Chortag der katholischen Kirchenchöre in Buschhoven
Sänger freuen sich auf das neue „Gotteslob“
Zum kommenden Advent soll das neue katholische Kirchengesangbuch in Dienst gestellt werden
Buschhoven. „Manchmal ist es vielleicht ganz gut, wenn man sich einfach in die Kirche stellt und singt“, machte Regionalkantor Bernhard Blitsch den etwa 130 Sängerinnen und Sängern augenzwinkernd Mut angesichts der turbulenten Phase, in der sich die katholische Kirche derzeit befindet. Beim alljährlichen Chortag, der katholischen Kirchenchören im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, machte sich tatsächlich so etwas wie Aufbruchstimmung breit, denn zum ersten Mal seit 1975 wird es zur kommenden Adventszeit ein neues katholisches Kirchengesangbuch in ganz Deutschland geben. Das „Gotteslob“ sei von einem Expertengremium in zehnjähriger Vorbereitungszeit zusammengestellt worden, erklärte Blitsch den Chormitgliedern. 2000 Lieder seien dabei durch gesungen und bewertet und in die Kategorien A, B und C eingeteilt worden. In die engere Auswahl kamen schließlich 560 Lieder, und 290 fanden den Weg ins neue „Gotteslob“, so der Regionalkantor. 140 davon sind bereits bekannt, es sind die allseits beliebten und immer wieder gern gesungenen Kirchenlieder wie etwa „Großer Gott, wir loben Dich“. Doch 150 Gesänge haben es neu ins Gesangbuch geschafft, 50 davon zählen sogar zur modernen Gattung „Neues geistliches Liedgut“.
Lieder aus acht Epochen
So finden sich im neuen „Gotteslob“ Gesänge aus acht Epochen, von der Gregorianik aus der Zeit vor 1500 über Renaissance, Barock und Aufklärung bis ins 21. Jahrhundert hinein. Zahlreiche Rubriken mussten berücksichtigt werden, und so gut wie jedes Bistum hat auch einen eigenen, regional geprägten Teil eingebracht, natürlich auch das Kölner Erzbistum. Darin kommen regionale Besonderheiten zum Tragen, und viele Lieder haben einen deutlich örtlichen Bezug. So etwa, das vom Kölner Domkantor Oliver Sperling verfasste „Gottes Stern, leuchte uns“, das an die Heiligen Drei Könige erinnert, deren Reliquien bekanntlich im Kölner Dom aufbewahrt werden. „Das neue Gesangbuch ist ein großer Wurf und repräsentiert in gewisser Weise die derzeitige Aufbruchstimmung in der Kirche“, lobte der Regionalkantor das Werk. Die Sängerinnen und Sänger kamen beim Chortag im katholischen Pfarrheim von Buschhoven auch erstmals in den Genuss, ein Stück aus dem neuen Gesangbuch gemeinsam singen zu können. Blitsch hatte dafür das Lied „Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein“, ausgesucht, das seine Premiere im linksrheinischen Rhein-Sieg Kreis gleich siebenstimmig erlebte. „Ich hoffe, dass Sie mit einem guten Gefühl auf den kommenden Advent blicken können“, verabschiedete sie Blitsch, „denn dann wird das neue Gesangbuch in der katholischen Kirche Einzug halten und neue Impulse in unseren Gemeinden setzen.“
