Kolpingfamilie St. Martin
Sammelaktion für die Ukraine beendet
Lahnstein. Jede Sozialaktion hat auch ein Ende-Datum. Am 31. Januar 2025 endet die Sammelaktion von Wachs und Kerzenstumpen für die Ukraine zur Herstellung von Büchsenlichtern in der Kolpingfamilie St. Martin. An vier Sammelstellen wurden in gut zwei Monaten 50 Bananenkisten randvoll mit Wachs gespendet, was einer Masse von 750 Kilo entspricht. Damit können rund 3.000 Büchsenlichter von kleinen, privaten Manufakturen in verschiedenen Städten der Ukraine gegossen werden. Die landesweiten Stromausfälle liegen in der Ukraine bei 70 Prozent und mehr. Das Wachs wird flüssig aufgekocht und dann in 500 ml-Dosen gegossen. Die Konservendosen werden zuvor spiralförmig mit Wellpappe als Dochtersatz ausgestattet. Die leeren Dosen selbst kommen vom ukrainischen Lebensmittelhandel. Ein Büchsenlicht als alternative Heizquelle hat eine Brenndauer von bis zu zwölf Stunden. Auf den Büchsenlichtern wird in Hinterhöfen, in Gärten und auch in leeren Backöfen von Etagenwohnungen gekocht und es werden warme Mahlzeiten zubereitet. Neue Kerzen – und auch von diesen wurden sehr viele gespendet – dienen als Lichtquellen. Auch die Wäsche wird im Winter mit Büchsenlichtern getrocknet. Dafür werden Rohre an den Büchsenlichtern befestigt über welche die Ukrainerinnen und Ukrainer ihre Hosen oder Pullover legen. Die Sammelaktion wird getragen vom ehrenamtlich geführten und gemeinnützigen Verein „DoVira Help Foundation“ in Hürth. Die Vereinsvertreter staunten ob des Sammelergebnisses am Rhein-Lahn-Eck. „Schon schön, wie viele Bürger hier mitgemacht haben und Empathie zeigten“, so auch Markus Schild, der Vorsitzende der Kolpingfamilie St. Martin. „Wir möchten allen Lahnsteinern danken, die großherzig Helligkeit und Wärme für die Ukraine geschenkt haben.“ Es gab ukrainische Flüchtlinge, welche beim Discounter neue Kerzen für die Spende kauften. Aus dem gesamten Rhein-Lahn-Kreis und darüber hinaus wurden an die Kolping-Verantwortlichen Pakete mit Wachsresten gesandt. Für die Frauen in über 200 ukrainischen Orten, welche die Büchsenlichter fertigen, ist dies eine Ablenkung vom Grauen des Krieges und zugleich eine Möglichkeit, etwas für die Menschen um sie herum zu tun. Die Büchsenlichter werden an bedürftige Zivilisten in den Dörfern und Städten mit massiven Stromausfällen und an Soldaten in den Schützengräben verteilt. Der Transport von Deutschland in die Ukraine erfolgt auf Paletten mit LKWs, welche regelmäßig in die Ukraine fahren. (32 Bananenkartons ergeben eine Palette) „Wir hoffen nicht, dass wir diese Sammelaktion im nächsten Winter wiederholen müssen“, so Karl-Josef Peil aus dem Vorstand der Kolpingfamilie St. Martin.
