Allgemeine Berichte | 10.07.2025

Historisches Fundstück in Mayen

Schaufensterfund in Mayen: Nostalgischer Fernseher weckt Erinnerungen

Im Schaufenster des ehemaligen Musikhauses „Geiermann“ in Mayen ist ein solches „Fernsehschätzchen“ - ein Stück Zeitgeschichte zu sehen.  Foto: Bernd Schmitz

Mayen. Man muss nur mit offenen Augen durch die Stadt der Steine, der Märkte und des großen Angebotes an Waren jedweder Art gehen, und man wird so manches entdecken, was viele der Bürger staunen lässt oder zum Nachdenken anregt. Vielleicht an die gute alte Zeit. Damals noch ohne Handys, Smartphones, Computer, MP3-Player oder gar iPod, aber vielerorts konnten sich vereinzelte Familien, in den ersten Jahren der TV-Geschichte für Jedermann, so um das Jahr 1952, sogar einen eigenen Fernseher, leisten. Es werden sicherlich noch nicht viele glückliche Besitzer eines, landläufig „Flimmerkiste“ genannten Gerätes gewesen sein, musste man schließlich so um die 1000 DM, das waren zu dieser Zeit etwa drei Monatsgehälter, dafür hinblättern. Jedenfalls steht im Schaufenster des ehemaligen Musikhauses „Geiermann“, ein solches „Fernsehschätzchen“ ein Stück Zeitgeschichte. Wie verriet mir doch ein bekannter Mayener, natürlich auf Platt: „Bee ech esu e Jerät krischt hann, hatt esch plötzlech vill Freunde, de bai mir en dee „Klotze“ kucke wollten“. Klar, da flimmerten öffentlich-rechtliche Sender ARD und ZDF mit Straßenfegern wie der „Tagesschau“, den „Stahlnetz-Krimis“, die „Firma Hesselbach“, das Millowitsch-Theater 1960 mit dem „Etappenhasen“, dem Pionier der Fernsehunterhaltung, Peter Frankenfeld oder auch später Hans-Joachim Kulenkampf bis zum Sendeschluss, meistens gegen 22 Uhr, über die damals noch recht kleine Mattscheibe. Und die in einer Größe, die heute zu einem milden Lächeln verleitet. Der Beginn der Fernsehära war jedenfalls im Rückblick eine schöne Zeit. Jedenfalls nicht so schnelllebig wie heute. Und wenn man einmal genau überlegt, dann waren die Sendungen auch besser. Oder – wir waren noch nicht so verwöhnt von den zwei Sendern und ganz ohne Fernbedienung. Heute – so sagt man, soll es ja ein paar Sender mehr geben. Und da benötigt man ja auch eine Fernbedienung. Wer will denn beim Umschalten noch aufstehen?

Bernd Schmitz

Im Schaufenster des ehemaligen Musikhauses „Geiermann“ in Mayen ist ein solches „Fernsehschätzchen“ - ein Stück Zeitgeschichte zu sehen. Foto: Bernd Schmitz

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