Allgemeine Berichte | 06.06.2017

Kultursalon Koblenz begleitete die Gruuße Kowelenzer Karnevalsgesellschaft auf einer Wohltätigkeitsreise

Rumänische Gastfreundschaft genossen

Die Koblenzer genießen rumänische Gastfreundschaft.privat

Koblenz. Die Geschäftsführung der Gruuße Kowelenzer Karnevalsgesellschaft beschloss, mit Familienbegleitung nach Rumänien in das größte Feuchtgebiet Europas zu fliegen. Es steht nicht für Brauereien und „hoch die Tassen“. Diese Region steht unter Natur- und Artenschutz – das Donaudelta ist ein Ort des Weltkulturerbes. Petra Lötschert, Salongründerin des Kultursalon Koblenz, begleitete die Truppe und ihre Gäste dabei. Abgeholt wurde die Delegation von zwei katholischen Priestern, Ioan Riba und Emil Moara aus Bukarest, die ihre Gäste persönlich in zwei Transportern sicher durch die Region fuhren.

Schwester Anna Maria kennt ihre Pappenheimer

Am ersten Abend wurde im Kloster St. Agnes, Popesti Leordeni am Stadtrand von Bukarest übernachtet. Jeder in einem Einzelzimmer. Manchmal erholsam auch für die Paare. In diesem Kloster geht es noch ordentlich zu. Abends gab es Trennkost: Fleisch und Gemüse aus eigenem Anbau. Dazu wurde selbst gebrauter Wein und danach Klosterlikör gereicht. Am Morgen wurden Wurst, Käse, Honig vom Imker, Eier aus dem eigenen Hühnerstall, warme Milch von eigenen Kühen serviert. Danach bat Schwester Anna Maria zum Gottesdienst. Die Schwestern sangen engelsgleich. Irgendwie himmlisch. Und dann ging es los Richtung Donau, die in Rumänien ins Schwarze Meer mündet.

5.000 Quadratmeter Biosphäre Donaudelta

Priester Riba wusste um den Hunger an der frischen abgasfreien Donauluft, er hielt vorsorglich an kleinen Restaurants – die Koblenzer und ihre Gäste ließen es sich gut gehen bei 400 Milliliter Bier für etwa 1,20 Euro, Essen für fünf Euro. An der Stadt Tulcea vorbei tauchten die Koblenzer in ein kleines Nest an den Ufern der Donau ab. Die Biosphäre des reizvollen Vogel- und Fischparadieses wird von der Uni Bukarest direkt neben dem Hotel Wels überwacht.

In dem kleinen 100-Seelen-Dorf finden sich immer wieder internationale Gäste ein, manche Bukarester unterhalten hier Wochenendhäuser mit eigenem Bootssteg. Die Straßenecke neben der orthodoxen Kirche ist der Dorftreff. Man kommt hierhin, um sich zu unterhalten, geht einkaufen, kommt mit vollen Händen wieder und redet weiter. Ältere Damen tragen ein Kopftuch, Herren eine Kappe – die Kopfbedeckung macht auf Dauer Sinn, denn der Sommer hier unten ist heiß. Am Abend gibt es Fisch. Er wird gebraten oder gekocht. 170 Fischsorten weist das Donaudelta auf. Die kommende Confluentia Sabine Hermes wollte am ersten Abend gleich eine Fischsuppe probieren. Doch die war schon direkt ausverkauft, ein gutes Stück Biofleisch lag 30 Minuten später auf ihrem Teller. Kühe auf den Donau-Landarmen leben fern von Luftverschmutzung, essen bestes, saftiges Grün. Alles ist gesund, was hier auf den Teller kommt. Man kann hier ruhig von bestem Biofleisch Europas sprechen.

Wenn einer eine Reise tut …

Dann kann er mit der GKKG etwas erleben. Am dritten Tag geht es mit drei Motorbooten ins Donaudelta. Abgeholt werden die Koblenzer von rumänischen Fischern, die ihren Gästen erst einmal Schwimmwesten zur Sicherheit anlegen. Und los geht es vom hoteleigenen Bootssteg in den Dschungel aus Wasserarmen, Sumpf, Inseln, Schilf- und Wasserroseninseln. Vorbei an Fischerhütten aus Holz und Schilf. Vorbei an glücklichen Kühen auf saftigen Wiesen, Kläffern, die auf Grundstücke aufpassen, bis man nur noch Vogellaute hört – Kormorane, die auf blätterlosen Bäumen sitzen; Pelikane, die im Wasser stolz umherstolzieren; Fischreiher, die sich in die Lüfte erheben.

Mancher Frosch taucht beim Ankommen des Motorbootes ab, andere springen neugierig auf den Rosenblättern heran. Wer einen Frosch küssen will, hat hier mannigfaltig Gelegenheit. Zum Schluss geht es auf eine gut versteckte Restaurantmeile am Rande des Naturschutzgebietes, die man in einem solchen Ausmaß nicht erwartet hätte.

Koblenz in Constanta

Eine der größten Hafenmetropolen Rumäniens ist die fast 300.000 Seelen zählende Stadt Constanta. Das alte Jugendstil-Casino am Meer in der Nähe des Industriehafens erzählt von gut betuchten Zeiten.

Heute steht die Altstadt von Constanta als Postkartenmotiv für Hochzeitsbilder hoch im Kurs. In einer Stunde zählt die Gründerin des Kultursalons Koblenz auf der Hafenbank vor dem Casino neun Paare mit ihren schwer bewaffneten Fotografen. Es ist Samstag, 18 Uhr. Auf dem Platz vor dem historischen Museum der Stadt erzählt eine Oldtimershow ebenfalls von den goldenen Tagen Rumäniens. „Rumänien ist wieder im Aufschwung“, erfahren die Reisenden von Herrn Metzdorf, der seine Frau auf der GKKG-Rumänienreise begleitet. „Fachkräfte sind schwer zu erhalten.“ Der Rumäne sitzt gern draußen auf der Piazza, trinkt und isst. Lässt es sich gut gehen, auch wenn er nur ein Viertel so viel verdient wie die Besucher aus Deutschland. Der Rumäne genießt eben das Leben. Sonntags ist allgemeiner Ruhetag. Es wird geputzt, ein Nachmittagsnickerchen gehalten, und so geht man auch mal im Morgenrock vor die Tür, holt sich eine Kleinigkeit aus einem Supermarkt, hält ein Schwätzchen mit dem Nachbarn und geht wieder in seine Wohnung zurück. Rumänen sind relaxt. An diesem Sonntag besucht der Bischof der Diözese Bukarest die Stadt am Schwarzen Meer. Er hält eine Messe in der Kirche von Pater Pius. Vor der Messe und auch danach reichen sich die Kirchgänger gern gegenseitig Pralinen. Auch das kann einen Gottesdienst versüßen. Die Priester Riba und Moara begleiten den Bischof im Talar während der Konfirmation. Ein Schlagzeug auf der Empore sorgt für mitreißenden Rhythmus, und der 30-köpfige Chor weist acht schwarze Stimmen auf. Ein Klangbild, das unter die Haut geht, beherrscht den Gottesraum.

Danach dürfen die Besucher die Koblenzer Geschenke in der Muttergottes-Kapelle bewundern: ein Kreuz aus dem aufgelösten Franziskanerinnen-Kloster aus Waldbreitbach, Westerwald und alte Kirchenbänke aus der Citykirche Koblenz. Die Koblenz-Geschenke weiß man hier zu schätzen.

Wie Koblenz Bukarest verschönert

Vorletzter Tag. Es geht nach Bukarest zurück. In drei Stunden haben die Reisenden das Kloster St. Agnes wieder erreicht. Die alten Zimmer erwarten die Gäste und ein Nachmittag in Bukarest. Bukarest auf eigene Faust. Bukarest hat eine faszinierende Altstadt. Es wurde nicht gebombt. Alles ist erhalten. In Bukarest weilten einst Menschen mit dem entsprechenden Portemonnaie. Stadthäuser aus dem Belle époque so weit das Auge reicht. Oft noch in einem weniger guten Zustand. Aber ihre unaussprechlich angelegte Schönheit ist nicht zu übersehen. Abends treffen sich alle in der Brauerei Caru’ cu Bere.

Für Stimmung ist gesorgt. Spätestens als ein umherziehender Spaßbereiter mit zwei Papageien und Kostümaccessoires herbeieilt. Priester Riba wird zum Popstar mit schwarzer Perücke, Schnauzer und dem passenden Mikrofon. Dirk Crecelius mutiert zur Haremsdame, der das Oberteil verrutscht ist, auf seinen Schultern thronen zwei Papageien, die an seinen Ohrläppchen zupfen. Herr Metzdorf sitzt als Scheich mit einer dicken Zigarre am Tisch. Die Tischgemeinschaft verwandelt sich in eine äußerst illustre Gesellschaft. m nächsten Morgen geht es zur Pfarrgemeinde St. Josef. Hier arbeitet Priester Riba. Er führt den Gästen stolz die Kindergartenküche vor: Ein Kühlschrank und eine Gastrospüle aus Deutschland sind sein Stolz. Den Geschirrschrank hat er selbst gezimmert. Er ist dem Plan von Salongründerin Petra Lötschert gefolgt, so hat er einen Manager gefunden, der für ihn Supermarktketten und Gastronomie anruft und sie bittet, noch gut verzehrbare Ware vor Ablaufdatum und wertvolle Esswaren an den öffentlichen Kindergarten St. Josef zu spenden. Damit die Kinder und Schüler neben wertvoller Bildung auch wertvolles Essen erhalten. n der Bibliothek und der dazugehörenden Grundschule mit Gymnasium stehen 23.500 Bücher. Hier wird Gebäck von Porzellan aus den Fünfzigerjahren aus Deutschland serviert. Man geht gut mit diesen Geschenken um. All diese Spenden wurden von einem Exportunternehmen aus Urbar hierhin transportiert. Die Besucher werden in der Grundschule und im Gymnasium den Schülern vorgestellt. Viele der Schüler und Schülerinnen können deutsch, sie begrüßen die Gäste in deren Sprache, singen ihnen ihre Lieder vor. Die Gruppe ist sehr berührt von dieser rumänischen Gastfreundschaft.

Die Straßenkinder sind gewachsen

Wer sind die Kinder der Straße? Manche der Obdachlosen hausen noch auf der Straße, andere haben bereits eine Notbehausung gefunden. Die Geschenke der GKKG für die Straßenkinder der rumänischen Hauptstadt bestanden diesmal aus vielen Haribotüten. as nächste Mal könnten die Geschenke anders aussehen: Hygieneartikel wie Zahnbürsten, Zahnpasta, Seife, Shampoo, Kämme, Handtücher, Taschen für das Hab und Gut, Decken. Damit sich die Straßenkinder im Alter von 16 bis 36, darunter Alkoholiker und Drogensüchtige, wieder langsam zwischen ihren Mitbürgern einreihen können. Kanister zur Wasseraufbewahrung, alte Militärzelte würden hier bestimmt auch ihre Abnehmer finden. Die GKKG mit ihrem Einfluss könnte eine entsprechende Sammelaktion schnell in die Wege leiten. u den Priestern Ioan Riba und Emil Moara ist eine große Freundschaft entstanden.

Als die Gäste Abschied nehmen, nehmen sie besonders die Schwestern von St. Agnes in den Arm. Viele sind schon einmal 2015 hier eingekehrt. Auch diesmal wurde die deutsche Mannschaft mit offenen Armen aufgenommen. Den Schwestern ist sie irgendwie ans Herz gewachsen. Rumänen sind herzlich.

Schwester Anna Maria ergreift das Wort.

Schwester Anna Maria ergreift das Wort.

Die Koblenzer genießen rumänische Gastfreundschaft.Fotos: privat

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