Bei den Kickern der SG Vinxtbachtal-Brohl läuft sportlich alles rund - trotzdem droht der Zwangsabstieg
Schiri dringend gesucht!
Gönnersdorf. Für die SG Vinxtbachtal-Brohl könnte es eigentlich gar nicht besser laufen. Die Stimmung in der noch jungen Spielgemeinschaft ist klasse und die frisch formierten Truppe ist bisher gut zusammengewachsen. Erst seit 2022 bilden die drei Vereine FC Rhenania Gönnersdorf, VfL Brohl und VfR Waldorf eine Spielgemeinschaft. Und das Wichtigste stimmt sowieso: Die SG-Jungs sind auf Platz 1 der Kreisliga C und der Aufstieg in die B-Liga ist eigentlich gemachte Sache - aber eben nur eigentlich. Die Kicker aus der VG Bad Breisig haben ein richtig großes Problem: Sie finden keinen Schiedsrichter. Denn gemäß Fußballstatuten muss jeder Mannschaft einen eigenen Unparteiischen stellen. Genau der (oder die) fehlt bei den Sportler aus dem Vinxtbachtal. Finden die Kicker bis zum keinen 1. Juli 2023 keinen Schiedsrichter, wären die Konsequenzen massiv. Der Zwangsabstieg droht und damit wäre jedes gewonnene Spiel, jeder Punkt und jedes Tor schlussendlich völlig umsonst gewesen. Eine weitere Möglichkeit wäre die weitere Teilnahme am Spielbetrieb außer Konkurrenz. Das stellt aber keine echte Alternative dar. „Alles in allem ist das eine ziemliche Katastrophe“, sagt SG-Coach Dennis Schütz. Denn auch nach einem möglichen Aufstieg wäre die SG Vinxtbachtal ein Kandidat für den direkten Wiederabstieg. „Wir hätten auch in der Kreisliga B“ eine absolut konkurrenzfähige Mannschaft“, ist sich der Waldorfer Tobias Felten, der als Spieler für die SG antritt und gleichzeitig im Mannschaftsausschuss ist, sicher. Auch im Pokal steht der Club gut dar und hat erfolgreich des Halbfinale erreicht. Spielertrainer der erfolgreichen Mannschaft ist Patrick Melcher. Melcher hat als „Goalgetter“ langjährige Bezirksliga-Erfahrung. Als Trainer hat er unter anderem die SG Kempenich ins Kreisligaoberhaus geführt.
Stabile Personallage - bis auf den Unparteiischen
Gäbe es nicht die Schiedsrichter-Misere ständen die Zeichen für die SG Vinxtbachtal-Brohl also sehr gut. Derzeit werden die Heimspiele auf den Platz in Gönnersdorf ausgetragen, dann gibt es noch den Platz in Brohl am Rhein. Der Fußballplatz in Waldorf soll bald auch zum Naturrasenplatz werden. Dabei wird der Verein vom Land Rheinland-Pfalz finanziell unterstützt. Auch neben dem Platz ist alles in Ordnung: Etwa 60 Besucherinnen und Besucher schauen sich die durchaus recht spannenden Begegnungen an. Und natürlich sucht die SG Vinxtbachtal immer noch begeisterte Mitspieler. Aber im Grund gilt die personelle Lage als stabil, wäre da nicht der vakante Schiedsrichterposten.
Ein Einstieg als Schiedsrichter bietet durchaus einige Vorteile und mitmachen kann eigentlich jeder. Als Vorteil nennen Schütz und Felten die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme am Vereinsleben, auch, wenn die eigenen fußballerischen Qualitäten nicht unbedingt für die Mannschaft reichen. Die sportliche Betätigung ist eine weiterer Faktor. Gratis ist eine Schiedsrichterleistung auch nicht: Der oder die Unparteiische bekommen Fahrtgeld und eine Prämie, deren Höhe von dem Verein festgelegt wird. Und dann sind da ja noch die Karrierechancen. „Man wird eher Profi-Schiedsrichter als Profi-Fußballspieler“, sind sich Felten und Schütz einig. Somit ist die Betätigung als Schiedsrichter durchaus eine attraktive Angelegenheit.
Wer den Kickern der SG Vinxtbachtal-Brohl aus ihrer Misere helfen und im Auftrag des Vereins einen Schiedrichterkurs absolvieren möchte, kann sich gerne melden. „Wir sind dankbar für jeden, der uns unterstützt!“, sagen Schütz und Felten.
ROB
Die Heimspiele werden in Gönnersdorf ausgetragen. Foto: ROB
