Begeisterndes Konzert in der Kaiserhalle
Schubert zeigte neue Facetten der Zither
Burgbrohl. Die Kaiserbühne bit ihren BesucherInnen ein außergewöhnliches musikalisches Erlebnis: Johannes Schubert, einer der führenden Zitherspieler, präsentierte Klänge, die bisher so noch nie von diesem Instrument zu hören waren. Der Musiker betonte, dass die Zither mehr ist als nur „Heidi“, heile Welt und Wirtshaus-Romantik. Schubert zeigte an diesem Abend sein Können auf zwei Instrumenten: einer warm klingenden Altzither und einer leichten Diskantzither.
Die ZuhörerInnen wurden mit Melodien verwöhnt, die zum Träumen und Loslassen einluden. Die Zither zeigte sich von ihrer verschiedensten Seite: mal leidenschaftlich, mal beruhigend, mal laut, mal leise. Sie malte farbenfrohe Bilder, mal orchestral und virtuos, mal träumend oder wild erzählend. Schubert bot dem Publikum einen spannenden Querschnitt durch vier Jahrhunderte Musik, angefangen bei der englischen Renaissance über Barock, Klassik und Romantik bis hin zur Zither-Klassik von Rudi Knabl. Schließlich wurden Jazz, Impressionismus und die Epoche des „Easy Listening“ präsentiert. Zum krönenden Abschluss erklang das allseits bekannte Thema aus dem Film „Der dritte Mann“ von Anton Karas in einer mitreißenden Bearbeitung des Künstlers. Da die Konzertzither erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde, hatten Komponisten wie Mozart, Bach oder Schumann keine Möglichkeit, Werke für dieses Instrument zu komponieren. Viele Zitherspieler haben deshalb Musikstücke im Stil großer Komponisten geschrieben. Dabei sorgte die zitherfreundliche Akustik der Kaiserhalle dafür, dass das Publikum in den vollen Klang der Musik eintauchen konnte. Schubert erklärte gegen Ende des Programms, dass das Erlernen der Zither eigentlich ganz einfach sei. Man benötige nur die Finger beider Hände, als würde man drei Gitarren spielen. Das einzige kleine Problem dabei sei, dass man gleichzeitig alle drei Gitarren spielen müsse! Dies meisterte Johannes Schubert mit erstaunlicher Leichtigkeit, hoher Musikalität, Humor und Liebe zum Detail und sorgte so für eine faszinierende Überraschungskiste. BA
