Allgemeine Berichte | 09.05.2018, 12:57 Uhr

Gefährliche Volkskrankheit

Schlaganfall ernst nehmen und sofort handeln

Rhein-Sieg-Kreis. Zum „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai appelliert das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises an die Aufmerksamkeit von Betroffenen und Angehörigen. „Ein Schlaganfall ist immer ein akuter Notfall, bei dem die sofortige Alarmierung des Rettungsdienstes erforderlich ist“, so Dr. Kirsten Hasper vom Kreisgesundheitsamt. Hintergrund ist, dass mit zunehmender Dauer weitere Schädigungen des Gehirns eintreten können. Eine frühe Diagnostik und Therapie in dafür besonders geeigneten Krankenhäusern ist somit ein wichtiger Baustein, um das Risiko gravierender Beeinträchtigung zu reduzieren.

Lähmungen und Gefühlsstörungen

Zu den typischen Symptomen eines Schlaganfalls gehören akute Lähmungen und Gefühlsstörungen im Bereich der Arme, der Beine und des Gesichts. Die beschriebenen Anzeichen können von heftigen Kopfschmerzen begleitet werden. Auch Sprach- und Sehstörungen können Frühanzeichen für einen Schlaganfall sein.

Im Jahr 2017 registrierte die Rettungsleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises rund 5.200 neurologische Notfälle, zu denen auch der Schlaganfall zählt. „Wir raten den Bürgerinnen und Bürgern bei Verdacht auf Schlaganfall unverzüglich die 112 anzurufen“, so Leitstellenleiter Martin Bertram.

„FAST Methode“

Durch die „FAST Methode“ können der Notarzt oder die Rettungssanitäter mit 95-prozentiger Sicherheit den Verdacht auf einen Schlaganfall erhärten oder verwerfen. Mit einfachen Mitteln können Hinweise auf Lähmungserscheinungen im Gesicht (Face), der Arme (Arm) und der Sprache (Speech) gefunden werden. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist es dann das vorrangige Ziel den Patienten in so kurzer Zeit (Time) wie möglich in ein Krankenhaus mit einer speziell ausgerichteten Schlaganfall-Station zu bringen.

Eine derartige „Stroke Unit“ steht unter anderem im St. Johannes-Krankenhaus in Troisdorf-Sieglar oder in der LVR-Klinik Bonn sowie der Universitätsklinik in Bonn zur Verfügung. Der Schlaganfall ist weltweit die zweithäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Rund ein Prozent der Menschen unter 55 Jahren erleidet einen Schlaganfall, danach steigt die Häufigkeit auf etwa sechs Prozent bei über 75-Jährigen. Wegen des demografischen Wandels wird langfristig mit einer steigenden Zahl von Schlaganfallpatienten gerechnet.

Risikofaktoren

Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind neben genetischer Veranlagung auch Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker sowie erhöhte Blutfettwerte. Auch Herzerkrankungen, Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel und zu hoher Alkoholkonsum erhöhen das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden. Menschen über 60 Jahren sind zudem eher betroffen, als jüngere Menschen.

Einen Test zum persönlichen Schlaganfall-Risiko sowie weitere Informationen zu der Erkrankung gibt es auf www.dsg-info.de

Pressemitteilung Rhein-Sieg-Kreis

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