Eifelverein Remagen
Schnee bis zum Horizont
Wanderung rings um Virneburg
Remagen. Der berühmte Eifelmaler Fritz von Wille hätte seine helle Freude an den Landschaftsbildern gehabt, die sich den Remagener Eifelfreunden bei ihrer Wanderung rings um Virneburg boten. Er malte so gerne Eifeler Schneelandschaften, gerade auch, wenn ohne jeden bunten Tupfer alles nur noch in Schwarz/Weiß erscheint. Und so zeigte sich bei dieser Wanderung der Virne-Burgweg. Tiefe, dunkle Wolken, unter denen nur hier und da in der Ferne hellere Flecken das ganze Panorama beleuchteten, darunter die verschneiten Höhenzüge und Täler. Wiederholt setzte ein kräftiger Schneeschauer ein. Bei der Ankunft in Virneburg war die doch direkt über dem Ort stehende Burgruine zunächst gar nicht zu sehen, so stark schneite es. Aber dann zeigten sich doch plötzlich die gewaltigen Mauern und ließen erkennen, welche Bedeutung diese Herrschaft einst hatte.
Das mächtige Geschlecht der Grafen von Virneburg taucht im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich auf, Erzbischof Poppo von Trier erwähnt die Burg um 1150. Die Grafen von Virneburg starben 1545 aus, die Burg wurde im 17. Jahrhundert zerstört. Heute zählt sie zu den imponierendsten Ruinen der Eifel, wovon sich die Wandergruppe nach kurzem, steilem und im frisch gefallenen Schnee etwas mühsamem Aufstieg überzeugen konnte.
Der Virne-Burgweg erhielt 2008 als Deutschlands schönster Wanderweg eine seltene, aber verdiente Auszeichnung. Am Aussichtspunkt Schafsberg wurde gerastet unter den weit ausladenden Ästen einer gewaltigen Kiefer. Die niedrigen Wolken jagten darüber und ließen die Beleuchtung und damit den Landschaftseindruck in rascher Folge wechseln. In der Ferne gut zu erkennen war die Hohe Acht. Aber es ging ein lausig kalter Wind. Gerne wären die Remagener daher zum Aufwärmen am Schluss der Wanderung in Virneburg eingekehrt. Schade, in diesem verträumten kleinen Nest gab es dafür keine Möglichkeit.
