Gleichstellungsstelle lud zur 5. Kult(o)ur: Kunst, Kultur & Genuss im Ländle
Schonungslose Offenheit statt Selbstdarstellungsfetischismus
Maria Lassnig aus Meudt stand im Mittelpunkt der Kult(o)ur nach Plochingen am Neckar
Westerwaldkreis/Plochingen. Eine eher unbekannte aber deshalb nicht weniger interessante Künstlerin stand bei der diesjährigen Kultour der Gleichstellungsstelle des Westerwaldkreises in Zusammenarbeit mit der Meudter Künstlerin Michaele Wirth im Mittelpunkt: Maria Lassnig.
Die Staatsgalerie Stuttgart widmet der 2014 verstorbenen österreichischen Künstlerin derzeit eine Sonderausstellung, durch die Kunsthistorikerin Sabine Lutzeier mit Witz und viel Sachkenntnis führte. Lassnig schuf schonungslos offene Körperbewusstseinsbilder, die sie selbst „body awareness paintings“ nannte – und heute in Zeiten von Instagram und dem Selbstdarstellungsfetischismus eine besondere Aktualität erhalten. Sie zeigen Wahrhaftigkeit statt schönem Schein.
Die Tour führte außerdem ins Ritter-Museum nach Waldenbuch, wo nicht nur die bekannte quadratische Schokolade zuhause ist, sondern auch ein Kunstmuseum, das sich ausschließlich dem Quadrat widmet.
Neben kulinarischen Genüssen aus der schwäbischen Küche konnte die Gruppe auch eine Unternehmerin aus dem Ländle kennenlernen. Im Steiff-Museum wurde der beeindruckende Lebenslauf einer willensstarken Frau gezeigt, die mit ihrem Unternehmen zu einer Zeit erfolgreich wurde, in der es noch lange keine Gleichstellung und Frauenrechte gab.
Insgesamt waren sich alle einig, dass die Fahrt erneut rundum gelungen war und wieder viele abwechslungsreiche Programmpunkte bot. „Bei der nächsten Kult(o)ur sind wir sicher wieder dabei“ war das einhellige Fazit.
Pressemitteilung
der Kreisverwaltung
