Meckenheim gibt Industriegleise ab
Sanierungskosten sind zu hoch
Schienenstrang von 1973 ist in verwahrlostem Zustand
Meckenheim. Barbara Heymann von der SPD brachte es zum Schluss der Debatte auf den Punkt: „Die Gleise der DB wurden auch aus Nachhaltigkeitsgründen gebaut, um Güter von der Straße auf die Schiene zu holen. Wir sehen aber den gegenteiligen Trend in Politik und privatisierter Bahn.“
Seit 1973 gibt es einen derzeit ungenutzten Schienenstrang, der an der Meckenheimer S-Bahn-Haltestelle Kottenforst auf die Bahnlinie Bonn-Euskirchen trifft.
Kein Zug mehr seit 2014
Wer sich das im Detail anschaut, dem fällt sofort der sichtbar verwahrloste Zustand des Gleises auf. Das ist auch kein Wunder, fährt doch schon seit 2014 kein Zug mehr über diese Schienen. Das Ganze gehört der Stadt Meckenheim, denn dies alles wurde in den 70ern von der Stadtentwicklungsgesellschaft gebaut. Und es muss unterhalten werden. Zu allem Überfluss steht die Anlage auch noch mit einem Restwert von rund einer Million Euro in den Büchern der Stadt.
Anteilig 238.000 Euro für neue Anschlussweiche
Doch auch ein Gleis und die dazugehörigen Weichen wollen gepflegt werden, und so hat die DB der Stadt im September 2016 mitgeteilt, dass für eine neue Anschlussweiche anteilige Kosten in Höhe von 238.000 Euro anfallen würden. Ebenso müssten die Kosten für den Infrastrukturvertrag angepasst werden, alternativ könne die Stadt das Gleis auch aufgeben, wofür ebenfalls Kosten anfallen würden. Was und wie genau die Bahn hier rechnet, darf der Steuerzahler freilich nicht erfahren, denn die entsprechenden Schreiben wurden nur in den nicht-öffentlichen Teil der Sitzungsunterlagen eingestellt.
Auch bei Stilllegung fallen Kosten an
Trotzdem waren auch die veröffentlichten Zahlen sehr klar. Wenn die Stadt den Gleisanschluss aufgibt, dann fallen einmalig eine Abgeltungssumme von 130.900 Euro sowie rund 30.000 Euro für den Rückbau an. Wenn das Gleis aufrechterhalten wird, so fallen rund 238.000 Euro für Erneuerungskosten an sowie jährlich rund 36.500 Euro für den Unterhalt.
Das alles für ein Gleis, was derzeit niemand nutzt, und es zeichnet sich auch kein weiterer Nutzer ab. Auch die Wirtschaftsförderung hat hier keine anderweitigen Erkenntnisse. Die ansässigen Betriebe haben bereits vor Jahren ihre entsprechenden Verträge mit der Bahn aufgekündigt, da auf der einen Seite die von der Bahn erhobenen Gebühren für die Nutzung des Industriestammgleises zu hoch waren und auf der anderen Seite die Transportmöglichkeit Schiene zu unflexibel und zu teuer war.
Weitere Unterhaltung des Gleises macht keinen Sinn
Freilich hat das Gleis noch einen Restbuchwert von 899.000 Euro und wird jährlich mit 69.000 Euro abgeschrieben mit einer Restlaufzeit von zwölf Jahren. Aber auch aus Sicht der Kämmerei macht eine weitere Unterhaltung des Gleises keinen Sinn, da eine neuerliche Nutzung nicht ersichtlich ist.
Der Ausschuss stimmte daher einstimmig für die Aufgabe des Ausschlussgleises. STF
