28. Andernacher Musiktage
Saxophon gibt den Ton an
Kunstgenuss auf Schloss Burg Namedy vom 4. bis 6. Mai
Andernach. Das Saxophon ist der Star der 28. Auflage der Andernacher Musiktage auf Schloss Burg Namedy von Freitag, 4. Mai, bis Sonntag, 6. Mai. Der Neuling in dieser Szene verspricht heiße Rhythmen bei diesem Klassikfestival, das unter dem Titel „Hot Music“ an den Start geht.
„Hätten Hydn, Dvorák oder Schubert das Saxophon gekannt, hätten sie sicher auch Werke für dieses Instrument komponiert“, ist Nina Tichmann, künstlerische Leiterin der Andernacher Musiktage überzeugt. Doch das Instrument, das in diesem Jahr das Festival dominiert, gab es noch nicht, als die großen Klassiker ihre Meisterwerke schrieben. Als der Erfinder des Saxophons, der belgische Instrumentenbauer Adolphe Sax, sein Instrument im Jahre 1842 dem großen Héctor Berlioz (1803-1869) vorführte, war dieser begeistert. Er lobte den Klang als „voll, weich, schwingend, von enormer Stärke. Nina Tichmann teilt Berliozs Begeisterung: „Ich liebe das Saxophon, weil es so wunderschöne Obertöne hat.“
Doch erst als der Spätstarter im Jazz des 20. Jahrhunderts das Rampenlicht eroberte, horchten auch die Klassikvertreter auf. Tausende von klassischen Komposionen und vor allem Transkriptionen sind seitdem entstanden. Wie dieser Star der Jazzmusik mit der klassischen Besetzung – Streicher – Klarinette, Klavier – harmoniert, wie die alten Kompositionen mit ihm klingen, die lange vor seiner Erfindung geschrieben wurden, und welche Stücke große Komponisten für das Saxophon kreiert haben – darauf können sich die Musikfreunde freuen. So interpretiert das preisgekrönte Fukio Saxophone-Quartett beispielsweise Antonin Dvoráks „American“ Quartett, das während Dvoráks Amerika Aufenthalt in den 1980er-Jahren entstand. Speziell für das Ensemble komponierte Werke gibt es bereits beim Eröffnungskonzert am Freitag, 4. Mai, wie den „Blutigen Schaffner“ des Frankfurter Komponisten Robin Hoffmann. „Eine Komposition, die nicht nur Musik, sondern auch eine Art Perfomance ist“, schwärmt Nina Tichmann.
Die Verantwortlichen der Musiktage, Gesamtleiterin Heide Prinzessin von Hohenzollern und Nina Tichmann unterstreichen mit dem für die Klassik eher ungewöhnlichen Instruments, dass Unverwechselbarkeit, hohe künstlerische Qualität und vor allem auch Innovation die Markenzeichen des weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus beliebten Festivals seien. Wurden bislang Brücken zwischen Musik, Literatur und bildender Kunst geschlagen oder Landschaften und große Komponisten in den Vordergrund gerückt, so ist es dieses Mal der „Hottie“ unter den Holzblasinstrumenten. Zum Finale der Musiktage, am Sonntag, 6. Mai, präsentieren sich Klavier- und Saxophonquartett gemeinsam und interpretieren Leonard Bernsteins Ouvertüre zu „Candice“. Nina Tichmann versichert jedoch, dass sich zwischen Start und Schlusspunkt genügend Genussstoff für Liebhaber der klassisch-romantischen Kammermusik findet.
Dazu zählen beispielsweise Franz Schuberts Klaviertrio B-Dur, op. 99 und Robert Schumanns Klavierquartett Es-Dur, op.47. Am Flügel unterstützt wird Nina Tichmann dabei von international renommierten Musikern, der Cellistin Xenia Jankovic, dem Bratschisten David Quiggle und der Geigerin Ariadne Dask lakis. Dank der Unterstützung von Stadt und Land sowie zahlreicher Sponsoren kostet der Eintritt zu allen Konzerten nach wie vor nur 10 Euro. Details zum Programm gibt es im Internet unter www.andernacher-musiktage.de
Bürgermeister und Oberbürgermeister von Andernach zusammen mit den Gesamtverantwortlichen der Andernacher Musiktage, Nina Tichmann und Heide Prinzessin von Hohenzollern.
Ein kleines Konzert am Klavier als Appetithappen von Nina Tichmann.
