hang des Bubenheimer Berges erlauben Ruinen einer römischen Villa Einblicke in das antike Alltagsleben in der Region. Die Reste eines Landgutes aus dem 3. Jahrhundert nach Christus, die 1983 beim Bimsabbau entdeckt wurden, hat die Stadt Mülheim-Kärlich Anfang der 1990er Jahre restauriert.

Die im Grünen gelegene Anlage ist bislang frei zugänglich. Jetzt haben Besucher die teilweise originalen Mauerreste an mehreren Stellen offenbar mutwillig zerstört. Der Bürgermeister der Stadt Mülheim-Kärlich, Gerd Harner, verurteilt die rabiaten Verwüstungen: Die Stadt hat Anzeige erstattet und eine Belohnung für Hinweise zur Feststellung des Täters ausgesetzt.

Bis zu einer Höhe von 80 Zentimeter ist das Mauerwerk aus römischer Zeit erhalten und vermittelt so einen anschaulichen Eindruck einer „Villa rustica“, die sich über eine Fläche von 70 mal 35 Meter erstreckte. Heute noch zu sehen ist das ehemalige Haupthaus mit der typischen Fußboden- und Wandheizung, außerdem ein originales Badebecken. „Mit Entsetzen mussten wir jetzt feststellen, dass in der Ausgrabungsstätte erhebliche Schäden entstanden sind“, erklärt Harner. An verschiedenen Stellen sind die Mauern eingestürzt, teils großflächig liegen die Steine und Bestandteile der antiken Mauern nun im Inneren der ehemaligen Räume. „Ganz offensichtlich ist hier jemand absichtlich und äußerst rigoros ans Werk gegangen“, empört sich der Stadtbürgermeister, der auch für die Hinterlassenschaften an Müll inmitten des restaurierten Landgutes keinerlei Verständnis hat. Wegen der Zerstörungen ist bei der Polizei Anzeige erstattet worden.

Der Stadt Mülheim-Kärlich ist daran gelegen, ihr kulturelles Erbe für die Nachwelt zu erhalten und für alle zugänglich zu machen. Es gibt bereits Planungen, die Römervilla weiter touristisch aufzuwerten, auch die Forschungen rund um die Anlage werden fortgesetzt. „Zu sehen, dass hier blindlings Mauern verwüstet wurden, die Hinterlassenschaften achtlos in die Anlage geworfen werden, macht fassungslos“ sagt Harner und fordert, dass Besucherinnen und Besucher achtsam und rücksichtsvoll mit den antiken Ruinen umgehen. Damit das Landgut auch langfristig weiter bestehen bleiben kann, will die Stadt die zerstörten Mauern wieder instand setzen. Zudem prüft die Verwaltung, ob und welche Möglichkeiten es gäbe, das Landgut zu schützen. Der Appell der Stadtbürgermeisters: „Helft, die Römervilla zu erhalten!“

Pressemitteilung der

Stadt Mülheim-Kärlich

An verschiedenen Stellen sind die Mauern eingestürzt, teils großflächig liegen die Steine und Bestandteile der antiken Mauern nun im Inneren der ehemaligen Räume.

An verschiedenen Stellen sind die Mauern eingestürzt, teils großflächig liegen die Steine und Bestandteile der antiken Mauern nun im Inneren der ehemaligen Räume.

Die teilweise originalen Mauerreste wurden an mehreren Stellen offenbar mutwillig zerstört.Quellen: Stadt Mülheim-Kärlich

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Autor Hans-Georg Klein (vorne, Dritter von links) mit Ehrengästen bei der Vorstellung seines neusten Buchs zur Geschichte von Ahrweiler. Fotos: DU
23

Ahrweiler. Dass eine Stadt wie Ahrweiler, deren erste urkundliche Erwähnung mittlerweile 1.133 Jahre zurückliegt und die überaus reich an Traditionen und Brauchtum ist, ganz viel Geschichte und noch mehr Geschichten hat, ergibt sich allein schon aus eben jenen Tatsachen. Und wenn hier von „viel“ und „noch mehr“ die Rede ist, dann ist das durchaus wörtlich zu nehmen, reicht doch das historische Ahrweiler-Spektrum...

Weiterlesen

Geliebt und unvergessen!
636

Region. Ein Kind zu verlieren ist für Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde ein einschneidendes Erlebnis, welches das ganze Leben verändert. Am 2. Sonntag im Dezember, dem 13. Dezember 2026, gedenken die Menschen weltweit der verstorbenen Kinder. Seit 1996 tun dies verwaiste Eltern und Geschwister zusammen mit ihren Angehörigen, indem sie um 19.00 Uhr brennende Kerzen in die Fenster stellen....

Weiterlesen

Die Übung der beiden Teileinheiten Nord und Süd des Warnzuges stärken den Bevölkerungsschutz im Westerwaldkreis.
48

Der Westerwaldkreis hat in Zusammenarbeit mit seinen zehn Verbandsgemeinden einen Warnzug ins Leben gerufen, um im Gefahrenfall eine schnelle und zuverlässige Warnung der Bevölkerung zu gewährleisten. Unter der Leitung von Zugführerin Lisanne Wüst und Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Tobias Haubrich fand in Selters die erste Übung des Warnzuges statt. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag
Stellenanzeige Technische Betriebsleitung
Innovatives aus Andernach
Bratapfelsonntag
Dauerauftrag 2026
Herbstkirmes Löhndorf
Weitere Artikel
Weihnachtsstimmung beim VHB (mit KI erstellt)
1174

Neuwied-Heddesdorf. Eine Feuerschale, warme Lichter, der Duft von Glühwein und frisch gebackenen Reibekuchen – manchmal braucht es gar nicht viel, um für ein paar Stunden den Alltag hinter sich zu lassen und gemeinsam die Adventszeit zu genießen.

Von DRP Events & More Claudia Wischmann aus Neuwied

Weiterlesen