Allgemeine Berichte | 19.05.2022

Drogenpräventionstag im Berufsbildungswerk Heinrich-Haus

Schockierende Worte - eindringliche Botschaften

Zahlreiche Workshops und Vortrag von Dominik Forster

Dominik Forster war im Berufsbildungswerk Heinrich-Haus (BBW) zu Gast und sprach im Rahmen des Drogenpräventionstags der Berufsbildenden Schule. Foto: privat

Neuwied. Herrlicher Sonnenschein - schockierende Worte. Der Gegensatz hätte nicht größer sein können: Dominik Forster war im Berufsbildungswerk Heinrich-Haus (BBW) zu Gast und sprach im Rahmen des Drogenpräventionstags der Berufsbildenden Schule. „Mit 17 habe ich angefangen Drogen zu nehmen. Mit Ende 21 saß ich im Knast wegen 1,5 Kilo Speed. Danach folgten Obdachlosigkeit und 23.000 Euro Schulden Privatinsolvenz. 2012 war mein Leben dermaßen kaputt, dass die beste Option gewesen wäre mich einfach umzubringen. Heute liebe ich mein Leben. Ich bin clean, habe die Liebe meines Lebens geheiratet und bin Vater.“

Wie es dazu kam, dass aus dem beliebten neunjährigen Jungen auf dem Fußballplatz ein krimineller Junkie wurde, der mit Ende 20 im Hochsicherheitstrakt des Jugend-Knastes saß, erzählte der heute 35-Jährige auf dem neu gestalteten Freizeitforum des BBW in Heimbach-Weis, auf dem es zwischenzeitlich trotz knapp 300 gut gelaunten Zuhörerinnen und Zuhörern auch mal ganz still wurde. Denn was Dominik Forster den jungen Erwachsenen zu berichten hatte, war heftig: „Niemand hat vor, süchtig zu werden. Niemand plant seinen Absturz. Aber die Realistät sieht so aus, dass ich meine Eltern und alle meine Freunde an die Sucht verloren habe“, so Forster. Mit neun Jahren hatte der geborene Nürnberger einen schweren Unfall – während einer Party, auf der sein Vater reichlich Alkohol trank. Es folgten die Alkoholabhängigkeit des Vaters, Tablettensucht der Mutter und der Einstieg in die eigene Drogenhölle. Denn der Drogenkonsum, so Forster, sei vergleichbar mit einem Raketenstart: einmal gestartet, ist sie nicht mehr aufzuhalten. Doch am Ende explodiert die Rakete und die Überreste fallen zu Boden.

Um über die Folgen eines exzessiven Drogenkonsums aufzuklären, haben die Lehrerinnen und Lehrer der Berufsbildenden Schule Heinrich-Haus sich mit den Schülerinnen und Schülern in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema beschäftigt. „Drogen waren schon immer ein Thema für Jugendliche, nicht erst 2022 und nicht nur bei uns. Drogenkonsum betrifft die ganze Bevölkerung, Jung und Alt, Stadt- und Landbevölkerung“, so Schulleiter Martin Seul in seinen Begrüßungsworten. Er machte darauf aufmerksam, dass laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung jährlich in Deutschland mindestens 127.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Tabakkonsums sterben, weitere 20.000 Menschen an den Folgen schädlichen Alkoholkonsums, und etwa 1500 Todesfälle im Jahr in Folge illegalen Drogenmissbrauchs geschehen. Umso wichtiger war es dem Team der BBS, das Thema aufzunehmen „Den Ausschlag dazu gab nicht einfach nur ein kurzer Hinweis der Schülersprechen: Sondern sie haben Herrn Forster als Referenten vorgeschlagen und bei der Planung und Vorbereitung dieses Tages mitgewirkt. Vielen herzlichen Dank dafür“, betonte Seul. Der Drogenpräventionstag – der durch zahlreiche Unterrichtseinheiten und Workshops flankiert wurde - war zugelich die erste große Veranstaltung im BBW seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Besonders freuten sich alle Beteiligten und Besucher, dass hier auch erstmalig das neue Freizeitgelände in Heimbach-Weis für mehrere hundert Menschen genutzt werden konnte. Wo für den Präventionstag Bühne und Bänke aufgebaut worden waren, können die jungen Erwachsenen von BBW und BBS ab sofort Basketball oder Beachvolleyball spielen und auch nach dem Unterricht gemeinsam Zeit verbringen.

Dominik Forster war im Berufsbildungswerk Heinrich-Haus (BBW) zu Gast und sprach im Rahmen des Drogenpräventionstags der Berufsbildenden Schule. Foto: privat

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