VdK Niederzissen geht an Bord
Romantische Tour zum Kennenlernen
Ausflug war die zweite gemeinsame Veranstaltung mit dem früheren Ortsverband Burgbrohl-Lützingen
Niederzissen. Im vergangenen Jahr übernahm der VdK Ortsverband Niederzissen unter Leitung des Vorsitzenden Werner Wey die 175 verblieben Mitglieder des Ortsverbands Burgbrohl-Lützingen, nachdem dieser keinen Vorstand mehr bilden konnte.
Nach der ersten gemeinsamen Adventsfeier, bei der sich nähere Verbindungen anbahnten, planten die Mitglieder des Vorstands ein weiteres Kennenlernen bei einer Schifffahrt auf dem Rhein.
Los ging es jüngst um 7.30 Uhr ab dem Niederzissener Bahnhof mit einer gemeinsamen Busfahrt nach Koblenz zum Anleger der Köln Düsseldorfer (KD). Große Freude herrschte am Schiffsanleger, als der angekündigte Überraschungsgast sich zu der Gruppe gesellte. Pater Wolfgang Nick, der sein Wirken nach Koblenz verlegen musste, war der Einladung des VdK Niederzissen gerne gefolgt und begleitete mit viel Freude die Tagestour. Des weiteren schloss sich auch der VdK Kreisverbandsvorsitzende Heinz-Wilhelm Schaumann der Reisegruppe an.
Charme vergangener Tage
Um 9 Uhr gingen die fast 50 Mitglieder an Bord des detailgetreu restaurierten Schaufelradschiffs „Goethe“ aus dem Jahre 1913, das den Charme vergangener Zeiten versprüht. Die Nostalgie-Route der KD führte die Gruppe vorbei an steilen Rebhängen, sagenumworbenen Burgen und idyllischen Rheinstädten des UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal.
Mit Verspätung erreichten die Mitglieder am Nachmittag Rüdesheim, sodass für die Besichtigung des historischen Städtchens nicht viel Zeit verblieb. Einige Mitglieder blieben an Bord, andere nutzen die Zeit, um die berühmte „Drosselgasse“ zu besichtigen. Während der elfstündigen Schiffsreise genossen die VdK-ler die Speisen der Bordküche, wobei für das gesellige Miteinander und gute Gespräche genügend Zeit verblieb.
Exkursion unter Deck
Nachdem der historische Schaufelraddampfer auf allen Decks besichtigt war, gelang es einigen wenigen, auch in „das Innere“ des Schiffes vorzudringen. Unter Leitung des Ersten Maschinisten und mit Ohrenschützern ausgestattet, konnten die riesigen Dieselmotoren der Maschinenräume besichtigt werden. Die drei Meter Durchmesser großen Schaufelräder, die sich 36-mal in der Minute drehen, werden durch die Motoren angetrieben, um das Schiff auf dem Rhein anzutreiben.
Mit großem, auch finanziellem Aufwand sowie viel Liebe zum Detail wurde das historische Schiff aus dem Jahre 1913 wieder originalgetreu restauriert, nachdem es am Nachmittag des 3. März 1945 in Oberwinter Ziel von zwei amerikanischen Fliegerbombern wurde. Zwei Sprengbomben trafen das Hinterschiff und zerstörten es völlig. Etwa 20 Zwangsarbeiter sowie der Erste Maschinist wurden bei dem Angriff getötet und weitere Menschen bei dem Angriff schwer verletzt. Die Bergung des Schiffs begann im Jahre 1949. Nach dem Wiederaufbau in den Jahren 1952/53 konnte der Seitenraddampfer wieder auf dem Rhein verkehren.
Auf der Heimfahrt von Koblenz, wo man sich schweren Herzens von Pater Nick verabschiedete, den man dort zurücklassen musste, waren die Augen, aber auch die Sinne der Mitreisenden wieder frei für die Schönheiten der Eifellandschaft und des Brohltals.
Nach einer traumhaften Reise, der die VdK-Mitglieder durch die Schönheiten des Mittelrheintals geführt hatte, erreichten sie glücklich, jedoch auch ein wenig erschöpft, wieder ihren „Heimathafen“, den Niederzissener Bahnhof. Die Tagesreise mit ihren Eindrücken wird den neuen und den alten Niederzissenern VdK-Mitgliedern sicherlich noch lange in schöner Erinnerung bleiben.
