Allgemeine Berichte | 08.07.2024

Bürgermeister Holger Jung informierte im Rahmen der Sommerpressekonferenz über vergangene und zukünftige Projekte der Kommune

Schaffung von Wohnraum, Hochwasserschutz und Flüchtlingsunterbringung stellen Meckenheim vor große Herausforderungen

Bürgermeister Holger Jung blickte bei der Sommerpressekonferenz sowohl zurück als auch voraus. Foto: DU

Meckenheim. Viele Projekte konnten erfolgreich zum Abschluss oder auf den Weg gebracht werden, es gibt aber auch enorme Herausforderungen - so lässt sich die jüngste Sommerpressekonferenz von Bürgermeister Holger Jung zusammenfassen. Dabei blickte er nicht nur auf das vergangene, erste Halbjahr zurück, sondern auch auf Kommendes voraus.

So soll beim Neubauprojekt Schulcampus bis Anfang des kommenden Jahres der Bauantrag erfolgt sein, die Planungen sind in vollem Gange. Zweites Großprojekt sind die „Weinberger Gärten“, wo in zentraler Lage auf rund vier Hektar ein neues Wohnquartier entsteht.

„Dort entsteht dringend benötigter Wohnraum für jeden Geldbeutel. Wir sind froh, dass wir in die Bebauung kommen und relativ bald auch bezugsfertig sind“, so Holger Jung, der auch auf die vier inzwischen wieder nutzbaren Sporthallen in der Altstadt hinwies.

Auch dank entsprechender Fördermittel erhalten die Meckenheimer Grundschulen im Rahmen der Digitalisierung elektronische Tafeln, so genannte Smartboards. Darüber hinaus werden rund 300 I-Pads für die Schulen angeschafft.

Sechsgruppige Kita am Siebengebirgsring: Baubeginn soll 2025 erfolgen

Neben Wohnraum und Schulen bewegt Meckenheim auch das Thema Kitas, hat man doch einen Kinder-Zuwachs wie kaum eine andere Kommune. Der Kita-Neubau am Siebengebirgsring mit einer neuen, sechsgruppigen Kita soll im nächsten Jahr entstehen, die Kita St. Jakobus in Altendorf-Ersdorf, wo aktuell 44 Kinder bei wesentlich höherem Bedarf untergebracht sind, soll mit einem An- oder Neubau von drei auf vier Gruppen erweitert werden. Bis dahin ist eine interimistische Unterbringung geplant. Die im vergangenen Jahr an den Start gegangene Wald-Kita hat sich als zusätzliches Angebot gut etabliert. Für die Zukunft gesichert sind die beiden interkommunalen Büchereien samt Kinderbücherei, wo Haupt- und Ehrenamt Hand in Hand zusammenwirken. Ein großer Block war das Thema Mobilität/Klimaschutz. Hierzu gehört unter anderem die schon erfolgte Gehwegverbreiterung und Schulwegsicherung in Altendorf-Ersdorf. Da Meckenheim 2045 Klimaneutral sein will, spielt auch die Wärmeplanung- und Versorgung eine große Rolle.

Stadt mit eigener Wärmeplanung

„Dort haben wir inzwischen eine 90-prozentige Förderung in Anspruch genommen, um das planende Büro zu bezahlen. Die Bestandsanalyse liegt hinter uns, jetzt sind wir in der Potentialanalyse. Es geht um eine Wärmeplanung der Stadt insgesamt, wobei wir auch mit Besonderheiten wie unserem Industriegebiet umgehen müssen. Ein eigenes Wärmenetz werden wir nicht aufbauen, weshalb wir immer auch auf die jeweiligen Versorger angewiesen sind. Es ist ein übergreifendes Projekt, das auch nicht unbedingt an kommunale Grenzen gebunden ist“, betonte Holger Jung. Wie sich erwähnte Planungen auf Hausbesitzer und Mieter auswirken werden, ist dabei noch nicht absehbar. Im Bereich Industriepark Bahnhof hat die Stadt im vergangenen Jahr eine zwölf Hektar große Fläche erworben, die an den Aufsteller einer Freiflächen-PV-Anlage unter Einbindung eines Bürgerbeteiligungsmodells verpachtet wird. Zum Themenkomplex Klima gehören auch der Hochwasser- und Starkregenschutz, wo die Bauauftragsvergabe für den Entlastungskanal an der Bonner Straße mittlerweile vergeben wurde. In Sachen Hochwasserrückhaltebecken im Bereich Altendorf-Ersdorf sei man, so Holger Jung, noch ganz am Anfang. Hier sei eine Umsetzung aufgrund verschiedener Faktoren wie beispielsweise Flächenerwerb jedoch nicht vor einem Zeitraum von fünf- bis sieben Jahren realistisch.

Hochwasserschutz als Daueraufgabe

Der 2023 fertiggestellte Schutzwall in der Swistbachaue verhinderte beim jüngsten Starkregenereignis im Mai ein erneutes Wassereindringen in die Altstadt. „Das wird eine Daueraufgabe bleiben, die nie abgeschlossen wird“, prognostizierte Holger Jung. Seit jeher ist dem Stadtrat auch die Feuerwehr sehr wichtig, weshalb unter anderem ein neues Löschfahrzeug für die Feuerwehr Lüftelberg für 450.000 Euro angeschafft wurde. Der anstehende Neubau des Feuerwehrgerätehaus Lüftelberg soll mit seinen dortigen Übungsmöglichkeiten den Wehren der gesamten Stadt dienen. Hier läuft derzeit die Ausführungsplanung. Vorgesehener Baubeginn: Anfang 2025. Apropos neues Fahrzeug: dieses wurde auch für den kommunalen Ordnungsaußendienst angeschafft, der in Meckenheim nicht zuletzt auch in Bezug auf die öffentliche Sicherheit eine große Rolle spielt.

Flüchtlingsunterbringung bringt die Kommune an die Belastungsgrenze

Eine der größten Herausforderungen ist und bleibt die Flüchtlingsunterbringung. „Das Thema überlagert all die anderen Bemühungen, die wir sonst im Hochbaubereich haben. Daher pochen wir darauf, dass der Bund dafür sorgt, dass wir das geregelter hinbekommen mit der Zuweisung von Flüchtlingen in die Kommunen und dass das Land uns entsprechend finanziell ausstattet. Wir werden dort finanziell nicht so unterstützt, wie es die Kosten nötig machen würden. Zudem brauchen wir Kapazitäts-mäßig Unterstützung, damit wir die Menschen unterbringen und integrieren können. Hierzu hat der Rat den Beschluss gefasst, dass wir auf der Werferwiese eine zusätzliche Einrichtung für bis zu 120 Personen errichten. Das Gebäude wird Ende September bezugsfertig sein und ist dringend nötig, da wir derzeit mit Zwischenlösungen arbeiten - alles von dem Gedanken getrieben, dass wir versuchen, die Belegung einer Turnhalle unbedingt zu vermeiden. Es muss auf der großen Ebene etwas passieren, denn wir müssen auch den Integrationsprozess noch gestalten können. Zudem muss das Ganze System besser organisiert werden - auch, was Menschen betrifft, die ausreisepflichtig sind. Die Kommunen sind hier, auch in Sachen Administration, an der Belastungsgrenze angelangt“, bekräftigte Holger Jung.

Auf dem Areal der Christuskirche könnte eine Kita entstehen

Weiter vorangetrieben hat man auch das Thema Stadtmarketing, wo man unter anderem weiterhin aktiv an der Verringerung des Leerstandes arbeitet. Nicht einfach, da oftmals zähe Gespräche mit Eigentümern geführt werden müssen. Sehr gut angenommen wird der kürzlich ins Leben gerufene, an jedem dritten Freitag stattfindende Feierabendmarkt am Neuen Markt, der fortgesetzt werden soll. Ebenfalls positiv bewertet der Bürgermeister das stetige Wachsen des Inklusionsnetzwerks Meckenheim, wo es ganz besonders auch um die aktive Teilhabe in der Stadt geht – mit Veranstaltungen und Aktivitäten. Auch dort bilden Haupt- und Ehrenamt eine starke Symbiose. Beschlossen hat der Rat auch den Ankauf der Christuskirche von der evangelischen Kirchengemeinde - nach langen und intensiven Gesprächen. Fest steht, dass das Areal in öffentlicher Hand bleiben wird und der kommunale Gemeinbedarf im Vordergrund steht. Wie man mit dem Gebäudebestand umgehen wird, steht derzeit indes noch nicht fest. Beispielsweise ist eine Nutzung als Kita oder Kita-Areal denkbar. Finanziell hat die Stadt Meckenheim einen beschlossenen Doppelhaushalt, der auch von einer Erhöhung der Grundsteuer B gekennzeichnet ist, was für 2023 und 2024 entsprechend umgesetzt wurde. In diesem Haushalt wurde durch eben jenen Beschluss auch der Haushaltsausgleich dargestellt.

Bürgermeister Holger Jung blickte bei der Sommerpressekonferenz sowohl zurück als auch voraus. Foto: DU

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