Interreligiöser Dialog an der Don Bosco Schule mit Arie Rosen
„Sabbat-Sonntag-Ruhetag“
Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Sabbat-Sonntag-Ruhetag“ war das Thema eines interessanten Projekts an der Don Bosco Schule, Förderschule mit den Förderschwerpunkten Lernen und Sprache.
Arie Rosen von der Organisation‚ Kulturelle Begegnungen‘ (Leitung Lea Fleischmann) mit Sitz in Jerusalem führte durch die Veranstaltung, die unterstützt wurde vom Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, der Kreissparkasse Ahrweiler sowie des Bürgervereins der Synagoge Ahrweiler. „Gerade heute ist es wichtig“, so Herr Rosen, „dem wieder aufkeimendem Antisemitismus in Europa keine Nahrung zu geben. Dem möchte ich entgegenwirken, indem ich in den verschiedenen Schulformen Aufklärungsarbeit über das Judentum durchführe“.
Sabbat heiße wörtlich `aufhören, ruhen, keine Arbeit verrichten`, berichtete Herr Rosen und verwies die Schüler auf den Umstand, dass alle drei monotheistischen Religionen einen Ruhetag haben. Im Judentum ist dies der Sabbat, im Christentum der Sonntag, der zur Ruhe auffordert und im Islam der Freitag. Es gebe jedoch Unterschiede in der Art und Weise, wie dieser Ruhetag in der jeweiligen Religion zelebriert werde. Der Sabbat beginnt am Freitag bei Sonnenuntergang und endet am Samstag bei Sonnenuntergang. Vorher wird geputzt und das Essen vorbereitet. Besonders gläubige Juden schalten am Sabbat nicht einmal das Licht an, auch Autos und Herd bleiben kalt, da jeder Verbrennungsvorgang die Sabbatruhe stört. Den Sabbat verbringt man im Kreis der Familie, denkt an Gott und gestaltet den Tag so ganz anders als einen normalen Arbeitstag.
Zur Veranschaulichung der jüdischen Zeremonien durften die Schüler kultische Gegenstände, die nicht nur im Sabbat eine Rolle spielen, in die Hand nehmen wie zum Beispiel eine handliche Nachbildung der Tora-Rolle (mit Schmuck und Wappen der Stadt Jerusalem), einen Kidduschbecher (Becher für den Weinsegen zu Beginn des Sabbat), einen Torazeiger, eine Hawdalakerze, Kerzenleuchter, Mesusa, zwei Gebetskapseln mit Riemen (Tefillin, einen für den einen Arm, den anderen für den Kopf) sowie einen Gebetsschal. Abschließend sang Herr Rosen zusammen mit den Schülern ein Kinderlied zum Sabbat. Die vielen sich anschließenden Fragen der Schüler zeigten, dass bei den Jungen und Mädchen aus den Klassen 5 bis 10 ein echtes Interesse an dem Thema bestand.
Zum Schluss würdigte Gemeindereferentin Mildred Ruppert, Religions- und Ethiklehrerin der Don-Bosco-Schule den Besuch und Vortrag von Arie Rosen und verwies die interessierten Schüler auf einen interreligiösen Arbeitskreis, der mit Beginn des Schuljahres 2017/2018 für die Schülerinnen der Don-Bosco-Schule angeboten werde. Er werde viele interessante Details der drei Weltreligionen zum Inhalt haben.
