Feuerwehrtag der Verbandsgemeinde Mendig im Dorfgemeinschaftshaus Volkesfeld
Sage und schreibe 180 Beförderungen und Ehrungen
Volkesfeld. Doppelten Grund zum Feiern gab es am vergangenen Wochenende im Dorfgemeinschaftshaus in Volkesfeld: Die 1893 gegründete Freiwillige Feuerwehr der Ortsgemeinde feierte ihr 130-jähriges Bestehen, gleichzeitig durfte die 1998 wieder eingeführte Jugendwehr auf ein Vierteljahrhundert zurückblicken. Da lag es nahe, dass auch der Feuerwehrtag der Verbandsgemeinde Mendig nach Volkesfeld vergeben wurde. Sage und schreibe 180 Beförderungs- und Ehrungsurkunden hatten Bürgermeister Jörg Lempertz und Co. mit im Gepäck.
Der Samstag gehörte den Volkesfeldern um Wehrführer Matthias Wingender (27) und dessen Stellvertreter Stefan Schäfer. Wingender hatte Mitte 2021 seinen Vater Albert als Wehrführer abgelöst, Schäfer war 2022 für Thorsten Leich als stellvertretender Wehrführer nachgerückt. Leich wiederum übernahm die Leitung der Jugendfeuerwehr. Was der Nachwuchs von Leich gelernt hat, durfte er vor dem offiziellen Fassanstich demonstrieren. 27 aktive Feuerwehrleute zählt die Volkesfelder Wehr, im vergangenen Jahr 2022 gab es für die Ausrückgemeinschaft Volkesfeld/Rieden 37 Einsätze zu verzeichnen.
„Corona hat uns schon etwas gelähmt“, begründete Bürgermeister Lempertz, warum für die „Blaulicht-Familie“ der erste Verbandsgemeinde-Feuerwehrtag seit 2019 über die Bühne ging. „Die Aufgaben einer Wehr sind, natürlich auch technisch bedingt, vielfältig geworden. Aber alle, die dieses Ehrenamt mit Leidenschaft, Kameradschaft, Zuverlässigkeit, Gehirnschmalz und großer Einsatzbereitschaft ausführen, stellen ihre eigenen Belange zurück. Dazu zählt die Teilnahme an Schulungen, auch an Wochenenden“, lobte Lempertz.
Insgesamt wurden am Sonntag 17 junge Männer und Frauen neu verpflichtet und 59 Beförderungen ausgesprochen. 13 Jugendliche konnten in die Wehr aufgenommen werden, allein elf davon in Volkesfeld. Zudem wurden zwölf Feuerwehrmänner zu Gruppen- beziehungsweise Zugführern bestellt und 35 Menschen für ihren 15- bis 45-jährigen Einsatz mit dem rheinland-pfälzischen Feuerwehr-Ehrenzeichen in Bronze, Silber und Gold geehrt. Zudem wurden noch zahlreiche Fluthelfermedaillen vergeben.
Die Verbandsgemeinde Mendig unterhält in jeder Gemeinde eine eigene Ortswehr mit fünf Feuerwehrgerätehäusern sowie 18 Einsatzfahrzeugen inklusive Rettungsboot. Es gibt 176 aktive Feuerwehrangehörige, 70 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr sowie 52 Ehemalige in den Altersabteilungen. Jedes Jahr rücken die ehrenamtlichen Helfer zu rund 250 Einsätzen in und um die Verbandsgemeinde Mendig aus.
„Verantwortungsbewusste, gut ausgebildete und stets einsatzbereite Feuerwehrmannschaften sind für die Sicherheit unserer Gemeinden von ganz entscheidender Bedeutung. Wir alle müssen uns darüber im Klaren sein, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, anderen in Not zu helfen“, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete Pascal Badziong in Vertretung von Landrat Dr. Alexander Saftig. „Ohne die vielen Ehrenamtlichen würden unzählige Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens kaum mehr existieren.“
Der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Mendig legte den Finger in die Wunde. „Finanziell sind wir leider nicht auf Rosen gebettet. Deshalb möchte ich um Verständnis bitten, dass viele Wünsche einfach nicht erfüllbar sind“, so Stephan Schüller. „Wir versuchen immer gemeinsam, gangbare Wege zu finden, um das Unmögliche möglich zu machen, was uns in den vergangenen Jahren in den meisten Fällen auch in akzeptabler Form gelungen ist.“
Versöhnliche Worte fand der Volkesfelder Ortsbürgermeister. „In 130 Jahren ist etwas gewachsen, was die Gründungsväter so sicherlich nicht vorhersagen oder erhoffen konnten. Wir haben in Volkesfeld ein hohes Qualitätsniveau erreicht“, freute sich Rudolf Wingender. Der stellvertretende Brand- und Katastropenschutzinspekteur blickte in die Zukunft. „Es ist viel im Umbruch im Land Rheinland-Pfalz. Wir werden gefordert sein, es bleibt viel zu tun und spannend“, meinte Andreas Faber. „Allerdings ist eins klar: Ihr könnt alle stolz auf euch sein.“
Der Volkesfelder Wehrführer Matthias Wingender bekam von Jörg Lempertz, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mendig, ein Mannschaftsbild geschenkt.
Hermann-Peter Heuft aus Bell (2. v. li.) wurde mit dem Goldenen Feuerwehrehrenzeichen am Bande ausgezeichnet.
Die Silberne Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbands erhielt der 89-jährige Franz Heuft, seit dem 1. Juni 1952 fester Bestandteil der Beller Feuerwehr.
Frank Müller (links) und Wolfgang Adams (Mitte) sind seit über 35 beziehungsweise seit über 40 Jahren dabei.
