Romwallfahrt der Europäischen Gemeinschaft historischer Schützen
Zwei Mitglieder der Rheinbacher Schützenbruderschaft wurden in Rom in die Ritterschaft vom Heiligen Sebastian aufgenommen
Rheinbach. Ein babylonisches Sprachengewirr war in der Basilika San Sebastiano in Rom zu hören, als sich die Europäische Gemeinschaft Historischer Schützen zu ihrer Romwallfahrt in der italienischen Hauptstadt traf. Farbenfroh und vielfältig waren die Uniformen und Trachten der Schützinnen und Schützen aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Tschechien und Polen, die rund um das Grab des Schutzpatrons, des Heiligen Sebastianus, der Historischen Schützen und der Ritterschaft zu bewundern waren.
Fünf Tage lang stand das europäische Schützenbrauchtum ganz im Zeichen der Begegnung, der Gemeinschaft und des Glaubens. Einer der Höhepunkte war die zweistündige Messe am Montag in der voll besetzten Basilika an der Via Appia Antica über den Sebastianus-Katakomben, die der Berliner Erzbischof und Ehrenpräsident des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Dr. Heiner Koch, zelebrierte. Im Rahmen dieser Feier wurden 30 Schützinnen und Schützen aus ganz Europa, darunter Ehrenbrudermeister Bruno Bylicki und Andrea Honerbach von der Rheinbacher Schützenbruderschaft, durch den Prior des Ordens, Charles-Louis Prinz de Merode, in einer feierlichen Investitur zu Rittern des St. Sebastianus-Ordens in Europa geschlagen. Der Ritterschlag ist keine Auszeichnung, sondern eine Verpflichtung zum gemeinsamen Einsatz für ein geeintes, christliches Europa unter dem Leitgedanken „PRO DEO - PRO EUROPAE CHRISTIANAE UNITATE - PRO VITA“ (Für Gott - Für ein geeintes, christliches Europa - Für das Leben). Dieser Leitspruch ist die oberste Devise dieser großen Schützenorganisation in Europa. Durch das Geschichtsbewusstsein der verschiedenen, unterschiedlichen Gruppierungen gehen die Schützinnen und Schützen in Europa einen gemeinsamen Weg zu einem gemeinsamen Ziel. Durch das gegenseitige Verständnis für die unterschiedlichen Entwicklungen der einzelnen Traditionen wird auch der Gedanke der Völkerverständigung in Europa verwirklicht. Das brüderliche Miteinander fördert die europäische Einigung und das friedliche Zusammenleben in Europa.
Die neuen Ritter verpflichten sich damit, durch ihr Vorbild stets den christlichen Glauben zu bezeugen und für ein geeintes, christliches Europa und Leben einzutreten.
Der Orden, der 1985 anlässlich des Europaschützenfestes im belgischen Eupen gegründet wurde, zählt heute rund 500 Mitglieder. Als Großmeister konnte Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit Erzherzog Dr. Otto von Habsburg, damals Mitglied des Europäischen Parlaments, gewonnen werden. Durch die Ordensverfassung war der Orden mit dem Haus Habsburg verbunden, das jeweils den Großmeister stellte. Als Nachfolger von Dr. Otto von Habsburg übernahm sein Sohn Karl von Habsburg am 31.08.2008 im Kaiserdom zu Aachen das Amt des neuen Großmeisters des Ordens.
Neben der Investitur, einem Gottesdienst im Petersdom und der Teilnahme an der Papstmesse zur Eröffnung der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, zu der Papst Franziskus eingeladen hatte, standen mit dem Besuch von Castel Gandolfo, der Blauen Grotte von Capri und einer Führung durch das antike Rom auch touristische Aktivitäten auf dem Programm.
Nach fünf bewegenden Tagen in Rom traten die 300 mitgereisten Schützenschwestern und Schützenbrüder in dem Bewusstsein, unvergessliche Tage erlebt zu haben, die Heimreise an und freuen sich schon auf die nächste Romwallfahrt der EGS im Mai 2025. Dann wird das nächste Heilige Jahr in Rom unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ stattfinden, für das die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren laufen.
BA
Charles-Louis Prinz de Merode schlägt den Ehrenbrudermeister Bruno Bylicki zu Rittern der Ritterschaft vom Heiligen Sebastian in Europa.
